Eine Praxis in Erfurt informiert Patienten über den Umgang mit einer möglichen Coronainfektion.
Eine Praxis in Erfurt informiert Patienten über den Umgang mit einer möglichen Coronainfektion.
Foto: Martin Schutt/ picture alliance/dpa

Coronavirus in Deutschland Wie verhalte ich mich richtig?

Das Coronavirus ist in Deutschland angekommen. Was sollten Menschen tun, die Symptome haben? Wer gilt als Verdachtsfall - und wie können sich Gesunde schützen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Von Heike Le Ker

Seitdem das Coronavirus in Deutschland angekommen ist, wächst die Sorge in der Bevölkerung - das zeigen auch die beginnenden Hamsterkäufe in Supermärkten. Und mit der Sorge kommen die Fragen: Wie verhalte ich mich jetzt am besten? Wie kann ich Symptome richtig einordnen und was sollte ich tun, wenn ich glaube, eine Coronainfektion zu haben? Die wichtigsten Antworten.

Wie kann ich mich vor einer Ansteckung schützen?

Die Maßnahmen ähneln denen, die auch im Zusammenhang mit anderen Viruserkrankungen, etwa der Grippe, gelten. Die WHO empfiehlt:

  • regelmäßig Hände waschen und desinfizieren,

  • Augen, Nase und Mund nicht mit den Händen berühren,

  • mindestens einen Meter Abstand halten von hustenden, niesenden Menschen,

  • Räume regelmäßig lüften,

  • das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes ist für Gesunde nicht erforderlich (es sei denn, sie kümmern sich um einen Infizierten).

Wie können sich Risikogruppen schützen?

Vor allem ältere Menschen ab 60, Männer und Personen mit Vorerkrankungen sind den derzeitigen Erkenntnissen zufolge besonders gefährdet. "Wir empfehlen vor allem alten oder immunsupprimierten Menschen dringend, sich impfen zu lassen", sagte der Chef des Robert Koch-Institutes, Lothar Wieler, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz. Besonders Krankheiten wie die Grippe und Keuchhusten, aber auch Pneumokokken, könnten schwere Lungenentzündungen auslösen. Da auch die von Sars-CoV-2 ausgelöste Krankheit Covid-19 mit einer schweren Lungenentzündung einhergehen kann, wäre diese Kombination besonders gefährlich.

Ist es sinnvoll, sich jetzt einen Notfallvorrat anzulegen?

Unabhängig von der Coronalage empfiehlt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft: "Ein ausreichender (Not-)Vorrat an Lebensmitteln für etwa zehn Tage sollte in jedem Haushalt vorhanden sein." Die Empfehlungen für diesen Vorrat finden Sie hier . Insbesondere älteren Menschen rät auch RKI-Chef Wieler, sich einen Lebensmittelvorrat anzulegen. "Menschen, die zur Risikogruppe gehören, etwa älteren Menschen, empfehlen wir, nur noch ein Mal pro Woche einkaufen zu gehen", sagte Wieler. "So vermeiden sie mögliche Kontakte mit Erkrankten."

Abgesehen davon schlug Wieler allgemeine Maßnahmen vor, die jeder Einzelne treffen könne: Dazu zählt etwa, Reisen zu reduzieren und Menschenmengen zu meiden.

Was sollte ich tun, wenn ich Kontakt zu einer infizierten Person hatte, aber selbst keine Symptome habe?

Das RKI fordert diese Personengruppe auf, "sich unverzüglich und unabhängig von Symptomen" an das zuständige Gesundheitsamt zu wenden, das sich hier  ermitteln lässt.

Wie verhalte ich mich, wenn ich in einem Risikogebiet war, aber keine Symptome habe?

Zu den Risikogebieten zählt das Robert Koch-Institut  derzeit bestimmte Provinzen in China, Iran, Italien und Südkorea. Wer aus diesen Gebieten zurückkehrt, sollte "unabhängig von Symptomen ebenfalls unnötige Kontakte vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben", schreibt das RKI. Das gelte für einen Zeitraum von etwa 14 Tagen.

Alle Artikel zum Coronavirus

Am 31. Dezember 2019 wandte sich China erstmals an die Weltgesundheitsorganisation (WHO). In der Millionenstadt Wuhan häuften sich Fälle einer rätselhaften Lungenentzündung. Mittlerweile sind mehr als 180 Millionen Menschen weltweit nachweislich erkrankt, die Situation ändert sich von Tag zu Tag. Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über alle SPIEGEL-Artikel zum Thema.

Wer ist ein Verdachtsfall?

Als Verdachtsfall gilt,

  • wer sich in einem Risikogebiet aufgehalten hat und Symptome zeigt.

  • wer Kontakt zu einem Infizierten hatte und Symptome hat.

Was sind die typischen Symptome?

Ein Problem des neuartigen Coronavirus ist, dass die Beschwerden nicht spezifisch sind, sondern denen einer Erkältung oder Grippe stark ähneln. Typisch sind Symptome wie Husten, Schnupfen, Halskratzen oder Fieber. Manche leiden zudem unter Durchfall. "Die meisten Erkrankten berichten von Fieber, wenn man mit ihnen spricht", sagte WHO-Experte Bruce Aylward, nachdem er von einer einwöchigen Reise in die betroffenen Gebiete in China zurückgekehrt ist. "Viele haben außerdem trockenen Husten, nur wenige eine laufende Nase." Bei einem schweren Krankheitsverlauf kommt es zusätzlich zu Atemproblemen und einer Lungenentzündung.

Was sollte ich tun, wenn ich eine Coronainfektion bei mir vermute?

Wer glaubt, sich mit Coronaviren angesteckt zu haben, sollte:

  • seinen Hausarzt anrufen und mit Hinweis auf den Verdacht einen Termin vereinbaren. Das gibt der Praxis die Möglichkeit, den Erkrankten nicht in ein volles Wartezimmer zu setzen.

  • sich vom Hausarzt auf Sars-CoV-2 testen lassen. Die Krankenkassen erstatten die Kosten.

  • ansonsten nach Möglichkeit zu Hause bleiben und unnötige Kontakte meiden.

  • wenn das nicht möglich ist, eine Atemschutzmaske tragen und Abstand halten zu anderen Personen.

  • nicht in die Hände husten, sondern in die Armbeuge.

  • Taschentücher sofort nach dem Benutzen in geschlossenen Behältern entsorgen.

  • Die Hände gründlich mit Seife waschen oder mit Desinfektionsmittel reinigen.

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