Möglicher Corona-Zusammenhang Hepatitis-Fälle bei Kindern – WHO ruft zu Wachsamkeit auf

Ungewöhnlich viele Kinder in Großbritannien erkranken derzeit an Hepatitis – mit unklarer Herkunft. Die Weltgesundheitsorganisation richtet nun einen Appell an alle Länder.
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74 Fälle, ohne die typischen Viren: In Großbritannien treten bei zahlreichen Kindern derzeit Fälle akuter Hepatitis unklarer Herkunft auf. Die Weltgesundheitsorganisation WHO  hat nun alle Länder aufgerufen, wachsam zu sein, um mögliche Fälle zu erkennen.

Bei den erkrankten Kindern seien die Hepatitisviren A, B, C, E und D nach Laboruntersuchungen ausgeschlossen worden, berichtet die WHO. In mehreren Fällen seien bei den kleinen Patienten eine Coronainfektion oder Adenoviren oder beides nachgewiesen worden. Ob dies der Auslöser sei, sei aber bislang unklar. Mögliche Zusammenhänge würden überprüft.

Aus Spanien seien drei weitere Fälle gemeldet worden, darunter ein 13-jähriges Kind. Aus Irland seien einige wenige Verdachtsfälle gemeldet worden, die noch nicht alle bestätigt waren. Die Fälle würden umfassend untersucht, etwa um festzustellen, ob die Minderjährigen vorher in bestimmte Länder gereist oder möglichen Vergiftungen ausgesetzt waren.

Aus Schottland seien am 5. April zehn Fälle akuter Hepatitis bei bis dahin gesunden Kindern zwischen elf Monaten und fünf Jahren gemeldet worden, berichtet die WHO. Eines der Kinder habe im Januar erste Symptome gehabt, die anderen im März. Symptome seien Magen-Darm-Probleme oder Gelbsucht. Die akute Hepatitis mit stark erhöhten Leberenzymen sei bei der Einlieferung ins Krankenhaus entdeckt worden. Nur drei Tage später, am 8. April, seien es insgesamt schon 74 Fälle in Großbritannien gewesen, alle bei Kindern unter zehn Jahren. Sechs Kinder hätten Lebertransplantationen gebraucht.

tfb/dpa
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