Einstellung zum Altwerden Wie gehen Sie mit eigenen Zipperlein um?

Altern ist ein lebenslanger Prozess. Hier reflektieren Sie über erste eigene Einschränkungen - und bekommen so ein besseres Gefühl für die Situation von Senioren.


SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Pflege-Coaching entwickelt, das dabei hilft, alte Eltern kompetent zu begleiten. Dies ist der zweite Teil. Die anderen Teile finden Sie hier.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der jeder jung bleiben will. Zum Teil ist das verständlich, denn Jugend verbinden wir mit Möglichkeiten, Gesundheit, Schönheit, Zukunft, Sexualität, Kraft und Optimismus. Damit wir uns mit dem Älterwerden der eigenen Eltern aber offen und einfühlsam auseinandersetzen können, sollten wir uns zunächst ein wenig mit dem eigenen Altwerden beschäftigen.

Denn auch wenn Sie im Augenblick erst 30, 40 oder 50 Jahre alt sind, so wissen Sie doch, dass der Prozess der Alterung im Grunde schon früh beginnt. Um gemeinsam mit den eigenen Eltern gute Lösungen für das zweite und dritte Alter zu finden, ist es wichtig, auch persönlich zu reflektieren, was Altwerden eigentlich ausmacht. Dazu bekommen Sie nun folgende Aufgabe gestellt:

Wo zwickt es?

Überlegen Sie sich einmal, wo Sie in Ihrem Körper gerade Schmerzen spüren, sich schwer und unbeweglich fühlen und wo Sie auch dauerhafte Zipperlein oder Einschränkungen erleben. Sind es die Gelenke oder die Verdauung? Die mangelnde Sehkraft oder Kopfschmerzen? Chronische Erkrankungen oder einfach das Gefühl, schneller erschöpft zu sein als in den Zwanzigern?

Schauen Sie nun auch einmal darauf, wie Sie mit Ihren kleinen Einschränkungen umgehen: Haben Sie den Ehrgeiz, dass diese wieder ganz weggehen müssen? Können Sie akzeptieren, dass es Einschränkungen gibt? Finden Sie es mal bedauerlich und manchmal okay? Oder schämen Sie sich für alles, was nicht so läuft wie früher?

Indem Sie sich ein Bild davon machen, wie Sie selbst mit körperlichen Einschränkungen umgehen, lernen Sie auch Ihre Einstellung zum Altwerden generell kennen. Sie bekommen dadurch auch Hinweise darauf, wie Sie die Einschränkungen und Gebrechen anderer sehen und damit umgehen.

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Wenn Ihnen nun klarer ist, wie Sie in Bezug auf kleine Gebrechen und auch aufs Altwerden "ticken", ziehen Sie noch einmal Bilanz. Überlegen Sie sich, ob Ihnen Ihre Einstellung so gefällt, oder ob es vielleicht hilfreich sein könnte, kleine Zipperlein ein bisschen mehr anzunehmen und zu akzeptieren. Sie sollen sich dabei zu nichts zwingen. Achten Sie nur darauf, ob Sie einen Schritt auf die eigenen "Gebrechen" zugehen können.

Was Sie davon haben? Studien zur Psychologie des Älterwerdens können belegen, dass es einen Zusammenhang zwischen der Einstellung zum eigenen Altern und dem Wohlbefinden im Alter gibt. Je mehr man in der Lage ist, dem Älterwerden auch positive Seiten abzugewinnen oder gelassen darauf zuzugehen, desto weniger fühlt man sich im Alter auch tatsächlich von Schmerzen oder Ängsten eingeschränkt.

Dies ist der Gewinn für Sie selbst. Im Umgang mit Ihren älter werdenden Eltern ist es natürlich ebenfalls ein Vorteil, wenn Sie besser verstehen können, wie sich Menschen fühlen, die unter körperlichen Einschränkungen leiden. Die Selbstreflexion ist also ein wichtiger Baustein, um einen guten, stimmigen Umgang mit den älter werdenden Eltern zu finden.

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Wir wünschen Ihnen weiterhin Mut und Freude auf dem Weg zu neuen Plänen und Lösungen mit Ihren Eltern.

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