Grippe Italien stoppt Verkauf mehrerer Novartis-Impfstoffe

Das italienische Gesundheitsministerium hat die Verwendung mehrerer Grippeimpfstoffe des Pharmakonzerns Novartis gestoppt. Ursache sind mögliche Nebenwirkungen. Die Impfstoffe sind auch in Deutschland erhältlich - die zuständige Bundesbehörde prüft die Sicherheit.

Grippeimpfstoffe (Archivbild): Auffällige weiße Partikel veranlassen Vorsichtsmaßnahmen in Italien
dpa

Grippeimpfstoffe (Archivbild): Auffällige weiße Partikel veranlassen Vorsichtsmaßnahmen in Italien


Hamburg - Es ist eine Vorsichtsmaßnahme: Das italienische Gesundheitsministerium hat den Verkauf mehrerer Grippeimpfstoffe des Pharmakonzerns Novartis mit sofortiger Wirkung gestoppt. Das Ministerium riet der Bevölkerung am Mittwoch, sich wegen möglicher Nebenwirkungen nicht mehr mit den Impfstoffen Agrippal, Fluad und Influpozzi impfen zu lassen.

Zunächst sollten neue Forschungsergebnisse abgewartet werden, hieß es in einer Mitteilung: Die italienische Heilmittelbehörde (AIFA) will in weiteren Untersuchungen klären, welche Nebenwirkungen mit den Impfstoffen verbunden sein könnten. Der Baseler Konzern Novartis stellte den Behörden nach eigenen Angaben Informationen über die Impfstoffe zur Verfügung.

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Wegen der Entwicklung in Italien erließ die Schweizer Medikamentenaufsicht Swissmedic auch für den Novartis-Heimmarkt einen vorsorglichen Auslieferungsstopp für Agrippal und Fluad. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Swissmedic am Mittwochabend. In den Spritzen waren weiße Partikel entdeckt worden. Dabei könne es sich auch um Verklumpungen von normalen Bestandteilen des Impfstoffs handeln, so die Behörde.

Fluad ist auch in Deutschland zugelassen, außerdem werden die Impfstoffe hierzulande unter dem Namen Begrippal vermarktet. Das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass es die Sicherheit überprüfe. Nach Bekanntwerden der Vorsichtsmaßnahmen in Italien würden die genauen Hintergründe recherchiert, vor allem, um welche Art von Veränderungen innerhalb des Impfstoffs es sich handele. Am Donnerstag will das PEI offiziell Stellung nehmen.

In Deutschland sind derzeit 16 verschiedene Grippeimpfstoffe zugelassen.

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Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, in Deutschland ist nur einer der Impfstoffe - Fluad - zugelassen. Allerdings werden die betroffenen Impfstoffe hierzulande zusätzlich unter dem Namen Begrippal vermarktet. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

hei/irb/dpa/Reuters

insgesamt 7 Beiträge
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teltowlle 25.10.2012
1. Narkolepsie!
Das Thema wird hier in Deutschland totgeschwiegen. Wenn nun schon in Skandinavien und sogar in Berlusconistan von Impfungen abgeraten wird und in Deutschland nur Randnotizen darüber gebracht werden, denke ich, da kommt noch ein Riesenskandal auf uns zu.
Onsom2000 25.10.2012
2. War da nicht was?
War nicht vor kurzem ein Bericht, das Novatis die Infstoffe teilweise mit Tumorzellen herstellt? Sehr vertauenswürdiger Konzern!
immernachdenklicher 25.10.2012
3. neulich beim
"Herr W. der Winter steht bevor, wie wäre es mit einer Grippeschutzimpfung? Herr Dr, lassen Sie sich impfen? Nein. Sehen Sie, warum sollte ich das tun? Ich komme nicht mit so vielen Grippekranken zusammen wie Sie. Gespräch beendet.
strayboy 25.10.2012
4. @teltowlle
Nein, es wird nicht generell von Impfungen abgeraten. Wie kommen sie zu diesem Schluss? Einige Impfstoffe zeigen Auffaelligkeiten, die geprueft werden muessen. Das ist alles und so etwas kann bei vielen Produkten geschehen. Hoeren sie mit dem Autofahren auf, nur weil es ab und zu Rueckrufaktionen gibt?
Celegorm 25.10.2012
5.
Zitat von teltowlleDas Thema wird hier in Deutschland totgeschwiegen. Wenn nun schon in Skandinavien und sogar in Berlusconistan von Impfungen abgeraten wird und in Deutschland nur Randnotizen darüber gebracht werden, denke ich, da kommt noch ein Riesenskandal auf uns zu.
Das ist wohl gerade falsch herum gedacht. Wenn diese Entdeckung aus der Quasi-Bananenrepublik Italien kommt, dürfte es ziemlich sicher ein Sturm im Wasserglas sein. Zumal das Ganze zu Ihrem Pech leider überhaupt nichts mit den sonstigen Vorwürfen bezüglich Impfungen zu tun hat, es geht mit keinem Wort um irgendwelche angeblichen Folgeschäden, sondern einzig um vermeintliche "weisse Partikel". Ob Verunreinigung oder Verklumpung, passiert ist letztlich überhaupt nichts.
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