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Ab wann, welche Reihenfolge, Termine Coronaimpfungen beim Hausarzt – was Sie jetzt wissen sollten

Inzwischen gibt es deutlich mehr Impfstoff, ab April sollen deshalb endlich auch Hausärzte die Vakzinen verabreichen. Drei Fragen, drei Antworten.

Ab April sollen auch niedergelassene Ärzte und Ärztinnen Coronaimpfungen in ihren Praxen vornehmen. Der Schritt soll das Impfprogramm in Deutschland deutlich beschleunigen. Denn während bisher Impfstoffknappheit herrscht, soll bald deutlich mehr Impfstoff zur Verfügung stehen. Wären dann weiterhin allein die Impfzentren zuständig, würden sie irgendwann nicht mehr hinterherkommen.

Ein kurzer Überblick für alle, die auf ihre Impfung warten.

Ab wann wird in Arztpraxen geimpft?

Nach den Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern hieß es am Mittwochabend aus Teilnehmerkreisen, dass die Hausärzte – als wichtige Ergänzung zu den Impfzentren – schrittweise ins Impfen einbezogen werden sollen, abhängig davon, wie viel Impfstoff zur Verfügung steht. Spätestens Mitte April soll es aber losgehen in den Arztpraxen.

Aktuell gibt es nur wenige lokale Ausnahmen im Rahmen von Modellprojekten, etwa in Mecklenburg-Vorpommern, bei denen bereits in Praxen geimpft wird.

Wann bekomme ich einen Impftermin?

Wer nicht bereits aufgrund seines Alters oder Berufs geimpft wurde oder schon einen Termin hat, bekommt auf diese Frage leider keine Antwort. Bestenfalls lässt sich grob schätzen, wann man vielleicht dran sein könnte – abhängig davon, ob jemand noch zur zweiten oder dritten Gruppe mit höherer Impfpriorisierung zählt oder zur großen Gruppe, die zuletzt ihren Anspruch anmelden darf.

Zur Erinnerung: Als Erstes wurden und werden in Deutschland Menschen geimpft, die 80 Jahre oder älter sind oder die wegen ihres Berufs besonders viel Kontakt zu Menschen mit einem hohen Coronarisiko haben.

In der Gruppe mit der zweithöchsten Priorität sind laut der Impfverordnung  neben Menschen im Alter von 70 bis 79 auch jene mit bestimmten Vorerkrankungen, die das Risiko stark erhöhen, im Fall einer Coronainfektion schwer zu erkranken. Dazu zählen unter anderem Krebs, Demenz, schwere Lungenerkrankungen und chronische Nierenleiden. Auch Menschen mit Trisomie 21 oder einem transplantierten Organ sind in dieser zweiten Gruppe. Wegen ihres Berufs sind zudem unter anderem Polizeikräfte und Kitapersonal  mit zweithöchster Priorität dran.

In der Gruppe drei mit erhöhter Priorität sind alle über 60-Jährigen, Menschen mit bestimmten chronischen Krankheiten, Menschen mit einem Body-Mass-Index ab 30. Wer im Lebensmittel-Einzelhandel arbeitet, kann sich auch impfen lassen, wenn diese Gruppe aufgerufen wird.

Wie schnell aber die einzelnen Gruppen geimpft werden, sodass dann die nächsten einen Termin vereinbaren können, falls sie wollen – unklar. Ob sich die Gruppierungen noch einmal ändern – auch unklar. Ein paar Änderungen gab es bereits, etwa die höhere Priorisierung von Lehrkräften und Kitapersonal.

Nach Berechnungen des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung ist es allerdings denkbar, dass alle Erwachsenen, die gegen Corona geimpft werden wollen, dies bis Mitte August auch sind.

Für die allermeisten Menschen gilt damit aktuell jedoch: Man muss sich noch gedulden.

Soll ich jetzt in meiner Hausarztpraxis anrufen, wenn ich geimpft werden will?

Der Impuls ist vielleicht da: Wenn die Hausärztinnen und -ärzte bald impfen, am besten jetzt schnell anrufen und fragen, ob man schon dran ist. Das ist aber aktuell in den allermeisten Fällen keine gute Idee.

»Wir wissen ja selbst noch nichts«, sagt Marc Hanefeld, der eine Praxis in Bremervörde hat. »Wir wissen nicht, wann wir anfangen, wie viel Impfstoff wir bekommen, welchen Impfstoff wir bekommen, wie es mit der Priorisierung aussieht, was wir abrechnen, wie wir dokumentieren.« Entsprechend können die Fragen der Patientinnen und Patienten auch nicht beantwortet werden.

Aus Sicht des Arztes hätte es gern schneller gehen können: »Wir wollen loslegen«, sagt Hanefeld.

Ulrike Koock im hessischen Wetterau-Kreis erzählt, dass sich die Praxis, in der sie arbeitet, schon auf den Impfstart vorbereitet. Sie stünden »in den Startlöchern« und legten schon Listen an, welche Patientinnen und Patienten sich impfen lassen wollen und aufgrund von Alter, Vorerkrankungen oder Beruf bereits berechtigt sind. Aber noch fehlt ein offizielles Startsignal. Von Praxisseite aus könnten sie Mitte kommender Woche starten.

Klar ist zudem: Auch in den Praxen werden zunächst die Menschen geimpft, für die eine Coronainfektion ein höheres Risiko darstellt oder die aufgrund ihres Berufs eher Gefahr laufen, sich anzustecken und das Virus weiterzugeben. Wer also überlegt, in den nächsten Tagen in der Arztpraxis nachzufragen, kann vorab einmal durchgehen, ob er oder sie eine höhere Priorisierung bei der Impfung hat – und falls nicht, wirklich noch etwas warten. Denn bei allen Unklarheiten in der Planung ist eines klar: Der gesunde Mittzwanziger und auch die 58-Jährige ohne Vorerkrankungen werden noch warten müssen.

wbr
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