WHO Liberia zählt weniger neue Ebola-Fälle

Gute Nachrichten aus Liberia: Die Zahl der Ebola-Infizierten geht zurück. In den USA eskaliert derweil der Streit um die Zwangsquarantäne. Eine Krankenschwester kündigte an, sie werde sich nicht mehr an die Auflage halten.

Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia: Erste Erfolge zu verbuchen
AP/dpa

Ebola-Behandlungszentrum in Monrovia: Erste Erfolge zu verbuchen


Genf - In Liberia ist die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen mit Ebola erstmals rückläufig. Die liberianische Regierung prüfe die Zahlen noch, um eine Fehlinterpretation auszuschließen, derzeit sehe es aber so aus, als ob der positive Trend sich bestätige, sagte der Vizegeneraldirektor der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Bruce Aylward. Offenbar sei es gelungen, Infizierte erfolgreich zu isolieren und Ebola-Tote sicher zu begraben.

Das liberianische Rote Kreuz hatte zuvor bekannt gegeben, dass die Zahl der in der Hauptstadtregion geborgenen Ebola-Toten inzwischen nicht mehr bei 300 pro Woche liege, wie noch Anfang September, sondern nur noch bei rund 100. Erstmals gebe es auch wieder freie Betten in Krankenhäusern.

WHO-Vertreter Aylward warnte aber vor zu großem Optimismus: "Das ist ein sehr, sehr gefährliche Krankheit. Wenn nur einige Beerdigungen schief gehen, kann das schon eine neue Übertragungskette starten." Der Bedarf an Hilfe in Liberia und den Nachbarländern Sierra Leone und Guinea sei nach wie vor groß, noch immer fehle es vor allem an medizinischem Personal. 19 von insgesamt 56 geplanten Behandlungszentren könnten derzeit nicht besetzt werden, weil die nötigen Helfer fehlten.

Bundesregierung gibt "Garantie für Rücktransport"

Die Bundeswehr könnte im November die ersten freiwilligen Helfer nach Westafrika entsenden. Die Lehrgänge zu ihrer Ausbildung seien Ende Oktober angelaufen und die Rettungskette stehe, falls einer der Freiwilligen erkranke und aus Afrika evakuiert werden müsse, sagte Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen. "Für uns ist wichtig, dass wir denen, die helfen, die Sicherheit geben: Wer sich ansteckt, bekommt eine vernünftige medizinische Behandlung", bestätigte Bundeskanzlerin Angela Merkel. "Falls sie sich infizieren sollten, was wir alle nicht hoffen, haben sie auch Rechtssicherheit und eine Garantie für einen Rücktransport."

Die Bundesregierung hat gerade sechs Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) nach Westafrika entsendet. Vier THW-Helfer brachen nach Sierra Leone auf, zwei nach Ghana. Sie sollen vor allem bei Logistik und Technik helfen. In Guinea ist bereits ein THW-Experte für die deutsche Botschaft im Einsatz.

Die US-Regierung will bis zu 4000 Soldaten in die Krisenregion verlegen. Nach Angaben des Pentagon sind derzeit rund 980 US-Soldaten im westafrikanischen Liberia stationiert und rund 120 weitere im Senegal. Die Einheiten sollen unter anderem Krankenhäuser aufbauen und die Versorgung mit Hilfsgütern sicherstellen. Direkten Kontakt mit Ebola-Patienten sollen die Soldaten nicht haben - trotzdem unterzeichnete US-Verteidigungsminister Chuck Hagel eine Anordnung, die eine Zwangs-Quarantäne von 21 Tagen für US-Soldaten vorsieht, die aus den von Ebola betroffenen Ländern zurückreisen.

"Von Fakten leiten lassen, nicht von Hysterie"

US-Präsident Barack Obama hatte am Vortag Gesundheitsbehörden davor gewarnt, durch Quarantäneauflagen Ärzte vor einem Afrika-Einsatz abzuschrecken. Betroffene Ärzte und Krankenschwestern sollten zwar unter Beobachtung gestellt, aber nicht isoliert werden, solange sie keine Ebola-Symptome zeigten. Den strikteren Kurs beim Militär trägt Obama aber mit. Bei den Streitkräften gebe es eine "andere Situation" als bei zivilen Helfern, so der US-Präsident.

Die bis 10. November unter Zwangsquarantäne gestellte US-Krankenschwester Kaci Hickox hat unterdessen angekündigt, am Donnerstag ihr Haus verlassen zu wollen. "Diese Vorschrift ist weder wissenschaftlich noch verfassungsrechtlich zulässig, und ich werde nicht hier herumsitzen und mich von Politikern schikanieren lassen", sagte sie in einer Fernsehschalte des Senders NBC. Wenn die Vorgabe nicht bis Donnerstag aufgehoben sein sollte, werde sie vor Gericht klagen.

