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02. Januar 2014, 17:07 Uhr

Elektronische Gesundheitskarte

Alte Karte hat offiziell ab sofort ausgedient

Wer im neuen Jahr zum Arzt geht, muss ab sofort die elektronische Version der Krankenversichertenkarte vorlegen. Die alten Karten haben zum 1. Januar 2014 offiziell ihre Gültigkeit verloren. Nachzügler müssen aber nicht fürchten, von Praxen abgewiesen zu werden.

Hamburg - Die erste Änderung für gesetzlich Krankenversicherte im neuen Jahr ist die elektronische Gesundheitskarte, kurz eGK: Lange Zeit wurde über sie gestritten, doch nun haben zum Stichtag 1. Januar alte Versichertenkarten ihre Gültigkeit verloren. Zumindest offiziell müssen Patienten beim Arztbesuch ab sofort ihre neue Karte dabeihaben, um behandelt zu werden.

Nachzügler müssen aber nicht fürchten, von Praxen abgewiesen zu werden: "Wir wollen jedoch nicht, dass Personen, die aus welchem Grund auch immer nach dem Jahreswechsel lediglich über eine alte Krankenversichertenkarte verfügen, bei der Behandlung in der Arztpraxis ein Problem bekommen", schreibt der GKV-Spitzenverband der gesetzlichen Kassen in einer Pressemitteilung. Man habe sich mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung deshalb darauf geeinigt, es Ärzten weiterhin zu ermöglichen, dass sie noch die alte Karte akzeptieren und "auch entsprechend ihre Leistungen mit den Krankenkassen abrechnen können".

Zu großen Problemen dürfte es bei der Umstellung nicht kommen: Dem GKV-Spitzenverband zufolge sind 67 Millionen gesetzlich Versicherte bereits im Besitz einer elektronischen Gesundheitskarte. Das entspreche einem Anteil von gut 95 Prozent aller Versicherten. Der Verband geht davon aus, dass spätestens Ende September "die Voraussetzungen gegeben sind, dass eine Abrechnung über die alte Krankenversichertenkarte gar nicht mehr zum Tragen kommt".

Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weist darauf hin, dass Patienten, die auch nach dem 1. Oktober noch keine eGK besitzen, weiterhin mit der alten Karte zum Arzt gehen können. Auch Versicherte ohne eGK sind demnach leistungsberechtigt. Die bisherigen Krankenversicherungskarten behalten ihre Gültigkeit entsprechend des aufgedruckten Ablaufdatums und können von den Geräten in der Praxis weiterhin eingelesen werden.

Der GKV-Spitzenverband empfiehlt Nachzüglern dennoch, "sich möglichst schnell die elektronische Gesundheitskarte über seine Krankenkasse zu besorgen". Die Abrechnung beim Arzt sei ohne eGK erschwert. In diesem Fall gilt dasselbe wie bei der bisher gültigen Regelung: Kann der gesetzlich Versicherte keine Krankenversicherungskarte vorlegen und das auch nicht binnen zehn Tagen nach dem Arztbesuch nachholen, ist der Arzt berechtigt, dem Versicherten für die erbrachte Leistung eine Privatrechnung auszustellen.

Detaillierte Informationen und Vereinbarungen zur elektronischen Gesundheitskarte (eGK) lesen Sie hier im Bundesmantelvertrag (PDF) und auf dem Informationsportal gesundheitskarte.net.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hatte gestanden, dass ab 1. Oktober 2014 eine Abrechnung beim Arzt ohne eGK nicht mehr möglich ist. Das ist falsch, wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

cib

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