Tödliches Virus Pentagon stellt Ebola-Einsatzkommando zusammen

Im Kampf gegen Ebola lässt US-Verteidigungsminister Chuck Hagel eine mobile Einsatztruppe bilden. Die Einheit soll aber nur im Inland eingesetzt werden. Eine gute Nachricht kommt aus Spanien.

Ebola-Verdacht in Dallas: Pentagon stellt Einsatztruppe zusammen
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Ebola-Verdacht in Dallas: Pentagon stellt Einsatztruppe zusammen


Washington - Eine mobile Einsatztruppe aus Spezialisten soll sich um mögliche neue Ebola-Fälle in den USA kümmern. Das hat Pentagonchef Chuck Hagel angeordnet, wie ein Sprecher mitteilte. Die Gruppe werde vom Chef des US-Nordkommandos, General Chuck Jacoby, zusammengestellt und bestehe aus 20 Pflegekräften, fünf Ärzten und fünf Ausbildern.

Das Team soll in der kommenden Woche in Fort Sam Houston im Bundesstaat Texas zunächst ein siebentägiges Training absolvieren und dann 30 Tage lang für etwaige Einsätze ausschließlich in den USA bereitstehen, hieß es weiter. Hagel folge mit dem Schritt einem Ersuchen des US-Gesundheitsministeriums.

In den USA war in den vergangenen Tagen massive Kritik am Umgang mit Ebola-Patienten laut geworden, nachdem sich zwei Krankenschwestern in einer Klinik im texanischen Dallas bei einem Erkrankten aus Liberia angesteckt hatten. Nun entschuldigte sich das Krankenhaus nach Angaben der "New York Times" für die Vorfälle: Es seien "Fehler im Umgang mit dieser sehr schwierigen Aufgabe" gemacht worden, sagte demnach der Chef der zuständigen Krankenhaus-Gesellschaft, Barclay E. Berdan. So seien bei der Diagnose Fehler gemacht únd das Pflegepersonal nicht deutlich genug auf die besondere Situation hingewiesen worden.

US-Präsident Barack Obama warnte seine Bürger vor Angst und Hysterie. Von einem Reiseverbot in die betreffenenden Ländern hält er nichts. Eine Isolation würde das Problem nur weiter verschärfen.

Fachleute aus rund 90 Ländern beraten seit Sonntag in Berlin beim World Health Summit über die Ebola-Epidemie. "Im gemeinsamen Kampf gegen das unsichtbare Virus kann kein Land alleine erfolgreich sein, hier muss ein internationales Bündnis zusammenstehen", sagte Außenminister Frank-Walter Steinmeier zur Eröffnung des Gipfels. Auch die EU müsse "schneller und schlagkräftiger" werden. Zum bis Mittwoch dauernden Weltgesundheitsgipfel werden laut Auswärtigem Amt mehr als tausend Teilnehmer erwartet.

Positive Nachrichten gibt es aus Madrid: Der Krankenschwester Teresa Romero, die sich an ihrem Arbeitsplatz in der spanischen Hauptstadt mit dem Ebola-Virus infizierte, geht es besser. Im Blut der 44-Jährigen könnten keine Erreger mehr nachgewiesen werden, teilte die spanische Regierung mit. Romero war die erste, die sich in Europa mit dem tödlichen Virus infiziert hatte.

An Ebola starben nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation bereits mehr als 4550 Menschen. Besonders betroffen sind die westafrikanischen Länder Liberia, Guinea und Sierra Leone. Insgesamt wurden laut WHO bislang mehr als 9200 Fälle in sieben Ländern festgestellt.

jbe/dpa/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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SabineHäberle 20.10.2014
1.
Schön, dass es der spanischen Krankenschwester besser geht!
glühfix 20.10.2014
2. Das ist der Grund
warum viele Menschen eine gut begründete Angst vor Ebola haben: Notwendige Massnahmen, ob in Westafrika oder in den USA oder in Europa, kommen immer ein paar Wochen zu spät. Ein wirklich hoch ansteckendes Virus verzeiht einem diese Trägheit womöglich nicht, bestimmte Fehler kann man dann nur einmal machen. Kann sein, das wir hier verschont bleiben, vielleicht sind aber durch irgendeine Dummheit schon 150 Leute infiziert?
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