Tödliches Virus Hanta-Infektion nach Urlaub in Yosemite-Nationalpark

Tödliche Gefahr nach Campingurlaub: In den USA haben sich mindestens sechs Menschen mit dem lebensbedrohlichen Hantavirus infiziert, zwei sind bereits gestorben. Sie hatten sich ihre Ferienzelte im Yosemite-Park unfreiwillig mit Mäusen geteilt. Zehntausend Urlauber könnten betroffenen sein.
Tödliches Virus: Hanta-Infektion nach Urlaub in Yosemite-Nationalpark

Tödliches Virus: Hanta-Infektion nach Urlaub in Yosemite-Nationalpark

Foto: © Robert Galbraith / Reuters/ REUTERS

Sie schliefen in Zelten und wussten nicht, dass sie sich einem potentiell tödlichen Virus aussetzen: Tausende Gäste des kalifornischen Yosemite-Nationalparks könnten mit Hantaviren in Kontakt gekommen sein. Die kalifornische Gesundheitsbehörde registrierte bislang sechs Erkrankungen, zwei der Infizierten, die zuvor in Zelten des Parks übernachtet hatten, sind bereits gestorben.

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Hantavirus in Yosemite: Infiziert im Ferienzelt

Foto: AP/ DNC PARKS

Die Parkleitung teilte am Freitag in Fresno mit, man habe fast 3000 Gäste angeschrieben, die Zelte der Anlage Curry Village zwischen Juni und August im Yosemite-Park reserviert hatten. Die Zelte seien auf vier Personen ausgelegt, in der laufenden Sommersaison könnten darin bis zu 10.000 Gäste dem von Nagetieren übertragenen Virus ausgesetzt worden sein. Das Virus kann zum lebensbedrohlichen Hantavirus-Lungensyndrom führen. Jeder dritte in den USA registrierte Fall endete bislang mit plötzlichem Atem- und Organversagen tödlich.

Besonders tückisch ist die Hantavirus-Infektion wegen ihres zunächst harmlosen Verlaufs. Die ersten Symptome erinnern mit Fieber, Schnupfen und Gliederschmerzen an eine gewöhnliche Grippe. Das Virus greift allerdings die inneren Organe, vor allem Lungen und Nieren, an.

In den im Yosemite-Nationalpark betroffenen Komfortzelten mit Doppelwänden fanden Parkangestellte bei der Reinigung zwischen den Planen etliche Mäusenester. Das Virus ist im Kot und im Urin von Mäusen enthalten.

In Deutschland 500 Fälle im Jahr

Seit den achtziger Jahre werden auch in Deutschland Hantavirus-Infektionen erfasst, jährlich gibt es durchschnittlich 500 Fälle. Europaweite Statistiken zeigen allerdings, dass im Abstand von zwei bis drei Jahren stets mit einem Anstieg der Fälle zu rechnen ist. In Deutschland wurden im Jahr 2007 exakt 1688 Fälle vermerkt, im Jahr 2010 dann 2017 Fälle.

Auch 2012 verbuchen Forscher steigende Zahlen, bis August registrierte das Robert Koch-Institut schon 2070 Fälle . Die meisten Neuinfektionen gibt in den Sommermonaten. Warum die Infektionszahlen zu- und abnehmen, ist bislang nicht bekannt. Die Zyklen könnten vom Lebenszyklus von Buchen und Eichen abhängen. Die Bäume tragen Jahr für Jahr unterschiedlich viele Früchte, die wiederum die Lebensgrundlage der Nager sind, die das Virus verbreiten.

Übertragen werden die Erreger in Deutschland durch wildlebende Nagertiere wie Rötel-, Brand- und Feldmäuse. Menschen sollten den Kontakt zu den Nagern und ihren Ausscheidungen vermeiden, sich bei Waldspaziergängen in den betroffenen Regionen (Karte in der Fotostrecke) vorsehen und sich vor allem vor Mäusenestern in Garage oder Gartenhäusern fernhalten. Schlecht nur, wenn die Nester unentdeckt bleiben - wie jetzt in den doppelwandigen Zelten des Curry-Village-Lagers im Yosemite-Nationalpark, einem der bekanntesten und meistbesuchten Nationalparks der USA.

Die Parkverwaltung hat eine Hotline für Gäste eingerichtet, die im fraglichen Zeitraum in den Zelten des Curry Village übernachtet haben, und informiert auf ihrer Webseite  über die aktuellen Entwicklungen.

cht/dapd/AP