Epidemie in Afrika Ebola auch im Kongo ausgebrochen

Der Gesundheitsminister der Demokratischen Republik Kongo hat mehrere Ebola-Todesfälle bestätigt. Der Ausbruch soll allerdings nicht mit der schweren Epidemie in Westafrika zusammenhängen.
Gefährliches Virus: Ebola-Erreger unterm Elektronenmikroskop

Gefährliches Virus: Ebola-Erreger unterm Elektronenmikroskop

Foto: AP/dpa/Antwerp Institute of Tropical Medicine

Kinshasa - Mehrere Menschen sind in der Demokratischen Republik Kongo an Ebola gestorben. Tests hätten eindeutig bestätigt, dass Todesfälle in der Provinz Equateur auf das Virus zurückzuführen seien, sagte Gesundheitsminister Félix Kabange Numbi. Demnach wurde bei zwei von acht Proben von Verstorbenen der Ebola-Erreger nachgewiesen.

Der Erregerstamm sei jedoch nicht der, der für die Epidemie in Westafrika verantwortlich sei. "Dieser Ausbruch hat nichts mit dem in Westafrika zu tun", sagte Numbi.

Insgesamt starben mehr als 70 Menschen in der Provinz Equateur in den vergangenen Wochen an einem hämorrhagischen Fieber - was nicht bedeutet, dass sie alle Ebola hatten. Nach Angaben des Ministers sind 13 Menschen dem Ebola-Virus zum Opfer gefallen, darunter fünf Ärzte und Krankenschwestern. Elf Erkrankte würden derzeit behandelt, mehr als 80 Kontaktpersonen stünden unter Beobachtung.

Vor wenigen Tagen hatte ein Sprecher der Weltgesundheitsorganisation WHO gegenüber Reuters noch betont, bei dem Ausbruch handele es sich nicht um Ebola.

In der Provinz Equateur war das Ebola-Virus 1976 erstmals entdeckt worden. Seitdem hat die Demokratische Republik Kongo sieben Epidemien erlebt. Durch die letzte starben nach amtlichen Angaben zwischen August und November 2012 im Nordosten des Landes 36 Menschen.

Rigorose Maßnahmen

Zurzeit steht vor allem die Ebola-Epidemie in Westafrika im Fokus der Öffentlichkeit. Dort ist nun erstmals auch ein WHO-Mitarbeiter an Ebola erkrankt. Details zum Alter, dem Geschlecht oder der Nationalität gab die WHO nicht bekannt. Für den Kollegen, der in Sierra Leone eingesetzt ist, werde die bestmögliche Behandlung sichergestellt, hieß es lediglich. Derweil teilte die britische Regierung mit, dass sich erstmals auch ein britischer medizinischer Helfer mit dem Virus angesteckt habe. Er soll nach London geflogen und in einer speziellen Isolierstation behandelt werden.

In Westafrika kämpfen die Staaten mit rigorosen Maßnahmen gegen die Epidemie. Nach Medienberichten soll das Verstecken von Ebola-Kranken in Sierra Leone unter Strafe gestellt werden. Das Verbergen eines Infizierten werde mit mindestens zwei Jahren Haft geahndet, berichtete die Online-Zeitung "Awoko" am Samstag. Das Parlament des Landes hatte ein entsprechendes Gesetz demnach am Freitag in einer Sondersitzung beschlossen. Präsident Ernest Bai Koroma muss dem Gesetz noch zustimmen.

wbr/AFP/Reuters/AP/dpa