USA Mittlerweile 47 Todesfälle durch E-Zigaretten

In den USA sind mehr als 2000 Menschen nach dem Gebrauch von E-Zigaretten erkrankt, ein Großteil der Betroffenen ist jung. Die Zahl der Todesfälle steigt ebenfalls weiter an.

Wahrscheinlich spielt Vitamin-E-Acetat bei den Erkrankungen eine wichtige Rolle, in Deutschland darf es nicht verwendet werden
Bloomberg/ Getty Images

Wahrscheinlich spielt Vitamin-E-Acetat bei den Erkrankungen eine wichtige Rolle, in Deutschland darf es nicht verwendet werden


In den USA haben die Behörden weitere Todesfälle dokumentiert, die sehr wahrscheinlich mit dem Konsum von E-Zigaretten in Zusammenhang stehen. 47 Menschen seien bislang gestorben, teilte die US-Gesundheitsbehörde CDC am Donnerstag mit. Die Opfer stammen demnach aus 25 US-Bundesstaaten und waren zwischen 17 und 75 Jahren alt. Die Zahl der Erkrankten nahm auf 2290 bestätigte Fälle zu. Vor einer Woche hatte die CDC noch von 42 Toten und 2172 Kranken berichtet.

Von den mehr als 2000 bislang ausgewerteten Fällen mussten 95 Prozent im Krankenhaus behandelt werden, 68 Prozent waren männlich, 77 Prozent jünger als 35 Jahre, 15 Prozent sogar jünger als 18 Jahre alt.

Mögliche Ursache: Vitamin-E-Acetat

Bei vielen Betroffenen beginnen die Beschwerden mit Atemproblemen, Kurzatmigkeit und Brustschmerzen. Innerhalb der folgenden Tage oder Wochen können sie sich so stark verschlechtern, dass die Erkrankten künstlich beatmet werden müssen. Zum Teil kommen auch Magen-Darm-Probleme wie Übelkeit, Durchfall oder Fieber hinzu.

Die Ursache für die Lungenschäden ist laut CDC noch immer nicht abschließend geklärt. Als eine mögliche Ursache war zuletzt ein aus Vitamin E gewonnenes Öl ausgemacht worden.

Der Stoff war laut CDC bei den erkrankten Patienten, deren Lungenflüssigkeit untersucht wurde, nachgewiesen worden. Trotzdem sei nach wie vor möglich, dass mehr als ein Stoff die Krankheit ausgelöst habe, so das CDC. Vitamin-E-Acetat wird häufig THC-haltigen Liquids zugesetzt, um diese anzudicken.

Belgien: ein Todesfall

In Deutschland dürfen Liquids für E-Zigaretten generell keine Vitamine zugefügt werden, damit sie nicht den Eindruck erwecken, gesund zu sein. Das hatte das zuständige Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) bereits im September auf Anfrage mitgeteilt.

E-Zigaretten-Liquids in einem Shop in New York City
Mike Segar/ REUTERS

E-Zigaretten-Liquids in einem Shop in New York City

Auch ist in Deutschland und europaweit bislang kein ähnlicher Anstieg von Lungenschädigungen bekannt. Allerdings gibt es vereinzelte Berichte von Ausnahmefällen.

In Belgien etwa meldeten die Behörde den Tod eines 18-Jährigen, der auf das Einatmen schädlicher Substanzen mit einer E-Zigarette zurückgeführt wurde. Der junge Mann hatte ein in Belgien legales Liquid inhaliert, das den nicht psychoaktiven Teil von Cannabis enthielt.

Um sich zu schützen, warnen die Behörden in Deutschland ausdrücklich davor, Liquids selbst herzustellen. Ohne ausreichende Kenntnis bestehe beim Selbstmischen die Gefahr, dass Stoffe wie Öle verwendet würden, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Dies könnte beim Inhalieren zu schweren Atemwegserkrankungen führen.

irb/dpa



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