Ebola-Fall in Großbritannien Patientin in Londoner Klinik verlegt

Eine an Ebola erkrankte Schottin ist nach London gebracht worden, dort wird sie auf einer Isolierstation behandelt. Ein weiterer Helfer ist gleich nach seiner Ankunft in Schottland auf das lebensgefährliche Virus getestet worden.

Schottische Ebola-Patientin: Nach London verlegt
DPA

Schottische Ebola-Patientin: Nach London verlegt


London - Schottland hat einen Ebola-Fall: Das lebensgefährliche Virus ist bei einer Krankenschwester in Glasgow festgestellt worden - nun wurde die Frau in ein Londoner Krankenhaus verlegt. Sie wird auf einer speziellen Ebola-Isolierstation im Royal Free Hospital im Londoner Viertel Hampstead behandelt. Dort war bereits im Oktober ein britischer Pfleger therapiert worden, der sich in Sierra Leone infiziert hatte. Nach seiner erfolgreichen Behandlung kehrte er nach Westafrika zurück.

Die schottische Regierung hatte am Montag mitgeteilt, bei der Krankenschwester sei nach ihrer Rückkehr von einem Hilfseinsatz in Sierra Leone Ebola diagnostiziert worden. Die Frau war über Casablanca und London Heathrow nach Schottland geflogen.

Nach Behördenangaben ist ihr Zustand zurzeit stabil. Die Gefahr, dass sich weitere Menschen bei der Ebola-Patientin angesteckt haben könnten, schätzen die Verantwortlichen als sehr gering ein, da die Krankheit bereits in einem sehr frühen Stadium diagnostiziert worden sei. Zudem habe die Frau seit ihrer Rückkehr in Glasgow nur Kontakt zu einer Person gehabt. Dennoch wollen die Behörden versuchen, alle Mitreisenden der Patientin zu erreichen.

Ebola-Infizierte sind erst ansteckend, wenn die Krankheit ausbricht. Das Virus kann übertragen werden, wenn Körperflüssigkeiten eines Erkrankten - etwa Blut oder Erbrochenes - auf Schleimhäute gelangen, auch eine Infektion über kontaminierte Oberflächen ist möglich.

Zweiter Verdachtsfall in Glasgow

Die schottische Regierung teilte mit, dass ein weiterer medizinischer Helfer auf Ebola getestet wurde. Er war wie die Krankenschwester in Sierra Leone im Einsatz und gerade aus Afrika zurückgekehrt. Direkt nach seiner Ankunft sei er getestet worden, sagte Regierungschefin Nicola Sturgeon der BBC.

Sie stufte das Risiko auf eine weitere Infektion aber als sehr gering ein. "Der Patient hat nach bisherigem Kenntnisstand keinen direkten Kontakt zu Ebola-Infizierten gehabt", so Sturgeon.

Bislang haben sich nach WHO-Angaben mehr als 20.000 Menschen mit dem Ebolavirus infiziert, über 7800 von ihnen starben. Am schwersten betroffen ist mittlerweile Sierra Leone, danach kommen Liberia und Guinea.

joe/AFP/Reuters



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