Entwarnung Kein neuer Ebola-Fall im Osten Sierra Leones

Die Nachricht war erschreckend, jetzt gibt es Entwarnung: Im Osten Sierra Leones, der seit Monaten als Ebola-frei gilt, hat es doch keine neue Infektion gegeben. Bei der Diagnose wurden offenbar Proben vertauscht.
Helfer in einem Behandlungszentrum in Liberia: Die Zahl neuer Ebola-Fälle in Westafrika sinkt

Helfer in einem Behandlungszentrum in Liberia: Die Zahl neuer Ebola-Fälle in Westafrika sinkt

Foto: AP/dpa

Es wäre ein herber Rückschlag gewesen. Am Osterwochenende meldeten die Behörden einen neuen Ebola-Fall aus dem Osten Sierra Leones. Jetzt wurde die Nachricht zurückgenommen. Entgegen erster Angaben sei ein in der Provinz Kailahun gestorbener neun Monate alter Junge nicht mit dem Virus infiziert, teilte das staatliche Zentrum zur Bekämpfung der Epidemie (Nerc) am Mittwoch mit. Die Probe sei verwechselt worden.

Bereits nachdem die Behörden am Montag die Ebola-Infektion des kleinen Jungen bestätigt hatten, reagierten die Bewohner seines Dorfs mit Skepsis. Einer der Dorfältesten wies darauf hin, dass keiner aus der Familie des Kleinkinds positiv getestet worden sei.

Laut Nerc soll nun untersucht werden, wie es zu der Verwechslung kommen konnte. Alle im Zuge des angeblichen neuen Falls angeordneten Quarantänemaßnahmen wurden wieder aufgehoben.

Kailahun im Osten Sierra Leones zählte zu den Brennpunkten der jüngsten Ebola-Epidemie, im vergangenen Mai war dort Sierra Leones erster Ebola-Fall gemeldet worden. Seit mehr als 110 Tagen hatten die Behörden in der Region allerdings keine neuen Infektionen mehr bestätigt.

"Die letzte Meile ist noch sehr holprig"

Trotz der sinkenden Fallzahlen in Westafrika hat der Ebola-Beauftragte der Bundesregierung, Walter Lindner, davor gewarnt, im Engagement nachzulassen. "Natürlich sehen wir Licht am Ende des Tunnel. Aber die letzte Meile ist noch sehr holprig", sagte Lindner. "Da kann es durchaus noch Rückfälle geben."

Im Vergleich zu den Zahlen von Oktober oder September des vergangenen Jahres liege man jetzt mit 70 bis 80 Neuerkrankungen pro Woche zwar deutlich niedriger. Ebola sei jedoch nicht besiegt, solange man sich nicht sehr stark der Null nähere.

In Sierra Leone wurden bislang rund 12.000 Ebola-Fälle registriert, mehr als 3800 Menschen starben. Insgesamt zählte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Beginn der aktuellen Epidemie mehr als 10.000 Ebola-Tote, die meisten in Sierra Leone, Liberia und Guinea. Mehr als 25.000 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert.

irb/AFP/dpa
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