Andauernde Epidemie Zahl der Ebola-Opfer steigt auf 8259

Noch immer infizieren sich in Westafrika jede Woche Hunderte Menschen mit dem Ebolavirus. Um ihre Versorgung zu sichern, will die WHO in Zukunft vor allem schnell zu errichtende, kleine Behandlungszentren aufbauen.

Gräber in Sierra Leone: Die Zahl der Ebola-Opfer steigt noch immer
REUTERS

Gräber in Sierra Leone: Die Zahl der Ebola-Opfer steigt noch immer


Genf - In der westlichen Welt ist es ruhig geworden bezüglich des Ebola-Ausbruchs in Westafrika, doch die Epidemie ist noch lange nicht vorbei. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist die Zahl der Todesopfer in der vergangenen Woche wieder leicht gestiegen - auf bislang 8259. Demnach haben sich in den am stärksten betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone bis zum 6. Januar 20.972 Menschen mit dem Virus infiziert.

Die WHO geht nach wie vor von einer hoher Dunkelziffer aus, wahrscheinlich spiegeln die Zahlen nur einen Teil der tatsächlich Betroffenen wider.

Positive Nachrichten überbrachte die Weltgesundheitsorganisation aus Liberia. Mit nunmehr knapp 3500 Opfern ist es das am stärksten betroffene Land der aktuellen Epidemie. In den vergangenen Wochen haben sich dort jedoch immer weniger Menschen neu mit dem Virus infiziert. In der vergangenen Woche wurden weniger Ansteckungen aus Liberia gemeldet als aus Sierra Leone und Guinea.

In Sierra Leone verbreitet sich das Ebolavirus vor allem im Westen, mit 248 neuen Infektionen wurden dort laut WHO in der vergangenen Woche die meisten Neuinfektionen gezählt. Fast jede zweite bestätigte Infektion (93 Fälle) meldeten Helfer aus der Hauptstadt Freetown. Dennoch sieht die WHO Anzeichen dafür, dass die Epidemie auch in Sierra Leone zurückgehen könnte.

Anders ist es in Guinea. In dem Land gibt es laut WHO aktuell keine Hinweise auf einen Rückgang der Fallzahlen. Nach wie vor ist vor allem die Hauptstadt Conakry von der Epidemie betroffen. Daneben verbreitet sich das Virus aber auch weiterhin geografisch, die WHO meldete zwei bestätigte Fälle aus der zuvor noch nicht betroffenen westlichen Präfektur Fria.

Theoretisch gebe es in den drei Ländern aktuell genug Betten auf Isolierstationen, um alle Menschen mit einer bestätigten oder wahrscheinlichen Infektion zu behandeln, schreibt die WHO in ihrem Situationsbericht. Durch die hohe Dunkelziffer und die ungleiche geografische Verteilung von Fällen und Betten sei dieses Ziel in der Realität jedoch noch nicht erreicht.

Um darauf hinzuarbeiten, sollen in Zukunft vermehrt kleine Behandlungseinrichtungen aufgebaut werden, die sich vergleichsweise schnell errichten lassen, skizziert die WHO ihre Pläne.

irb/AFP/dpa/Reuters

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