Neue Maßnahmen gegen Ebola in den USA Hochrisiko-Rückkehrer sollen 21 Tage in ihrer Wohnung bleiben

Im Streit um eine Zwangsquarantäne für Heimkehrer aus Ebola-Gebieten legt die US-Seuchenbehörde CDC Richtlinien vor: Hochgefährdete Menschen sollen demnach 21 Tage zu Hause bleiben. Ban Ki Moon nennt Helfer "außergewöhnliche Menschen".

Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, beantwortet Fragen von Journalisten: Nicht mehr alle Helfer aus Ebola-Gebieten müssen in Zwangsquarantäne
AP

Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, beantwortet Fragen von Journalisten: Nicht mehr alle Helfer aus Ebola-Gebieten müssen in Zwangsquarantäne


New York - Die US-Seuchenbehörde CDC hat nach heftiger Kritik neue Richtlinien zum Umgang mit Rückkehrern aus den Ebola-Gebieten veröffentlicht. In den am Montagabend (Ortszeit) bekannt gegebenen Maßnahmen ist nun von vier Kategorien die Rede, denen hoch- bis geringgefährdete Personen zugeordnet werden sollen.

Hochgefährdete Menschen mit oder ohne Symptome sollen demnach öffentliche Verkehrsmittel und größere Ansammlungen von Menschen meiden und 21 Tage lang zu Hause bleiben. Zu den Hochgefährdeten gehören Pflegekräfte oder Familienmitglieder, die in von Ebola betroffenen Ländern Westafrikas Patienten behandelt haben und mit Körperflüssigkeiten in Kontakt kamen.

Weniger gefährdetem medizinischem Personal, das in Schutzanzügen mit Patienten zu tun hatte, wird empfohlen, zweimal am Tag die Körpertemperatur zu messen, sie können sich aber frei bewegen. Gering gefährdete Menschen, die kürzlich in Westafrika waren, aber keinen Kontakt zu Ebola-Patienten hatten, sollten laut den neuen Richtlinien ihre Körpertemperatur im Auge behalten, dürften aber weiterhin reisen.

Stundenlang verhört

Das Thema Quarantäne hatte innenpolitisch hohe Wellen geschlagen. Die beiden Gouverneure von New York und New Jersey, Andrew Cuomo und Chris Christie, hatten sich darauf geeinigt, dass sämtliche Ärzte oder andere Helfer, die von Westafrika kommend auf einem der internationalen Flughäfen New Yorks landen, 21 Tage in Zwangsquarantäne müssen. Mit dem Weißen Haus waren diese Entscheidungen nicht abgesprochen worden. Der Airport Newark vor den Toren der Metropole gilt zwar als New Yorker Flughafen, liegt aber schon im Bundesstaat New Jersey. Auch Illinois (Chicago) und Florida (Miami) denken über solche Schritte nach.

Die Krankenschwester Kaci Hickox aus Maine errang am Montag im Streit um ihre Zwangsquarantäne einen Sieg: Die 33-jährige wurde aus der Isolierung entlassen, nachdem sie sich heftig über die Bedingungen beschwert hatte. Sie war die Erste, bei der die neuen Maßnahmen zum Schutz vor einer Ebola-Einschleppung angewandt worden waren.

Hickox hatte sich beschwert, dass sie nach ihrem Hilfseinsatz in Sierra Leone am Freitag stundenlang "verhört" und dann in einem Zelt vor der Universitätsklinik Newark untergebracht worden sei. Obwohl sie keine Symptome gezeigt habe und zwei Bluttests negativ gewesen seien, habe sie drei Wochen ohne Dusche und nur mit einer Chemietoilette ausharren sollen. Die 21 Tage gelten als maximale Inkubationszeit für Ebola.

Ban Ki Moon besorgt über Zwangsquarantäne

New York und New Jersey hatten die Regeln am Sonntag gelockert. Nunmehr können Menschen, die keine Symptome zeigen, zu Hause in Quarantäne bleiben und sie erhalten eine Entschädigung für entgangenes Einkommen. Zweimal am Tag werden sie untersucht, Familienmitglieder dürfen bei ihnen bleiben.

Das Weiße Haus hatte sich skeptisch gezeigt, ob das angemessen sei. Barack Obama hatte zu Sachlichkeit gemahnt. Maßnahmen für zurückkehrende Helfer müssten auf der Basis bester medizinischer Erkenntnisse erfolgen und nicht unnötig vom Dienst abschrecken. Auch UN-Generalsekretär Ban Ki Moon brachte seine Besorgnis über Zwangsmaßnahmen einiger Länder im Zusammenhang mit dem Kampf gegen Ebola zum Ausdruck. In einer in New York herausgegebenen Erklärung nannte Ban heimkehrende Helfer außergewöhnliche Menschen. Sie sollten keinen Einschränkungen ausgesetzt werden, die nicht wissenschaftlich begründet seien.

