UV-Strahlung Piloten erkranken deutlich häufiger an Hautkrebs

Über den Wolken steigt die UV-Strahlung - ein Risiko für Piloten und Flugbegleiter. Sie erkranken mehr als doppelt so häufig an schwarzem Hautkrebs wie Durchschnittsbürger, zeigt eine große Studie.
Blick ins Cockpit einer A380: Strahlung in der Höhe größer

Blick ins Cockpit einer A380: Strahlung in der Höhe größer

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

Die Arbeit über den Wolken fordert ihren Tribut. Laut einer großen Studie entwickeln Piloten und Flugbegleiter mehr als doppelt so häufig schwarzen Hautkrebs wie der Durchschnitt der Bevölkerung. Zu diesem Ergebnis kamen Forscher um Martina Sanlorenzo von der University of California, nachdem sie 19 Studien ausgewertet hatten. Ihr Ergebnis bezieht sich auf Daten von mehr als 266.000 Teilnehmern.

Mit zunehmender Höhe verringert sich der natürliche Schutz durch die Atmosphäre und die Belastung durch die Sonnenstrahlung steigt. Welcher Dosis kosmischer Strahlung Piloten und Flugpersonal ausgesetzt sind, werde regelmäßig überwacht, schreiben die Wissenschaftler im Fachjournal "Jama Dermatology" . Dennoch sei die Gefährdung durch UV-Strahlung kein anerkannter beruflicher Risikofaktor für das Flugpersonal, so die Forscher.

Bei ihren Analysen ermittelte das Team um Sanlorenzo ein 2,22-fach erhöhtes Risiko für Piloten, an schwarzem Hautkrebs zu erkranken. Die Tumoren gelten als besonders bösartig und streuen leicht. Beim Kabinenpersonal war das Risiko um das 2,09-Fache erhöht. Die Gefahr, an den Folgen der Erkrankung zu sterben, lag beim Flugpersonal insgesamt 42 Prozent höher als beim Durchschnitt der Bevölkerung.

In Deutschland entwickeln nach Angaben der Robert Koch-Instituts  pro Jahr knapp 20.000 Menschen ein sogenanntes malignes Melanom, etwa 2700 sterben an den Folgen der Krebserkrankung.

UV-Strahlung als wichtigste Ursache

Die Autoren der Studie erklären das Ergebnis mit Messungen an verschiedenen Flugzeugtypen: Demnach blockieren Scheiben aus Polykarbonaten UV-Strahlung fast vollständig. Das ebenfalls eingesetzte Verbundglas allerdings lasse 54 Prozent eines Teils der UV-Strahlung (UVA) durch. UV-Strahlung gilt neben genetischen Faktoren als Hauptursache für schwarzen Hautkrebs. In den großen Flughöhen komme hinzu, so Sanlorenzo und Kollegen, dass Wolken und schneebedeckte Berge bis zu 85 Prozent der UV-Strahlung reflektierten.

Daneben müssten für die Ergebnisse auch weitere mögliche Erklärungen in Betracht gezogen werden, sagt Gael Hammer vom Nationalen Gesundheitslabor in Luxemburg, Mitautor einer Krebsstudie zu deutschem Flugpersonal. So kam eine Studie mit nordeuropäischen Piloten 2003 zum Ergebnis, dass das Melanomrisiko nicht nur bei den Hautpartien an Hals und Kopf erhöht ist (2,5), sondern auch am Rumpf (2,33). "Vielleicht hat das Flugpersonal durch Flüge in den Süden einfach mehr Gelegenheiten zum Sonnenbaden", sagt Hammer. Über die Jahrzehnte habe dieses Risiko abgenommen, was für ein zunehmend gesundheitsbewusstes Verhalten sprechen könnte.

irb/dpa
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