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Angebliche Unfruchtbarkeit, Erbgutveränderung, Spätfolgen Was ist dran an den Sorgen vor der Impfung?

Über die Covid-Impfung kursieren Gerüchte, die einige Menschen verunsichern. Der Faktencheck zeigt: zu Unrecht.
Von Nina Weber

Schon vor dem Start der Impfungen gegen Covid-19 haben Gerüchte über angebliche Nebenwirkungen Menschen in Deutschland verunsichert. Einige dieser Aussagen verbreiten sich hartnäckig weiter. Eine Einordnung.

1. »Eine Freundin von mir hat Angst vor der Impfung, weil sie gehört hat, diese würde unfruchtbar machen. Stimmt das?«

Die kurze Antwort: Nein, das stimmt nicht. Es ist verständlich, dass dieses Gerücht Sorgen auslöst. Deshalb ist es wichtig zu erfahren: Es ist eine Fehlinformation.

Die Quelle des Gerüchts war unter anderem ein Facebook-Beitrag: Darin wurde behauptet, der Impfstoff von Pfizer und Biontech würde Frauen unfruchtbar machen, weil er »ein Spike-Protein namens Syncytin-1« enthalte, das beim Aufbau der menschlichen Plazenta unersetzlich sei. Der Impfstoff würde so dazu führen, dass der Körper dieses für die Fruchtbarkeit wichtige Protein angreife.

Grundsätzlich gilt: Der Impfstoff enthält weder das Protein Syncytin-1 noch den mRNA-Bauplan dieses Proteins, das tatsächlich wichtig für die menschliche Plazenta ist.

Wäre das so, würden wir es schon längst wissen

Richtig ist: Der Impfstoff von Pfizer und Biontech enthält den Bauplan des Coronavirus-Spike-Proteins. Mit diesem Spike-Protein dockt das Coronavirus Sars-CoV-2 an menschliche Zellen an. Durch den Bauplan im Impfstoff kann der Körper es selbst produzieren und dann eine Immunabwehr dagegen entwickeln. Das Spike-Protein ähnelt zwar in einer sehr kleinen Sequenz Syncytin-1. Aber das Immunsystem erkennt die Oberfläche der Zielproteine, und das ist selten auf eine kurze Sequenz beschränkt.

Wenn das menschliche Immunsystem Antikörper gegen das Spike-Protein entwickelt, greifen diese aber nicht Syncytin-1 an, sie machen also nicht unfruchtbar. Wäre das so, würden wir es schon längst wissen.

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