Grippe Italien stoppt Verkauf mehrerer Novartis-Impfstoffe

Das italienische Gesundheitsministerium hat die Verwendung mehrerer Grippeimpfstoffe des Pharmakonzerns Novartis gestoppt. Ursache sind mögliche Nebenwirkungen. Die Impfstoffe sind auch in Deutschland erhältlich - die zuständige Bundesbehörde prüft die Sicherheit.
Grippeimpfstoffe (Archivbild): Auffällige weiße Partikel veranlassen Vorsichtsmaßnahmen in Italien

Grippeimpfstoffe (Archivbild): Auffällige weiße Partikel veranlassen Vorsichtsmaßnahmen in Italien

Foto: A2800 epa Francis R. Malasig/ dpa

Hamburg - Es ist eine Vorsichtsmaßnahme: Das italienische Gesundheitsministerium hat den Verkauf mehrerer Grippeimpfstoffe des Pharmakonzerns Novartis mit sofortiger Wirkung gestoppt. Das Ministerium riet der Bevölkerung am Mittwoch, sich wegen möglicher Nebenwirkungen nicht mehr mit den Impfstoffen Agrippal, Fluad und Influpozzi impfen zu lassen.

Zunächst sollten neue Forschungsergebnisse abgewartet werden, hieß es in einer Mitteilung: Die italienische Heilmittelbehörde (AIFA) will in weiteren Untersuchungen klären, welche Nebenwirkungen mit den Impfstoffen verbunden sein könnten. Der Baseler Konzern Novartis stellte den Behörden nach eigenen Angaben Informationen über die Impfstoffe zur Verfügung.

Wegen der Entwicklung in Italien erließ die Schweizer Medikamentenaufsicht Swissmedic auch für den Novartis-Heimmarkt einen vorsorglichen Auslieferungsstopp für Agrippal und Fluad. Es handle sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme, betonte Swissmedic am Mittwochabend. In den Spritzen waren weiße Partikel entdeckt worden. Dabei könne es sich auch um Verklumpungen von normalen Bestandteilen des Impfstoffs handeln, so die Behörde.

Fluad ist auch in Deutschland zugelassen, außerdem werden die Impfstoffe hierzulande unter dem Namen Begrippal vermarktet. Das für Impfstoffe in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut (PEI) sagte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass es die Sicherheit überprüfe. Nach Bekanntwerden der Vorsichtsmaßnahmen in Italien würden die genauen Hintergründe recherchiert, vor allem, um welche Art von Veränderungen innerhalb des Impfstoffs es sich handele. Am Donnerstag will das PEI offiziell Stellung nehmen.

Das Wichtigste zur Grippeschutzimpfung
Foto: DDP

Wer sollte sich gegen die Grippe impfen lassen?Was sollten die Risikogruppen beachten?Wie verträglich ist die Impfung?

In Deutschland sind derzeit 16 verschiedene Grippeimpfstoffe zugelassen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Artikels hieß es, in Deutschland ist nur einer der Impfstoffe - Fluad - zugelassen. Allerdings werden die betroffenen Impfstoffe hierzulande zusätzlich unter dem Namen Begrippal vermarktet. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten, ihn zu entschuldigen.

hei/irb/dpa/Reuters