Epidemie WHO befürchtet mehr als 20.000 Ebola-Infizierte

Der Ebola-Ausbruch in Westafrika ist noch schlimmer als befürchtet. Die WHO geht davon aus, dass es sechs bis neun Monate dauern wird, die Epidemie zu besiegen - und dass sich noch sehr viele Menschen anstecken werden.
Medizinisches Personal in Monrovia, Liberia: Auch viele Helfer haben sich mit Ebola infiziert

Medizinisches Personal in Monrovia, Liberia: Auch viele Helfer haben sich mit Ebola infiziert

Foto: ZOOM DOSSO/ AFP

Genf - Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fürchtet, dass die Zahl der Ebola-Erkrankungen in Westafrika auf mehr als 20.000 steigen könnte. Bei der Vorstellung einer neuen Strategie gegen die Ausbreitung der Krankheit teilte die WHO am Donnerstag mit, bis eine Eindämmung gelungen sei, könne die Zahl der Infektionen auf mehr als 20.000 steigen

Nach WHO-Angaben infizierten sich seit Jahresbeginn 3062 Menschen in Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria mit dem Virus, 1552 von ihnen starben. Vermutlich sei die tatsächliche Zahl aber in vielen Gegenden zwei- bis viermal höher. Trotz der bisher ergriffenen Maßnahmen breite sich das Virus vielerorts noch aus, schreibt die WHO

Im Zuge der neuen Strategie werde davon ausgegangen, "dass die Zahl der Infektionen während dieser Epidemie auf mehr als 20.000 steigen könnte".

Übertragung in Haupt- und Hafenstädten stoppen

Ziel des Notfallplans ist es, dass die Infektionen in den besonders betroffenen Gebieten binnen drei Monaten nicht mehr steigen. Zudem müsse die Übertragung des Erregers in Haupt- und Hafenstädten gestoppt werden.

Ein vollständiges Ende der Epidemie ist der WHO zufolge auch bei vollständiger Umsetzung des Notfallplans erst in sechs bis neun Monaten zu erwarten Die WHO bezifferte die Kosten für das Maßnahmenpaket gegen die Krankheit auf 490 Millionen Dollar (rund 370 Millionen Euro) für die kommenden neun Monate. Es würden 750 internationale und 12.000 nationale Helfer benötigt.

Die WHO bittet Fluglinien, die betroffenen Länder wieder anzufliegen, damit die Krisenhilfe dort auch ankommen kann.

Nigeria meldete am Donnerstag das erste Ebola-Todesopfer außerhalb der Metropole Lagos. Ein Arzt war am 22. August in dem Öl-Handelsplatz Port Harcourt im Rivers State gestorben. "Nachdem seine Witwe den Tod gemeldet hatte, haben wir den Fall gründlich untersucht, und die Laboranalyse zeigt, dass der Arzt an der Ebola-Viruserkrankung starb", sagte Gesundheitsminister Onyebuchi Chukwu. Der Arzt hatte einen Ebola-Patienten behandelt.

irb/wbr/dpa/AFP/AP
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