Ebola in den USA Infizierte Krankenschwester hatte im Flugzeug leicht Fieber

In den USA wächst die Angst vor Ebola. Eine infizierte Krankenschwester war mit erhöhter Temperatur von Ohio nach Texas geflogen. Die Gesundheitsbehörde hatte ihr trotz der möglichen Ansteckungsgefahr nicht davon abgeraten.
Ebola in den USA: Infizierte Krankenschwester hatte im Flugzeug leicht Fieber

Ebola in den USA: Infizierte Krankenschwester hatte im Flugzeug leicht Fieber

Foto: John Amis/ dpa

Washington - In den USA wächst die Kritik am Umgang des Landes mit dem Ebolavirus. Wie nun bekannt wurde, hatte die zweite mit dem Ebolavirus infizierte US-Krankenschwester schon leichtes Fieber, als sie ins Flugzeug stieg, um von einem Besuch in Ohio zurück nach Dallas zu fliegen. Das habe sie vor dem Abflug auch der US-Gesundheitsbehörde CDC gemeldet, berichten übereinstimmend die Nachrichtenagentur Reuters und der US-Fernsehsender CNN. Da ihre Temperatur mit 37,5 Grad unter der kritischen Marke von 38 Grad lag und sie sonst keine Symptome gehabt habe, habe man der Pflegerin aber nicht von dem Flug abgeraten.

Nun wurden zur Sicherheit alle Mitreisenden des Fluges der Frontier Airline dazu aufgerufen, sich zu melden. Das Flugzeug selbst wurde aus dem Verkehr gezogen und desinfiziert. Da sich die Krankenschwester während des Fluges nicht übergeben und auch nicht geblutet habe, sei es aber sehr unwahrscheinlich, dass sich andere Passagiere bei ihr angesteckt hätten, sagte Tom Frieden, Leiter der US-Gesundheitsbehörde CDC. Die kranke Pflegerin wurde in der Nacht von Dallas in eine Spezialklinik nach Atlanta verlegt.

Zweifel an der Sicherheit des Flugverkehrs hat nun auch John Boehner, Sprecher des US-Repräsentantenhauses und einer der mächtigsten Republikaner der USA. "In seiner Rede am 16. September hat Präsident Obama gesagt, das Risiko, dass sich Ebola in den USA verbreite, sei extrem gering", so Boehner. "Seither haben sich mehrere Amerikaner mit dem Virus infiziert und viele waren ihm möglicherweise ausgesetzt. Jetzt hören wir, dass eine Infizierte nach Ohio geflogen ist. Obama muss jetzt über geeignete Maßnahmen nachdenken." Dazu gehöre auch eine Reisesperre für Flugzeuge aus Westafrika. Diese Möglichkeit solle der US-Präsident "unbedingt in Erwägung ziehen", so Boehner. Die US-Regierung hat eine Reisesperre bisher ausgeschlossen.

"Wir brauchen ein Swat-Team"

US-Präsident Barack Obama verschob eine am Mittwoch geplante Reise nach New Jersey und Connecticut und kündigte ein schärferes Vorgehen der Bundesbehörden bei Ebola-Fällen in den USA an. "Wir nehmen das auf höchster Regierungsebene sehr ernst", sagte er. Die Zentren für Seuchenkontrolle würden in Zukunft ein Einsatzteam in jedes Krankenhaus schicken, in dem ein neuer Infektionsfall festgestellt werde, sagte Obama nach einer Kabinettssitzung: "Wir wollen ein schnelles Einsatzteam, eine Art Swat-Team, das so schnell wie möglich vor Ort ist und den Mitarbeitern des Krankenhauses Schritt für Schritt zeigt, was zu tun ist."

Die Erfahrungen der vergangenen Wochen hätten gezeigt, dass unspezialisierte Krankenhäuser mit der Behandlung von Ebola-Kranken schnell überfordert seien. Wenn die Sicherheitsvorschriften genau eingehalten würden, sei die Ansteckungsgefahr aber "sehr, sehr gering". Das Spezialteam soll innerhalb von 24 Stunden eintreffen, um für die Einhaltung der Richtlinien zu sorgen.

Hunderte Krankenschwestern und Pfleger hatten sich laut dem Krankenpflegerverband National Nurses United darüber beschwert, dass ihre Krankenhäuser nicht ausreichend auf Ebola vorbereitet seien.

vet/Reuters/dpa
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