Richtig pflegen Sieben Tipps für saubere Zähne

Die KAI-Technik, eine Zahnbürste auf der Waage und Anfärbetabletten - bei der Zahnpflege können auch Erwachsene noch etwas lernen. Die wichtigsten Empfehlungen.

Zahnpasta
imago/Westend61

Zahnpasta


Eigentlich lernen schon kleine Kinder, wie man richtig die Zähne putzt. Doch bei vielen Detailfragen sind sich auch die meisten Erwachsenen nicht sicher: Was bringen Zahnpflege-Kaugummis? Wie werden die Zähne am saubersten - manuell oder elektrisch? Und welche Zahnpasta sollte man benutzen? Ein Überblick:

Das richtige Timing: Wichtig ist, dass man seine Zähne zweimal täglich putzt, sagt Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer. Wie lange das Ganze dauern soll, dafür gibt es aber keine exakte Empfehlung. Die optimale Putzzeit hängt von einigen Faktoren ab: der Menge der Zähne im Mund, dem eigenen Geschick, der Putztechnik und den benutzten Hilfsmitteln. Die meisten Zeitangaben liegen zwischen zwei und fünf Minuten.

Bis vor kurzem gingen Experten davon aus, dass man nach einer Mahlzeit mit säure- oder zuckerhaltigen Lebensmitteln eine halbe Stunde bis zum Zähneputzen warten sollte. Die Säure löse Mineralien aus dem Zahnschmelz, hieß es. Dieser Vorgang verschlimmere man mit dem Putzen nur - Zahnschmelz werde weggeputzt. "Diese Empfehlung wird kritisch diskutiert", sagt Oesterreich. "Die Vorteile des Putzens direkt nach dem Essen - also der saubere Zahn - scheinen die möglichen Nachteile zu überwiegen."

Von allen Seiten reinigen: Die Zahnbürste erwischt ungefähr 70 Prozent der Schmutzbeläge - der Rest sitzt zwischen den Zähnen. Einmal am Tag sollte man deshalb auch die Zahnzwischenräume reinigen, empfiehlt Oesterreich. Ursula Sellerberg von der Bundesapothekerkammer rät dabei zu Zahnseide. "Man muss aber aufpassen, dass man das Zahnfleisch nicht verletzt." Zahnärzte empfehlen stattdessen auch Interdentalbürsten, sofern zwischen den Zähnen genug Platz ist, sie einzusetzen.

Weitere Alternativen sind Zahnhölzer oder Zahnsticks. Zur Kontrolle sollte man hin und wieder eine Anfärbetablette verwenden. Sie zeigt, welche Bereiche nicht sauber geworden sind.

Technik mit Handzahnbürste lernen: "Elektrische Zahnbürsten bringen bessere Ergebnisse", sagt Oesterreich. Das liegt vorwiegend daran, dass sie bestimmte Bewegungen unterstützen und erleichtern. Die Bürstenköpfe vibrieren oder rotieren, sodass die Handbewegungen nicht mehr so wichtig sind. Gerade bei eingeschränkter Beweglichkeit, zum Beispiel im Alter, können elektrische Zahnbürsten sinnvoll sein, sagt Dirk Kropp, Geschäftsführer der Initiative proDente.

Kinder sollten die richtige Putztechnik aber erst mit einer Handzahnbürste lernen, bevor sie später vielleicht auf eine elektrische Zahnbürste umsteigen. Sellerberg ergänzt, dass die Zahnbürste einen möglichst kleinen Kopf haben sollte, damit man an alle Bereiche im Mund gut herankommt.

Nicht zu viel Druck ausüben: Wer zu stark aufdrückt, verschleißt nicht nur die Zahnbürste. "Schrubben führt auch zu Schäden am Zahnfleisch und insbesondere am Zahnhals", sagt Oesterreich. "Die Zahnhartsubstanz wird regelrecht weggescheuert." Der Druck beim Putzen sollte dem Gewicht von 150 Gramm entsprechen. Wie wenig das ist, kann jeder ausprobieren, indem er mit der Zahnbürste auf eine Küchenwaage drückt. Sind die Borsten der Zahnbürste schon nach vier Wochen verbogen, ist das ein Anzeichen für zu viel Druck. Normalerweise sollte man eine Zahnbürste etwa alle drei Monate austauschen.

Routine entwickeln: Am besten putzt man immer in der gleichen Reihenfolge. So stellt sich eine Routine ein, und kein Bereich wird vergessen. Kropp empfiehlt die KAI-Technik: Erst die Kauflächen, dann die Außenseiten und dann die Innenseiten putzen. Geputzt wird von Rot (Zahnfleisch) nach Weiß (Zahn). Am besten ist dabei eine fegende Bewegung, empfiehlt Oesterreich.

Kauen tut den Zähnen gut: Kaugummis nach dem Essen säubern die Zahnbeläge nicht. Aber sie regen die Speichelproduktion an. Speichel wiederum sorgt dafür, dass sich die Mineralien, die durch das Essen aus dem Zahnschmelz herausgelöst wurden, schneller wieder einlagern. "Man sollte sie fünf bis zehn Minuten nach dem Essen kauen", sagt Sellerberg. Zwei Stunden später bringen sie wenig. Grundsätzlich ersetzen Kaugummis das Zähneputzen nicht. Sie sind nur eine Ergänzung zur Zahnpflege und sollten zuckerfrei sein.

Bei Zahnpasta auf Feinheiten achten: Zahnpasta sollte Fluorid enthalten. Das schützt vor Karies. Zahncreme für Kinder bis sechs Jahre sollte auf maximal 500 ppm (parts per Million - Teile von einer Million) kommen, Zahnpasta für Erwachsene auf 1450 ppm.

Außerdem sollte man darauf achten, dass die Zahncreme nicht zu grobe Putzkörper enthält. Eine Standard-Zahnpasta habe zwischen 40 und 70 RDA, eine Weißmacher-Zahncreme mehr als 100, erklärt Kropp. Der RDA-Wert beschreibt, wie stark eine Creme den Zahn abreibt. Allerdings steht er nicht auf jeder Zahncreme. Sind die Putzkörper zu grob, kann das den Zahnschmelz schädigen. "Das ist auf keinen Fall etwas für den Dauergebrauch."

Von Elena Zelle, dpa/irb



© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.