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Fotostrecke: Im Kampf gegen das Virus

Foto: DOMINIQUE FAGET/ AFP

Epidemie in Westafrika Spannungen wegen Ebola verschärfen sich

In Westafrika verbreitet sich das Ebolavirus weiter. Während die Infektionszahlen steigen, verschlimmern sich auch die Konflikte rund um die Epidemie. In Sierra Leone streikt eine ganze Klinik.

In den westafrikanischen Staaten breitet sich die Ebola-Epidemie immer stärker aus, zugleich liegen die Nerven blank: In Guinea wurden Dutzende Menschen bei Ausschreitungen verletzt, auch die Nachbarstaaten Guinea-Bissau und Liberia fuhren ihre Schutzvorkehrungen hoch. In Sierra Leone streikt nun das Personal in einem der beiden Behandlungszentren.

In dem Gesundheitszentrum haben sich mittlerweile fast 30 Mitarbeiter mit Ebola infiziert und die Erkrankung nicht überlebt. Die Klinik verfüge nur über eine Krankentrage, schilderte ein Abteilungsleiter die Arbeitsbedingungen. Auf dieser Trage seien sowohl Patienten als auch Leichen transportiert worden.

Krankenpfleger und Bestatter erklärten zudem, die Regierung habe ihre Wochenlöhne in Höhe von 50 Dollar nicht mehr bezahlt. In dem einzigen anderen Ebola-Behandlungszentrum des Landes hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO kürzlich das Labor geschlossen und Mitarbeiter abgezogen, nachdem dort einer ihrer Mitarbeiter mit der tödlichen Krankheit infiziert wurde.

Erste Versuche mit neuem Impfstoff

In Guinea griffen Demonstranten die Rettungsstelle eines örtlichen Krankenhauses sowie Fahrzeuge der Hilfsorganisation Unicef und eines Arztes an - mit Knüppeln und Messern. Bei Auseinandersetzungen auf einem Markt wurden zudem mindestens 55 Menschen verletzt, die Hälfte von ihnen waren Sicherheitskräfte.

Händler hatten gegen eine Desinfektionskampagne auf dem Markt protestiert. Es gebe zwei Lager, sagte Regionalgouverneur Lancei Conde am Samstag: "Diejenigen, die an die Existenz von Ebola glauben, und diejenigen, die meinen, die Epidemie werde eingeschleppt."

In den USA soll ein neuer Ebola-Impfstoff schon in den nächsten Tagen erstmals an Menschen getestet werden. Das Mittel sei vom US-Institut für Allergien und ansteckende Krankheiten und dem Pharmahersteller Glaxo-Smith-Kline gemeinsam entwickelt worden, teilte die nationale Gesundheitsbehörde mit. Die Versuche seien so gestaltet, dass sich die Teilnehmer nicht mit der lebensgefährlichen Erkrankung anstecken könnten.

Mehr als 3000 Menschen haben sich infiziert

Aktuell breitet sich das Virus so schnell aus wie nie zuvor. Am Freitag erreichte es den Senegal. Wie die WHO erklärte, waren in den am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone in der vergangenen Woche mehr Menschen erkrankt als jeweils in den Wochen zuvor. In der 35. Kalenderwoche wurden rund 550 neue Infektionsfälle bekannt, in der 34. waren es knapp 400 - mehr als in sämtlichen Vorwochen.

Allein in Liberia wurden bislang etwa 700 Tote gezählt. Das Land kündigte an, fünf neue Behandlungszentren zu errichten. Gleichzeitig hob die Regierung eine über einen Teil der Hauptstadt Monrovia verhängte Quarantäne nach heftigen Protesten der Bevölkerung auf. Auch in der Demokratischen Republik Kongo sind mehrere Menschen an Ebola erkrankt und gestorben, der Ausbruch hängt jedoch nach Behördenangaben nicht mit dem in Westafrika zusammen.

Nach Angaben der WHO  haben sich seit Beginn des Ausbruchs 3069 Menschen in Westafrika mit Ebola infiziert, 1552 von ihnen starben. Wahrscheinlich seien die tatsächlichen Krankheitszahlen in vielen Regionen aber zwei- bis viermal höher, befürchtet die Organisation. Bis die Epidemie besiegt ist, könne es noch bis zu neun Monate dauern.

che/Reuters/dpa/AFP