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27. Juli 2014, 08:22 Uhr

Epidemie in Westafrika

US-Arzt an Ebola erkrankt

Ebola breitet sich in Westafrika aus, nun ist auch ein Mitarbeiter einer Hilfsorganisation in Liberia erkrankt. Nach dem Tod eines Ebola-Kranken in Nigeria hat das Land seine Sicherheitskräfte in Alarmbereitschaft versetzt.

Monrovia / Lagos - In Liberia ist ein für eine Hilfsorganisation tätiger Arzt aus den USA an Ebola erkrankt. Der 33-Jährige habe bei sich selbst die typischen Symptome festgestellt und sich daraufhin in die Isolierstation einer Klinik der Hauptstadt Monrovia begeben, teilte die Gruppe Samaritan's Purse am Samstag mit. Ein Ebola-Test sei positiv ausgefallen.

Wie sich der Arzt anstecken konnte, sei nicht klar. Er habe in einem der beiden Behandlungszentren gearbeitet, die die Organisation in dem westafrikanischen Land betreibt, und sich streng an die Sicherheitsvorschriften gehalten.

Als Reaktion auf den Tod eines Ebola-Kranken in Nigeria hat das Land seine Sicherheitskräfte in höchste Alarmbereitschaft versetzt. Alle Flughäfen, Seehäfen und Landesgrenzen würden nach diesem ersten Auftreten der tödlichen Seuche im Land verstärkt überwacht, zitierte die britische BBC Nigerias Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu. Dem Bericht zufolge war ein Liberianer am vergangenen Sonntag bei seiner Ankunft am Flughafen von Lagos zusammengebrochen und ins Krankenhaus gebracht worden. Er sei am Dienstag in Quarantäne gestorben.

Seine Mitreisenden auf dem Flug wurden laut Chukwu ausfindig gemacht und unter Beobachtung gestellt. Behörden zufolge soll der 40-Jährige ein Angestellter der liberianischen Regierung gewesen sein.

Die Krankheit breitet sich derzeit in der gesamten Region aus. Neben Liberia sind auch Guinea und Sierra Leone betroffen. Seit dem ersten registrierten Auftreten im Februar erlagen nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO mindestens 660 Menschen der Krankheit.

Die Wahrscheinlichkeit, an Ebola zu sterben, liegt je nach Erregerstamm bei bis zu 90 Prozent. Die Kranken leiden an Durchfall, Erbrechen, hohem Fieber sowie inneren und äußeren Blutungen. Ebola überträgt sich unter anderem durch Körperkontakt. Eine gezielte Therapie oder Impfung gibt es nicht.

Die Organisation Ärzte ohne Grenzen meldete vor wenigen Tagen, dass in Westafrika bisher insgesamt 1093 Krankheitsfälle registriert wurden. Deshalb stocke Ärzte ohne Grenzen die medizinische Hilfe in den am schwersten betroffenen Gebieten auf.

bim/nik/AP/Reuters/dpa

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