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07. Oktober 2014, 14:43 Uhr

Erkältungszeit

So kommen Büroarbeiter gesund durch den Herbst

Im Herbst prägt ein Konzert aus Niesen, Schnäuzen und Husten die Hintergrundgeräusche in Großraumbüros. Ein paar einfache Kniffe können dabei helfen, sich trotzdem keine Erkältung einzufangen.

Der Kollege am Nachbartisch niest, der andere schnäuzt sich die Nase und legt das Taschentuch neben sich ab: Im Büro verbreiten sich Viren und Bakterien schnell - vor allem im Herbst, wenn ansteckende Krankheiten wie Schnupfen und Grippe drohen. Ein paar Tipps können dabei helfen, gesund zu bleiben.

"Wer sich nicht anstecken möchte, sollte regelmäßig lüften", rät Hans-Michael Mühlenfeld, Hausarzt aus Bremen. Der Luftaustausch reduziert den Anteil an Viren im Büro. Abgesehen davon hilft es, Türklinken und den Arbeitsplatz mehrfach am Tag zu desinfizieren. Das ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Personen an einem Platz arbeiten. Dann können Tastatur und Maus zur Gefahrenquelle werden.

Auch auf dem Weg zur Arbeit besteht Ansteckungsgefahr, da sich in öffentlichen Verkehrsmitteln viele Krankheitserreger sammeln. Wer morgens mit Bus, U-Bahn oder Tram ins Büro kommt, sollte möglichst keine Haltestangen und Griffe anfassen und sich anschließend gründlich die Hände waschen. Dabei reicht es, normale Seife zu nutzen, spezielle Desinfektionsmittel sind nicht notwendig.

In den Ellenbogen niesen

Wer die Möglichkeit hat, sollte gar nicht erst in öffentliche Verkehrsmittel steigen, sondern zur Arbeit radeln oder laufen. Das schützt nicht nur vor Krankheitserregern, sondern stärkt auch die eigene Abwehr. Bewegung zählt neben ausreichend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung zu den besten Mitteln, seinen Körper und sein Immunsystem zu stählen.

Ist die Infektion einmal da, kann nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden, um andere nicht anzustecken. Am besten ist es, in den Ellenbogen und nicht in die Hand niesen. Sonst besteht die Gefahr, die Krankheit viel leichter weiterzugeben. Mühlenfeld appelliert allerdings an die Vernunft der Mitarbeiter: "Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben."

Daran hapert es häufig. Eine Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit 20.000 Teilnehmern kam zum Schluss, dass die Befragten an durchschnittlich 11,5 Tagen innerhalb eines Jahres trotz Beschwerden beim Job erschienen. Das gefährdet auch den eigenen Körper. Um eine Erkältung auszukurieren, braucht es keine Medikamente, sondern nur eins: Ruhe.

Wer diese seinem Körper nicht gönnt, schwächt ihn zusätzlich. Dann steigt die Gefahr, dass zum Schnupfen eine bakterielle Infektion kommt - eine Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung droht. Besser ist, ein paar Tage das Bett zu hüten und dafür wieder ganz fit zu werden.

irb/dpa

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