USA Mehr als 30 Todesfälle durch E-Zigaretten

In den USA haben mittlerweile fast 1500 Menschen mysteriöse Lungenprobleme durch E-Zigaretten entwickelt, auch die Zahl der Todesfälle steigt. Für Deutschland warnen Behörden nur vor selbst gemischten Liquids.
Mann füllt Liquid in eine E-Zigarette

Mann füllt Liquid in eine E-Zigarette

Foto: boonchai wedmakawand/ Getty Images

Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit E-Zigaretten ist in den USA weiter angestiegen. Bis zum Dienstag seien 33 Menschen in 24 US-Staaten gestorben, nachdem sie elektronische Zigaretten genutzt hatten, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC mit .

Die Toten wurden durchschnittlich 44 Jahre alt, der jüngste 17, der älteste 75, meldete die US-Gesundheitsbehörde. Zudem gebe es knapp 1500 bestätigte Erkrankungen fast im gesamten Land. Eine Woche zuvor hatte die Zahl der Todesfälle noch bei 26 gelegen, die der Erkrankungen bei knapp 1300.

In Deutschland drohen Nutzern von E-Zigaretten nach einer aktuellen Einschätzung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR)  keine erhöhten Risiken - vorausgesetzt, sie kaufen Produkte, die europäischen und deutschen Regelungen entsprechen. "Dampfer" sollten dennoch auf Symptome wie Atembeschwerden oder Schmerzen im Brustbereich achten, rät BfR-Präsident Andreas Hensel. "Besonders nach einem Produktwechsel."

Außerdem warnt die Behörde davor, Liquids selbst herzustellen. Ohne ausreichende Kenntnis bestehe beim Selbstmischen die Gefahr, dass Stoffe wie Öle verwendet würden, so das BfR. Dies könnten beim Inhalieren zu schweren Atemwegserkrankungen führen. Bei Meldungen an deutsche Giftinformationszentren waren demnach bisher häufig selbst gemischte E-Liquids die Ursache von Gesundheitsproblemen.

In den USA wurden innerhalb kurzer Zeit Hunderte schwere Lungenerkrankungen mit Atemnot, Husten und Brustschmerzen gemeldet, die nach dem Dampfen von E-Zigaretten aufgetreten sind. Zum Teil kommen auch Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Durchfall oder Fieber hinzu. Bei manchen Betroffenen verschlechterten sich die Beschwerden innerhalb von Tagen und Wochen so stark, dass sie künstlich beatmet werden müssen.

Bevor die Behörden die Erkrankungen den E-Zigaretten zurechnen, schließen sie unter anderem aus, dass die Betroffenen unter einer Infektion leiden oder es eine kardiologische oder rheumatische Ursache gibt.

Noch ist unklar, was zu den Erkrankungen führt. Hinweise sprechen dafür, dass Produkte mit THC - dem Hauptwirkstoff von Cannabis - bei den Erkrankungen und Todesfällen eine Rolle spielen könnten. Bei den bereits untersuchten Krankheitsfällen hat ein Großteil der Patienten angegeben, Produkte mit THC-Gehalt konsumiert zu haben.

Die Beschwerden scheinen sich fast ausschließlich auf Benutzer in den USA zu beschränken - in Kanada wurden vereinzelte Fälle gemeldet. In Deutschland und europaweit ist bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Hier werden Liquds jedoch auch strenger reguliert.

irb/dpa