Erkältungszeit So kommen Büroarbeiter gesund durch den Herbst

Im Herbst prägt ein Konzert aus Niesen, Schnäuzen und Husten die Hintergrundgeräusche in Großraumbüros. Ein paar einfache Kniffe können dabei helfen, sich trotzdem keine Erkältung einzufangen.

Arbeitsplatz: Tastatur und Maus sollten regelmäßig desinfiziert werden
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Arbeitsplatz: Tastatur und Maus sollten regelmäßig desinfiziert werden


Erkältung oder echte Grippe? (bitte klicken)
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Erkältung oder echte Grippe? (bitte klicken)

Der Kollege am Nachbartisch niest, der andere schnäuzt sich die Nase und legt das Taschentuch neben sich ab: Im Büro verbreiten sich Viren und Bakterien schnell - vor allem im Herbst, wenn ansteckende Krankheiten wie Schnupfen und Grippe drohen. Ein paar Tipps können dabei helfen, gesund zu bleiben.

"Wer sich nicht anstecken möchte, sollte regelmäßig lüften", rät Hans-Michael Mühlenfeld, Hausarzt aus Bremen. Der Luftaustausch reduziert den Anteil an Viren im Büro. Abgesehen davon hilft es, Türklinken und den Arbeitsplatz mehrfach am Tag zu desinfizieren. Das ist besonders sinnvoll, wenn mehrere Personen an einem Platz arbeiten. Dann können Tastatur und Maus zur Gefahrenquelle werden.

Auch auf dem Weg zur Arbeit besteht Ansteckungsgefahr, da sich in öffentlichen Verkehrsmitteln viele Krankheitserreger sammeln. Wer morgens mit Bus, U-Bahn oder Tram ins Büro kommt, sollte möglichst keine Haltestangen und Griffe anfassen und sich anschließend gründlich die Hände waschen. Dabei reicht es, normale Seife zu nutzen, spezielle Desinfektionsmittel sind nicht notwendig.

In den Ellenbogen niesen

Wer die Möglichkeit hat, sollte gar nicht erst in öffentliche Verkehrsmittel steigen, sondern zur Arbeit radeln oder laufen. Das schützt nicht nur vor Krankheitserregern, sondern stärkt auch die eigene Abwehr. Bewegung zählt neben ausreichend Schlaf und einer ausgewogenen Ernährung zu den besten Mitteln, seinen Körper und sein Immunsystem zu stählen.

Ist die Infektion einmal da, kann nur noch Schadensbegrenzung betrieben werden, um andere nicht anzustecken. Am besten ist es, in den Ellenbogen und nicht in die Hand niesen. Sonst besteht die Gefahr, die Krankheit viel leichter weiterzugeben. Mühlenfeld appelliert allerdings an die Vernunft der Mitarbeiter: "Wer krank ist, sollte zu Hause bleiben."

Daran hapert es häufig. Eine Umfrage der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin mit 20.000 Teilnehmern kam zum Schluss, dass die Befragten an durchschnittlich 11,5 Tagen innerhalb eines Jahres trotz Beschwerden beim Job erschienen. Das gefährdet auch den eigenen Körper. Um eine Erkältung auszukurieren, braucht es keine Medikamente, sondern nur eins: Ruhe.

Wer diese seinem Körper nicht gönnt, schwächt ihn zusätzlich. Dann steigt die Gefahr, dass zum Schnupfen eine bakterielle Infektion kommt - eine Lungenentzündung oder Mittelohrentzündung droht. Besser ist, ein paar Tage das Bett zu hüten und dafür wieder ganz fit zu werden.
Nur Erkältung - oder die echte Grippe?
    Viele sprechen von einer Grippe, wenn sie nur einen grippalen Infekt haben. Zwischen beiden gibt es aber einen großen Unterschied: Während ein grippaler Infekt in der Regel harmlos verläuft und von vielen verschiedenen Viren verursacht wird, stecken hinter einer echten Grippe allein Influenzaviren.
  • Die Symptome einer Grippe sind deutlich stärker als bei einem grippalen Infekt. Bei älteren, sehr jungen und immungeschwächten Menschen kann eine Infektion lebensgefährlich werden. "Auch wenn beide oft miteinander verwechselt werden, ist die Grippe eine ganz andere Nummer als ein grippaler Infekt", sagt der Virologe Stephan Ludwig von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.
"Wenn man eine richtige Grippe hat, dann weiß man das. Dann hat man nicht ein bisschen Schnupfen und Kopfdruck, dann hat man hohes Fieber und Schmerzen." Vor den Influenzaviren schützt die jährliche Grippeimpfung. Die harmlosen Erkältungen hingegen kann auch sie nicht abwehren.

irb/dpa

insgesamt 10 Beiträge
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Seite 1
fatherted98 07.10.2014
1. Binsenweisheiten...
...alles nicht sehr praxisgerecht. Die lieben Kollegen halten eben nicht die Hand vor den Mund...nicht die Türklinken sind das Problem...sonder der Rotz und Speichel der durch die Luft fliegt...beim niesen bis 5m glaube ich...das schaft meine Kollegin locker wenn sie wieder anfängt rumzurotzen. Darauf angesprochen...nene...ist kein Schnupfen...nur Allergie...selbst wenn es stimmt eine Sauerei...aber was der guten Frau in 52 Jahren keiner beibringen konnte, schaffe ich auch nicht mehr. Konsequenz: 2-3 Monate Erkältung in allen Variationen. Da hilft das stärkste Immunsystem nix. Wenn man es gerade geschafft hat und wieder aus dem Bett draussen ist wird man von hustenden und rotzenden Kollegen empfangen..die den Teufel tun und sich die Hand nicht vor den Mund halten. Von ÖPNV...mal gar nicht zu reden.
zufriedener_single 07.10.2014
2. Auf's Händeschütteln verzichten!
Die Unsitte des Händeschütteln's sollte tunlichst unterbleiben.
PeterPan95 07.10.2014
3.
@fatherted98: Die Empfehlungen sind sehr praxisgerecht, da sie einfach umzusetzen sind. Nichts anfassen, Hände waschen, in die Armbeuge niesen - kann jeder. Ob es der/die einzelne tut oder nicht hat nichts damit zu tun, ob es gute Tipps sind. Und da es ja offensichtlich den Bedarf daran gibt Leuten zu sagen, wie sie sich nicht verhalten sollten, ist solch ein Artikel doch toll. Einfach mal an die "lieben" Kollegen weiterleiten "ohne konkreten Anlass" - vielleicht hilft es ja bei dem/der ein oder anderen.
kugelsicher, 07.10.2014
4. Hände waschen
Ich bin so gut wie nie erkältet bzw. krank. Wenn es bei uns in der Firma Geld für das nicht krank sein geben würde (wie z.b. bei der KVB), ich wäre reich. OK, gutes Immunsystem scheint vorhanden zu sein, aber wichtiger ist das Verhalten. Über den ganzen Tag regelmäßig, besonders in der Firma, mit Seife Hände waschen. Dann, wenn ich nach Hause komme natürlich auch als aller erstes, UND Mund, Lippen und Rachen kurz mit Wasser spülen, und die Nase frei machen. Und natürlich Viren "sehen, sprich sich von Schnupfnasen fern halten. Voila, nie krank.
DerSponner 07.10.2014
5. Satire
Mehrmals täglich den Arbeitsplatz desinfizieren? Sicher sehr förderlich für das ungezwungene miteinander.
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