Liberia 15-Jähriger stirbt an Ebola

Seit September galt Liberia als Ebola-frei, nun ist doch wieder ein Mensch gestorben. Ein 15-Jähriger erlag den Folgen der Viruserkrankung. Der Junge war vor einigen Tagen positiv getestet worden - ebenso wie sein Vater und sein Bruder.
Ebola-Behandlungszentrum in Liberia: Hier werden der Vater und der Bruder des verstorbenen Jungen behandelt

Ebola-Behandlungszentrum in Liberia: Hier werden der Vater und der Bruder des verstorbenen Jungen behandelt

Foto: STRINGER/ REUTERS

Vergangene Woche hatte Nathan Gbotoe die Diagnose bekommen, dass er sich mit dem Ebolavirus infiziert hatte. Am Montag ist der 15-Jährige nun in einem Krankenhaus nahe der liberischen Hauptstadt Monrovia gestorben. Der Vater und der Bruder des Jungen haben sich ebenfalls infiziert und werden in der Klinik behandelt.

Das Land hat 153 Menschen identifiziert, die mit dem Verstorbenen in Kontakt gestanden hatten, und beobachtet diese medizinisch. Weitere 25 Menschen aus der Gesundheitsversorgung würden außerdem überwacht, berichtet der zuständige Mediziner Francis Kateh, davon hätten zehn ein hohes Risiko für eine Infektion.

Bislang ist unklar, wo sich der Junge angesteckt hat. Eine Übertragung aus einem Nachbarland scheint unwahrscheinlich. Zwar grassierte das Virus auch in Guinea und Sierra Leone, derzeit sind dort aber keine Fälle bekannt.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Liberia bereits zweimal für Ebola-frei erklärt, erstmals am 9. Mai und dann am 3. September. Der letzte Ebola-Tote im Land war im Juli gemeldet worden.

Das westafrikanische Sierra Leone, in dem die meisten Menschen während der Epidemie an Ebola erkrankt waren, gilt seit dem 7. November als Ebola-frei, nachdem es dort 42 Tage keine Neuinfektionen mehr gab. Seitdem macht ein "Bye Bye Ebola"-Freudenvideo aus dem Staat die Runde.

Sierra Leone feiert: "Bye Bye Ebola"

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Ebola wird über Körperflüssigkeiten übertragen, ist hoch ansteckend und oft tödlich. Mehr als 4800 Menschen starben allein in Liberia an dem Virus. Insgesamt sind seit Ausbruch der Seuche in Liberia, Guinea und Sierra Leone mehr als 28.100 Menschen erkrankt, mehr als 11.300 starben. Viele Überlebende kämpfen langfristig mit den Folgen der Erkrankung, die sowieso armen Staaten belastet auch der wirtschaftliche Schaden, der durch die Epidemie entstanden ist.

hei/Reuters
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