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25. September 2014, 08:53 Uhr

Husten und Schnupfen

Welche Hausmittel helfen gegen Erkältung?

Hühnersuppe, Kräutertee, Gurgeln: Bei einer Erkältung setzen viele auf Hausmittel. Auch Ärzte raten bei Halsweh, Schnupfen und Husten, die Beschwerden auf diesem Wege zu lindern.

Erst kratzt es im Hals, dann ist die Nase verstopft, der Kopf brummt, und der ganze Körper fühlt sich an wie Blei. Die erste Erkältung der Saison ist da. Erkältung ist der Oberbegriff für die Symptome einer Infektion der oberen Atemwege. "Erkältungsinfekte dauern meist etwa sechs Tage", sagt Peter Walger vom Berufsverband Deutscher Internisten. In der Regel sind sie zwar unangenehm, aber harmlos.

Dennoch sollte man die Beschwerden nicht mit Medikamenten wegbügeln, sagt Hans-Michael Mühlenfeld vom Deutschen Hausärzteverband. Es gilt eben: Mit Arzt dauert eine Erkältung sieben Tage, ohne Arzt eine Woche.

Viele Menschen schwören auf Hausmittel: Zwiebelsäckchen ans Ohr gelegt, Dampfbäder, Gurgeln oder Hühnersuppe. Heilen können sie die Virusinfektion nicht. "Ich rate meinen Patienten dennoch zu solchen Mitteln, denn so unterstützt man den Körper und lindert Symptome", sagt Mühlenfeld. Manche Beschwerden ließen sich so besser ertragen.

Wundermittel Hühnerbrühe?

Laut einiger Studien soll Hühnerbrühe tatsächlich wirken: Der in der Suppe enthaltene Eiweißbaustein Cystein wirke entzündungshemmend und abschwellend auf die Schleimhäute, erklärt Stiftung Warentest.

Andreas Waltering vom Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ist bei solchen Studien skeptisch. Die Methoden der Untersuchungen seien zweifelhaft. "Ein erkälteter Mensch soll einige Tage Hühnersuppe zu sich nehmen und wird nach drei Tagen gefragt, wie es ihm geht", erklärt Waltering. "Er fühlt sich besser, und das Ergebnis der Studie lautet: Das liegt an der Hühnersuppe. Bei einer Erkältung geht es aber meist nach ein paar Tagen besser."

Gute vergleichbare Untersuchungen gebe es nicht. Dennoch rät Waltering nicht von Hühnersuppe ab: "Sie enthält Mineralien, und man ersetzt mit ihr die Flüssigkeit, die man durch Schwitzen, etwa durch erhöhte Temperatur, verliert." Aber das gelte auch für Rinderbouillon oder Gemüsebrühe.

Flüssigkeit ersetzen, das Schwitzen ankurbeln

Eines ist vielen Hausmitteln gemein: Sie ersetzen die ausgeschwitzte Flüssigkeit und befeuchten zusätzlich die Schleimhäute, sodass sie sich gegen Eindringlinge schützen können. Und mit ihrer Wärme kurbeln sie die Durchblutung an. Das gilt auch für Tees - vor allem Lindenblütentee. Die Wärme erleichtert dem Körper, die Temperatur zu erhöhen, was den Kampf gegen die Viren unterstützt. Manche schwören auch auf Zwiebeltee beim Kampf gegen Erkältungen.

Ob Erkältungsbad, Tee oder Inhalation - viele Menschen fügen ätherische Öle oder Kräuterauszüge hinzu, um Husten zu lindern oder die verstopfte Nase freizubekommen. "Salbei unterstützt die Schleimhautoberfläche, ihr natürliches Milieu wiederherzustellen und so die Viren loszuwerden", erklärt Mühlenfeld.

Der Hausarzt rät jedoch dazu, nicht irgendeinen Zusatz in das heiße Wasser zu kippen. Was passend ist, richtet sich nach den Symptomen. Thymian als Teeaufguss soll den Hustenreiz bessern. Kamille wirke austrocknend, was bei trockenem Husten kontraproduktiv wäre, erläutert Mühlenfeld. "In dem Fall sollte man Salbei oder Kochsalz hinzugeben", rät er. Bei schleimigem Husten seien Efeu-Extrakte eine gute Wahl.

Sobald das Gebräu nach dem Inhalieren abgekühlt ist, kann es auch zum Gurgeln verwendet werden. So wird der Rachen mit Feuchtigkeit benetzt, und die ätherischen Öle gelangen auch hier direkt an die Schleimhautoberfläche. Mentholzusätze wie Pfefferminzöl sollte der Erkältete auf ein Taschentuch geben, das er sich vor die Nase hält. "Ätherische Öle wie Kampfer und Menthol dürfen nicht im Gesicht von Säuglingen und Kleinkindern angewendet werden", warnt Waltering. "Das kann zu allergischen Reaktionen wie Krämpfen und Atemstillstand führen."

Wann der Gang zum Arzt doch angeraten ist

Die stärkere Durchblutung der Schleimhäute durch Wärme sowie die Feuchtigkeit sorgen auch dafür, dass aus Bronchien oder Nase vermehrt Sekret fließt. "Das Sekret schützt", erklärt Walger. "Zudem wird der Organismus mit dem vermehrten Sekret kranke, befallene Zellen los."

Bei starken Hals- oder Kopfschmerzen helfen laut Mühlenfeld Tabletten mit den Wirkstoffen Ibuprofen oder Paracetamol. Für den klassischen grippalen Infekt aber sind Inhalation, Brühe und Tees eine gute Wahl. Oder, wie es Andreas Waltering sagt: "Sie schaden auf jeden Fall nicht und sind gut für das persönliche Wohlbefinden."

Ihre Grenze erreichen Hausmittel jedoch, wenn nach einigen Tagen hohes Fieber auftritt oder sich der Betroffene deutlich schlechter fühlt - statt, wie üblich, ab dem vierten Tag besser. Dann ist ein Gang zum Arzt angesagt, sagt Walger.

Mehr zum Thema Erkältungen finden Sie auch auf gesundheitsinformation.de

Alexandra Bülow, dpa

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