Hickox hatte für "Ärzte ohne Grenzen" in Sierra Leone Ebola-Patienten betreut. Bei ihrer Rückkehr in die USA war sie am Flughafen Newark in New Jersey stundenlang "wie eine Kriminelle" behandelt worden, wie sie sagt. Zunächst sollte sie drei Wochen Quarantäne in einem ungeheizten Zelt mit Pritsche, Klappstuhl und Plastikplumpsklo verbringen, dann hieß es, sie dürfe die Zeit zu Hause absitzen. Ihr Anwalt sagte, es gebe keine rechtliche Grundlage, sie einzusperren: "Es gibt kein medizinisches Risiko, und wir sollten uns von Fakten leiten lassen, nicht von Hysterie." Mit Ebola Infizierte sind erst ansteckend, wenn sie Symptome haben.

Seit Ausbruch der Ebolaepidemie haben sich laut WHO insgesamt mehr als 13.700 Menschen mit dem Virus infiziert. Die Zahl der Toten lag am Mittwoch offiziell bei 4922, Experten gehen aber von einer hohen Dunkelziffer aus. Die WHO hatte die Zahl der Toten in Liberia zuvor um 300 nach unten korrigiert - und die der Toten in Sierra Leone um 200 nach oben.

Spenden für die Ebola-Krisengebiete
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Deutsches Rotes Kreuz

Stichwort: Ebola

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Diakonie Katastrophenhilfe

Stichwort: Ebola

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Don Bosco Mondo e.V.

Stichwort: Ebola

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German Doctors e.V.

Stichwort: Ebola-Hilfe

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I.S.A.R. Germany

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Misereor

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Oxfam Deutschland e.V.

Stichwort: EBOLA

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Plan International Deutschland e.V.

Stichwort: Ebola

Bank für Sozialwirtschaft

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Save the Children

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SOS Kinderdorf

Stichwort: Ebola

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Internet: www.sos-kinderdorf.de

Unicef

Stichwort: Ebola

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BIC: BFSWDE33XXX

Internet: www.unicef.de

Welthungerhilfe e.V.

Stichwort: Ebola-Epidemie

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Internet: www.welthungerhilfe.de

World Vision Deutschland

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vet/Reuters

insgesamt 12 Beiträge
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studibaas 30.10.2014
1. Sorry, aber die Amis...
machen es hier mal richtig! Wer freiwillig hilft hat meinen vollen Segen, aber nur, wenn er seine Landsleute nicht gefährdet. Und dazu gehört Quarantäne!
MobelpreisMedizinPhysik 30.10.2014
2. Ansteckung vor Symptomausbruch
Was für ein Nonsens die Laien und Experten immer wiederholen! Noch nie gab es ausreichend Studien in westlich-etablierten Krankenhäusern dazu, weder Patienten, noch Wissenschaftler, noch Ärzte! Jeder weiß, dass ein Infizierter auch ohne Symptome das Virus millionenfach in sich trägt, also auch nach einem Verkehrsunfall oder einem nicht-Ebola-bedingten, vorzeitigen UnfallTod das Virus an Pathologen, Pfleger, Mäuse oder Kakerlaken weitergeben kann. Und auch erste Symptome wie Durchfall deuten auf eine Freisetzung von Viren, die von Haus- und Wildtieren aufgenommen werden; bisher hat jedes experimentelle Tier die Viren gut übertragen. Also: potentielle Gefahren lieber nicht so unterschätzen wie bei regelmäßig explodierenden Atomkraftwerken.
dschungelmann 30.10.2014
3. Nach meinen Infos....
sterben mehr Menschen unregistriert zu Hause und werden dann ebenfalls unregistriert verscharrt von ihren Angehoerigen. Was in den Weiten des landes vor sich geht , ausserhalb Monrovias ist voellig unklar. Hier wird zu Unrecht abgewiegelt. Gesten waren es noch 10 000 Infizierte und nun 13 000. Wie kann man da nur von Entspannung reden?
anderermeinung 30.10.2014
4. ich muss immer wieder an zwei Dinge denken:
Daran, dass es früher absolut üblich war, Quarantänen zu verhängen und an den Heckmeck, den die letzte CDU-FDP Koalition (im Bund) wegen der Grippe-Gefahr und des Grippe-Impfstoffes veranstaltete.
vanselow 30.10.2014
5. uneindeutige Zahlen
Die Zahl der Infizierten ist von 10.000 in kurzer Zeit auf fast 14.000 gestiegen. Die Zahl der Toten liegt seit vielen Tagen bei knapp 5000 . Wie kann das sein?
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