Mama, lass dir helfen! Praktische Veränderungen managen

Haushalt, Garten, Einkauf: Im Alter brauchen viele Eltern Unterstützung. Hier erfahren Sie, wie Sie die Probleme ansprechen - und gemeinsam Lösungen finden.


SPIEGEL WISSEN hat ein achtwöchiges Pflege-Coaching entwickelt, das dabei hilft, alte Eltern kompetent zu begleiten. Dies ist der fünfte Teil. Die anderen Teile finden Sie hier.

Vielleicht sind Sie durch die ersten Übungen bereits dafür sensibilisiert, dass Ihre Eltern in manchen Situationen mehr Hilfe brauchen, als Sie vermutet hatten. Oder Sie interessieren sich für dieses Coaching, weil Ihre Eltern bereits pflege- und hilfsbedürftig sind und Sie nach Wegen suchen, mit dieser Situation umzugehen.

In dieser Woche geht es deshalb darum, wie Sie ganz praktisch Hilfe zur Verfügung stellen und Ihren Eltern zur Seite stehen können. Wir zeigen Ihnen zwei Praxistipps, mit denen Sie die Hilfe für Ihre Eltern besser organisieren können.

Konkrete Absprachen treffen. Ihre Eltern könnten eine Haushaltshilfe brauchen? Ein Elternteil benötigt Pflege? Oder es wird einfach schwieriger, die Gartenarbeit zu erledigen und die Fenster zu putzen? Vor allem im "zweiten Alter" ab 75 Jahren, wenn erste Hilfsbedürftigkeit häufig auftritt, haben viele Senioren Einschränkungen, die sie verunsichern.

Setzen Sie gezielt an den Problemen an, indem Sie mit den Eltern nur über diese konkreten Punkte sprechen. Vermeiden Sie allerdings die große Familienrunde. Leichter spricht es sich beiläufig während eines Spaziergangs oder beim Abwaschen nach dem Abendessen. Der lockere Rahmen macht das Reden über angstbesetzte Themen oft leichter - um pragmatische und konkrete Lösungen gemeinsam zu finden.

Wichtig: Bleiben Sie bei den konkreten Fragestellungen, machen Sie nicht den Fehler, nun alles zu verallgemeinern, schwarz zu malen, nach dem Motto: "Du kannst die Treppen nicht mehr gut steigen, du solltest in ein Heim gehen." Bei zunehmender Unbeweglichkeit kann es auch - erst einmal - eine gute Lösung sein, einen Treppenlift zu besorgen und Stolperfallen in der Wohnung zu erkennen und zu entfernen.

Unsere Expertin
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Katja Werheid:
Nicht mehr wie immer

Wie wir unsere Eltern im Alter begleiten können

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Machen Sie Helferkreise ausfindig. Sie müssen nicht alles allein machen. Vielleicht kann Ihnen die Freundin der Mutter helfen, die in der Nähe lebt? Die Nachbarn, die mit den Eltern Kontakt haben? Alte Schulfreunde vor Ort, die noch gelegentlich vorbeischauen? Wenn Sie als erwachsene Kinder Hunderte Kilometer entfernt von den Eltern wohnen, ist es besonders wichtig, sich mit der Frage zu beschäftigen, wer im Umfeld der Eltern ein potenzieller Helfer sein und so zusätzlich Sicherheit bieten könnte.

Am besten knüpft man solche Netzwerke bereits, wenn man noch halbwegs fit ist - und auch etwas zurückgeben kann. Vermutlich haben Ihre Eltern auch bereits viele ausbaufähige Kontakte und Sie wissen nur nichts davon oder haben sie bisher nicht beachtet.

Dann geht es vor allem darum, die Eltern dazu anzuregen, Bekannte und Nachbarn auch wirklich einzubinden und um Hilfe zu bitten. Denn es kann sein, dass Ihre Eltern von allein nicht auf diese Idee kommen. Menschen aus der Generation der Kriegs- und Nachkriegskinder sind mit der Bitte um Hilfe häufig zaghaft - sie versuchen oft erst mal "allein klarzukommen".


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Besonders wenn erste Einschränkungen auftreten, sind Helfer wertvoll. Beispielsweise, wenn es ums Einkaufen geht oder darum, mal kurz nach dem Rechten zu schauen. Wenn Ihre Eltern kaum Kontakte haben oder diese nicht ausreichen, sollten Sie über bezahlte Helfer nachdenken, beispielsweise eine Haushaltshilfe oder einen Gärtnerservice. Gerade wenn diese ins Haus kommen, wenn es allen noch halbwegs gut geht, entwickeln sich oft enge Kontakte.

Wenn Sie das Thema der Organisation von Pflege und Hilfe gerade ganz akut betrifft und Sie sich noch weiter darüber informieren wollen, empfehlen wir Ihnen hier zwei Bücher, die sich mit dem Thema noch eingehender beschäftigen. Neben dem Buch von unserer Expertin Katja Werheid (siehe Kasten) lohnt sich das Buch von Coach Birgit Lambers "Wenn die Eltern plötzlich alt sind" . Wir wünschen Ihnen Mut und Freude auf dem Weg zu neuen Plänen und Lösungen mit Ihren Eltern.

Ihr SPIEGEL-WISSEN-Team

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