Tumor in der Harnblase Fakten zum Blasenkrebs

Ein bösartiger Tumor in der Blase ist die fünfthäufigste Krebserkrankung des Menschen. Vor allem Rauchen und bestimmte chemische Stoffe lösen das Wachstum der Krebszellen aus. Erfahren Sie hier, wie die typischen Symptome aussehen, welche Therapien es gibt und wie die Heilungschancen sind.

Häufig: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 29.000 Menschen neu an Blasenkrebs
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Häufig: Jedes Jahr erkranken in Deutschland rund 29.000 Menschen neu an Blasenkrebs


Die Risikofaktoren

  • Der wichtigste Auslöser für Blasenkrebs ist das Rauchen. Laut Deutscher Krebshilfe gehen Experten davon aus, dass etwa 30 bis 70 Prozent aller Blasenkrebserkrankungen auf das Rauchen zurückzuführen sind.
  • Außerdem sind aromatische Amine gefährlich, sie wurden als eindeutig krebserregend eingestuft. Die Stoffe kommen etwa in der chemischen oder pharmazeutischen Industrie, der Gummi-Industrie oder in Farben vor. Eine Blasenkrebserkrankung wird daher mitunter als Berufskrankheit eingestuft.
  • Chronische Entzündungen und bestimmte Medikamente

Wer ist betroffen?

Nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts in Berlin erkranken jedes Jahr in Deutschland 29.000 Menschen neu an Blasenkrebs, über 21.000 davon sind Männer. Der Tumor ist damit der vierthäufigste des Mannes aber nur der zehnthäufigste der Frau. Das Durchschnittsalter bei Erkrankung liegt bei etwa 65 Jahren.

Typische Symptome

  • Blut im Urin oder brauner Urin
  • Schmerzen beim Wasserlassen
  • Verstärkter Harndrang, tröpfelnder Urin

Welche Formen gibt es?

In rund 95 Prozent der Fälle handelt es sich um sogenannte Urothelkarzinome, die von den Zellen ausgehen, die das Innere der Harnblase auskleiden. Häufig entstehen sie gleich an mehreren Stellen. Sehr selten sind es Adenokarzinome oder Tumore, die von der Muskelschicht der Harnblase ausgehen.

Wichtige Untersuchungen:

Bei auffälligem Urin wird zunächst der Urin auf Blut, Bakterien und weitere Zellen untersucht. Auch eine Blutanalyse kann Hinweise geben auf eine Krebserkrankung, mehrere Biomarker für die Erkrankung sind in der Diskussion. Für die genauere Beurteilung der Harnwege wird ein sogenanntes Urogramm angefertigt, bei dem der Patient ein Kontrastmittel gespritzt bekommt und so der gesamte Harntrakt von den Nieren bis zur Harnröhre beurteilt werden kann. Bei einer Blasenspiegelung schiebt der Arzt einen biegsamen Schlauch durch die Harnröhre bis in die Blase. Durch eine Optik kann er das Innere des Organs nach verdächtigen Stellen absuchen und mit einer kleinen Zange Gewebeproben entnehmen. Eine Ultraschalluntersuchung kann außerdem Aufschluss über die Größe der Bauchorgane und bestimmter Lymphknoten liefern. Mit Computer- oder Kernspintomographie können eventuell vorhandene Metastasen entdeckt werden.

Wie sieht die Therapie aus?

Die Therapie hängt von der Größe des Tumors ab und davon, ob er sich bereits auf die Lymphgefäße, auf andere Organe oder die Knochen ausgebreitet hat.

  • Sehr kleine Tumore können bei einer Blasenspiegelung entfernt werden. Laut Deutscher Krebshilfe können 70 Prozent aller bösartigen Blasengeschwülste auf diese Weise vollständig beseitigt werden.
  • Hat sich der Tumor bereits auf die Muskelschicht ausgedehnt, müssen die Harnblase, die benachbarten Organe und die Lymphgefäße entfernt werden (Prostata und Samenbläschen bei Männern, Gebärmutter, Eierstöcke und Teile des Eileiters bei Frauen). Eine neue Blase kann dann aus einem Dünndarmstück angelegt werden oder der Urin wird direkt über die Bauchdecke abgeleitet. Alternativ zur Operation werden einige Urothelkarzinome auch mit einer Strahlentherapie bekämpft, da es sich um strahlensensible Tumore handelt.
  • Bei Metastasen empfiehlt der Arzt eine Chemotherapie.