Der Verdacht auf Ebola bei einem fünfjährigen Jungen in New York hat sich zunächst nicht bestätigt. Er sei negativ auf das Virus getestet worden, teilten die New Yorker Gesundheitsbehörde und das Krankenhaus, in dem er behandelt wurde, am Montag mit. Der Junge, der vor Kurzem in Westafrika gewesen ist, bleibe dennoch auf der Isolierstation des Bellevue Hospital. Dort soll er nochmals auf das Virus getestet werden, um sicherzustellen, dass sein leichtes Fieber nicht in Zusammenhang mit der Seuche steht.

Spenden für die Ebola-Krisengebiete
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Oxfam Deutschland e.V.

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Stichwort: Ebola

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hei/dpa



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Seite 1
HighFrequency 28.10.2014
1.
Diese Maßnahme macht schon Sinn. Schließlich gilt es, eine hochgefährliche Seuche einzudämmen.
mischpot 28.10.2014
2. Wer überprüft das?
Dass Hochrisiko Rückkehrer 21 Tage in der Wohnung verbleiben sollen. Wer macht den Einkauf? Wer parkt das Auto um, das es nicht abgeschleppt wird? Wer nimmt die Post, Pakete entgegen? Steht dann eine Polizeistreife vor meinem Haus. Und was machen die wenn ich das Haus verlasse? wollen die mich anfassen und verhaften, haben die keine Angst vor meiner Spucke?
ohminus 28.10.2014
3.
Zitat von HighFrequencyDiese Maßnahme macht schon Sinn. Schließlich gilt es, eine hochgefährliche Seuche einzudämmen.
Nein, denn so dämmt man die Seuche nicht ein sondern bewirkt genau das Gegenteil: Es wird weniger Helfer geben, weil die Leute dafür bestraft werden, nach Afrika zu gehen und die Seuche dort einzudämmen. Solange die Leute asymptomatisch sind, sind sie keine Gefahr. Und in Afrika haben diese Leute durchaus gelernt, auf Symptome zu achten.
nord1icht 28.10.2014
4. Ohje
Die Unbekümmertheit, um nicht zu sagen Idiotie im Ungang mit den ersten Fällen in Spanien lässt bedürchten, dass auch Zwangsmaßnahmen sein müssen. Auf Vernunft kann man bei solchem Gefahrenpotenzial nicht allein setzen. Sonst gibt es großes Weh und Ach, sobald das erste Musikfestival, Nachtclub oder Kindergarten verseucht sind und die Sache außer Kontrolle. Wenn wir diese Pest des 21. Jhdts eindämmen wollen, müssen wir Zumutungen hinnehmen und zumuten. Mit Augenmaß, versteht sich.
Now Rob 28.10.2014
5. Ausserhalb der Wohnung
Zitat von mischpotDass Hochrisiko Rückkehrer 21 Tage in der Wohnung verbleiben sollen. Wer macht den Einkauf? Wer parkt das Auto um, das es nicht abgeschleppt wird? Wer nimmt die Post, Pakete entgegen? Steht dann eine Polizeistreife vor meinem Haus. Und was machen die wenn ich das Haus verlasse? wollen die mich anfassen und verhaften, haben die keine Angst vor meiner Spucke?
piept die Fußfessel. Drastisch, aber eine Möglichkeit. Auch wenn das nur Einzelfälle sind, die mit Ebola zurückkehren. Das Risiko, das die Helfer/innen auf sich nehmen, ist nicht jeder bereit, auf sich zu nehmen. Im Herbst reicht eine Fahrt mit der U-Bahn aus, um sich mit Viren anzustecken. In so einem Fall der Übertragung tragen dann doch Dutzende das Risiko des einzelnen Helden mit. Unverantwortlich. Auch wenn es Helden sind, für sie sollte ein Transitbereich eingerichtet werden. Mit allem Luxus meinetwegen. Wenn ein Helfer beispielsweise nach Hause kommt, das Haus nicht verlässt, aber zwei Kinder und ein Eheleut hat, ist die Ansteckung zu 100% wahrscheinlich. Als Mitglied einer Familie, die mich braucht, würde ich mir ohnehin zwanzig Mal mindestens überlegen, ob ich diese Tätigkeit aufnehme. Es gibt Menschen im direkten Umfeld hier zuhause, die diese Helden auch brauchen, die sie lieben und nicht verlieren wollen.
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