Epidemie in Westafrika Senegal meldet ersten Ebola-Fall

Die Ebola-Epidemie hat den Senegal erreicht - ein Student aus Guinea wird in der Hauptstadt Dakar behandelt. In den vergangenen Tagen hat sich das Virus so schnell ausgebreitet wie nie zuvor.
Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Monrovia, Liberia: Mehr Neuinfektionen als in allen Wochen zuvor

Mitarbeiter von Ärzte ohne Grenzen in Monrovia, Liberia: Mehr Neuinfektionen als in allen Wochen zuvor

Foto: STRINGER/ REUTERS

Dakar - Die Ebola-Epidemie breitet sich in Westafrika immer schneller und weiter aus. Am Freitag erreichte das Virus den Senegal und damit nach Guinea, Sierra Leone, Liberia und Nigeria das fünfte Land in Westafrika. Gesundheitsministerin Awa Marie Coll Seck bestätigte bei einer Pressekonferenz den ersten Fall in dem Land.

Der erste Ebola-Patient im Senegal sei in einem Krankenhaus der Hauptstadt Dakar isoliert worden, sagte die Ministerin. Demnach handelt es sich um einen 21-jährigen Studenten aus dem Nachbarland Guinea. Nach Angaben der Ministerin gab es Informationen aus Guinea, dass dort ein Mann, der unter Beobachtung stand, verschwunden sei und sich möglicherweise im Senegal aufhalte.

Auch in der Demokratischen Republik Kongo sind mehrere Menschen an Ebola erkrankt und gestorben, der Ausbruch hängt jedoch nach Behördenangaben nicht mit dem in Westafrika zusammen.

Die Zahl der Neuinfektionen steigt

Die WHO erklärte, dass in den am stärksten von der Ebola-Epidemie betroffenen Ländern Guinea, Liberia und Sierra Leone in der vergangenen Woche mehr Menschen erkrankt sind als jeweils in den Wochen zuvor. Rund 550 neue Infektionsfälle hat es demnach in der 35. Kalenderwoche gegeben, in der 34. waren es knapp 400 - auch diese Zahl war schon höher als in sämtlichen Vorwochen. Am dramatischsten ist die Entwicklung in Liberia.

Nach Angaben der WHO haben sich seit Beginn des Ausbruchs 3069 Menschen in Westafrika mit Ebola infiziert, 1552 von ihnen starben. Die Sterblichkeit liegt demnach bei etwa 50 Prozent. Sie variiert jedoch von Land zu Land und ist in Guinea mit 66 Prozent deutlich höher als in Sierra Leone (44 Prozent).

Bei der Vorstellung eines neuen Aktionsplans zur Eindämmung der Seuche hatte die WHO berichtet, dass die tatsächlichen Krankheitszahlen in vielen Regionen wahrscheinlich zwei- bis viermal höher sind. Die Organisation befürchtet, dass es sechs bis neun Monate dauern wird, bis die Epidemie besiegt ist. Bis dahin könnte es mehr als 20.000 Ebola-Fälle geben, schätzt die WHO.

wbr/dpa
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