Wie sind die Heilungschancen?

Je nach Stadium der Erkrankung variieren die Chancen auf Heilung: Ist der Tumor noch nicht in die Muskelschicht der Harnblase eingewachsen, liegen die Heilungschancen bei rund 80 Prozent. Hat er die Muskelschicht befallen, überleben etwa 60 Prozent der Erkrankten die kommenden fünf Jahre. Infiltriert der Tumor bereits die benachbarten Organe liegt die Fünf-Jahres-Überlebensrate nur noch bei 20 Prozent.

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Seite 1
fritzstark 14.01.2013
1. Blasenspiegelung bitte als Vorsorge für alle Raucher
Bis Juni 98 ca 20 rote M täglich, danach nicht mehr. Oktober 07 wurde zufällig ein Urothelkarzinom der Harnblase im Frühstadium entdeckt (PTAG1). Bis dahin war füt mindestens 5 Jahre der häufige Harndrang (Urge) das einzige Symptom. Bisher kein Rezidiv, und die Blase ist noch drin. Die Spiegelung ist schnell gemacht und sollte allen Rauchern ab 50 als Vorsorge angeboten werden, damit nicht erst die Blase raus muß.
resimmbe 14.01.2013
2. Krebs durch Rauchen.
Ende der 60er starb meine Frau mit 28 Jahren an Brustkrebs und ich hatte mich da schon mit Literatur über Krebserkrankungen versorgt und dort gelesen,daß alle Krebsarten,von der ersten Berührung der Zigarettenausscheidungen an Mund,Zunge,Kehlkopf,Speiseröhre,Blase und Darm dafür verantwortlich sind.Und Lunge durch die Inhalierung sowieso. Wer's braucht?Soll qualmen bis zum letzten Atemzug.Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
marienhausen 15.01.2013
3. ich bereue nichts
rauche seit ueber 30 jahre! das bleibt auch so und mir gehzs gut!
inci2 15.01.2013
4.
Zitat von resimmbeEnde der 60er starb meine Frau mit 28 Jahren an Brustkrebs und ich hatte mich da schon mit Literatur über Krebserkrankungen versorgt und dort gelesen,daß alle Krebsarten,von der ersten Berührung der Zigarettenausscheidungen an Mund,Zunge,Kehlkopf,Speiseröhre,Blase und Darm dafür verantwortlich sind.Und Lunge durch die Inhalierung sowieso. Wer's braucht?Soll qualmen bis zum letzten Atemzug.Gegen Dummheit kämpfen Götter selbst vergebens.
Das erklärt aber nicht, wieso schon in der Antike, bei den alten Persern die Leute an Krebs erkrankt sind. Wenn das alles vom Rauchen kommt. Und es erklärt ebenfalls nicht, warum Nichtraucher an Krebs erkranken. Denn, wenn das alles vom (Aktiv)Rauchen kommt, dürfte das ja gar nicht passieren.
John Paradise 05.07.2013
5. Denken Sie auch an Anderen?
Zitat von marienhausenrauche seit ueber 30 jahre! das bleibt auch so und mir gehzs gut!
Entschuldigen Sie bitte, aber so eine blöde Bemerkung habe ich noch selten gelesen. Ich habe in meinem Leben noch NIE geraucht; dennoch bekam ich Blasenkrebs!!!! und warum??? Nur wegen Diejenigen die es noch immer nicht kapiert haben; der Rauch gefährdet nicht nur Sie selber, sondern auch Allen um Sie herum!!!! Rauchen sollte mit dem heutigen Wissensstand bestraft werden als VORSÄTZLICHER MORD!!!!!
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