Angst vor weiterer Ausbreitung Burundi startet Impfkampagne gegen Ebola

Die Ebola-Epidemie ist im Kongo rund ein Jahr nach dem Ausbruch noch immer nicht unter Kontrolle. Aus Angst davor, dass das Virus über die Grenzen gelangt, starten nun auch die Nachbarländer Impfkampagnen.

Ein Gesundheitsarbeiter füllt eine Spritze mit dem Ebola-Impfstoff (Archivbild)
Baz Ratner/ REUTERS

Ein Gesundheitsarbeiter füllt eine Spritze mit dem Ebola-Impfstoff (Archivbild)


Wegen des Ebola-Ausbruchs im Kongo hat das Nachbarland Burundi eine Impfkampagne gegen die gefährliche Krankheit gestartet. Zunächst würden rund 4000 Menschen geimpft, sagte Susannah Savage, eine Sprecherin der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Dabei handele es sich um Menschen mit hohem Infektionsrisiko wie etwa Gesundheitspersonal, das nahe der Grenze zum Kongo arbeitet.

Seit August 2018 wird der Ebola-Impfstoff rVSV-ZEBOV-GP in sogenannten Ringimpfungen eingesetzt. Dabei werden enge Kontaktpersonen von Ebola-Erkrankten gezielt immunisiert. Das Mittel ist zwar noch nicht zugelassen, aber laut ersten Untersuchungen schützt die Impfung in 97,5 Prozent der Fälle vor einer Infektion, gilt also als höchst effektiv. Zudem erhöht die Impfung die Überlebenschancen bereits infizierter Patienten.

Im Kongo wurden den Behörden zufolge bislang knapp 200.000 Menschen gegen Ebola geimpft. Zudem haben die angrenzenden Länder Ruanda, Südsudan und Uganda bereits Impfkampagnen gestartet.

Wissenschaftler hatten Anfang der Woche zudem bekannt gegeben, dass zwei experimentelle Behandlungsformen gegen Ebola so gut wirken, dass sie nun allen Patienten im Kongo angeboten werden sollen. Laut Aussagen des National Institute of Allergy and Infectious Diseases wurden rund 90 Prozent der Patienten durch die Behandlung mit künstlich produzierten Antikörpern geheilt. Bisher gibt es noch keine Medikamente, die spezifisch für die Behandlung von Ebola-Patienten zugelassen sind.

Ebola noch immer nicht unter Kontrolle

Die Ebola-Epidemie war vor einem Jahr in der Gegend von Butembo in der Provinz Nordkivu in der Demokratischen Republik Kongo ausgebrochen. Seitdem sind laut offiziellen Zahlen mindestens 1790 Menschen in der Region an dem Virus gestorben. Nach dem Tod des ersten Ebola-Patienten in Goma, der zweitgrößten Stadt des Landes, rief die WHO einen internationalen Gesundheitsnotstand aus.

Nach der verheerenden Epidemie in Westafrika 2014 und 2015 mit über 11.000 Toten ist dies der bislang schlimmste Ausbruch. Er ist besonders schwer zu kontrollieren, da in der Region etliche Milizen aktiv sind. Immer wieder werden Ebola-Helfer angegriffen. Zudem herrscht in der Bevölkerung Angst und Misstrauen gegenüber der Krankheit und den Helfern.

Beim Ebolavirus leiden die Betroffenen an Fieber, Muskelschmerzen, Durchfall sowie in heftigen Fällen an inneren Blutungen und Organversagen. Schon die Berührung eines Infizierten reicht, um sich anzustecken. Helferinnen und Helfer tragen deshalb spezielle Schutzkleidung. Die WHO ist besorgt, weil der Ausbruch nach einem Jahr noch nicht unter Kontrolle ist.

kry/dpa

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