Bundesgesundheitsminister Blutspendeverbot für homosexuelle Männer könnte fallen

In vielen Ländern dürfen homosexuelle Männer kein Blut spenden - auch in Deutschland besteht das Verbot. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe denkt jetzt zumindest darüber nach, das zu ändern.
Blutprobenbehälter

Blutprobenbehälter

Foto: Rainer Jensen/ dpa

Das Blutspendeverbot für Homosexuelle könnte fallen: Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zeigte sich offen für eine Lockerung der bestehenden Regeln. Es müsse überprüft werden, ob neuere Testverfahren für Blutproben und eine bessere Einschätzung von Ansteckungsgefahren einen befristeten Spenderausschluss - wie auch in den USA angekündigt - als Schutzmaßnahme ausreichend erscheinen lassen, sagte Gröhe den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Dem Minister zufolge überarbeiten die Bundesärztekammer, Fachverbände und Wissenschaftler gerade eine entsprechende Richtlinie.

Derzeit dürfen homosexuelle Männer in Deutschland kein Blut spenden, da sie als HIV-Risikogruppe gewertet werden. Das Verbot ist jedoch umstritten.

Im April 2015 hatte der Europäische Gerichtshof geurteilt: Ein Ausschluss homosexueller Männer kann rechtens sein, aber nur, wenn ein hohes Übertragungsrisiko vorliegt.

Die deutsche Regelung folge einer Risikobewertung durch Ärzte und Wissenschaftler, sagte Gröhe. "Und an erster Stelle muss immer der Schutz der Empfänger von Blutspenden stehen." Nach den Erfahrungen mit HIV-infizierten Blutprodukten vor über 20 Jahren nehme er gerade die Sorgen der Patientenorganisationen der Bluter sehr ernst.

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wbr/dpa
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