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18. Mai 2016, 11:35 Uhr

Ausbruch in Angola

WHO beruft Notfallsitzung wegen Gelbfieber ein

Mehr als 2000 Menschen sind in den letzten Monaten in Angola an Gelbfieber erkrankt, knapp 300 gestorben - nun hat die Weltgesundheitsorganisation eine Notfallsitzung einberufen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat für Donnerstag ein Dringlichkeitstreffen zum Ausbruch von Gelbfieber angesetzt, das derzeit vor allem das südwestafrikanische Angola betrifft. Ein Sprecher sagte, bei den Gesprächen sollten der Ernst der Lage sowie die dringende Notwendigkeit von umfassenden Impfungen betont werden. Das Gelbfiebervirus wird von Mücken übertragen, die vor allem in den Tropen und Subtropen leben.

In Angola und dort vor allem in der Hauptstadt Luanda war im Dezember Gelbfieber ausgebrochen. Bis Mitte Mai meldeten die dortigen Behörden knapp 2300 Krankheitsfälle und fast 300 Todesopfer in Folge der Infektion. Der benachbarte Kongo meldete 44 Verdachtsfälle. Auch in China wurden bislang elf Menschen positiv auf Gelbfieber getestet, nachdem sie aus Angola zurückgekehrt waren.

Risiko der internationalen Ausbreitung

Damit bestehe das Risiko einer "internationalen Ausbreitung" des Virus durch nicht geimpfte Reisende, warnte die WHO. In vielen Teilen Afrikas ist die Zahl der gegen Gelbfieber geimpften Menschen gering, obwohl der Schutz sehr zuverlässig ist. Die WHO brachte bereits 11,7 Millionen Impfdosen nach Angola. Im Kongo sollen zusätzliche 2,2 Millionen Menschen geimpft werden.

Gelbfieber gehört, wie etwa Ebola, zu den hämorrhagischen Fiebern. Neben einer erhöhten Körpertemperatur sind Übelkeit und Schmerzen die Folge. In schweren Fällen kann eine Infektion auch zu Leberschäden, Gelbsucht und einer gestörten Blutgerinnung führen.

Die WHO hält Dringlichkeitstreffen mitunter dann ab, wenn ein internationaler Gesundheitsnotstand droht. Bei Gelbfieber ist das noch nicht formell entschieden. In der jüngsten Vergangenheit hatten die Ebola-Epidemie sowie die Verbreitung des Zika-Virus die WHO zum Handeln gezwungen.

Im Fall des Zika-Virus, das nicht nur von Stechmücken weitergegeben werden kann, gab es in der Zwischenzeit die erste sexuelle Übertragung in Deutschland. Ein Mann, der sich Anfang April in Puerto Rico aufgehalten hatte, brachte das Virus offenbar nach Deutschland und steckte seine Partnerin beim ungeschützten Geschlechtsverkehr an.

jme/dpa

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