Heuschnupfen Hatschi!

Die Birkenblüte klingt ab - so weit die gute Nachricht für Allergiker. Bald aber werden Gräserpollen juckende Augen und Triefnasen verursachen. Dieses Jahr sind die Beschwerden oft stärker, und das hat besondere Gründe.
Wiesenlieschgrass

Wiesenlieschgrass

Foto: Pal Hermansen/ Getty Images

Die vergangenen Wochen waren nicht leicht für Pollenallergiker: Die hohen Temperaturen und die vielen Sonnenstunden gepaart mit vielerorts wenig Regen haben beste Bedingungen geschaffen, damit Bäume und Gräser ausschlagen. Dementsprechend hoch war die Belastung durch Pollenflug, insbesondere Birkenpollen erreichten hohe Konzentrationen. Hinzu kommt, dass 2018 ein sogenanntes Mastjahr ist: Während Bäume wie Buchen, Eichen oder Kastanien in einigen Jahren nur wenig Samen bilden, geschieht dies im Mastjahr besonders stark.

Die Birkenblüte klingt nun zwar allmählich wieder ab, wie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst  meldet. Allerdings fliegen nun vermehrt Eichen- und Rotbuchenpollen, die Birkenpollen-Allergikern mitunter auch Beschwerden bereiten. Hinzu kommen im Westen und Südwesten des Landes demnach langsam auch Gräserpollen, ebenso wie Fichten- und Kiefernpollen im Süden Deutschlands.

Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst misst an etwa 40 Orten der Bundesrepublik Deutschland den Pollenflug mithilfe von sogenannten Pollenfallen.

Wann fliegen Pollen überhaupt?

Seit Jahren beobachten Forscher, dass sich der Pollenflug um mehrere Tage nach vorn verlagert und im Herbst etwas länger andauert. Bei mildem Klima kann es also sein, dass im November die letzten Gräser- oder Kräuterpollen fliegen und im Dezember schon die ersten Haselpollen unterwegs sind. Für Allergiker verlängert sich damit die Saison.

Foto: SPIEGEL ONLINE

Wie viele Menschen haben eine Pollenallergie?

Zwischen 15 und 20 Prozent der Deutschen und damit mindestens zwölf Millionen Menschen leiden an Heuschnupfen. Ausgelöst wird der allergische Schnupfen durch den Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern. Erreicht er die Augen- und Nasenschleimhäute, bilden Allergiker Antikörper und schütten unter anderem den Botenstoff Histamin aus. Die Folgen sind tränende und juckende Augen, Fließschnupfen, Niesattacken und Atemnot. Die Allergie kann auch zu Magen-Darm-Störungen, Müdigkeit und Konzentrationsstörungen führen. In schweren Fällen droht ein allergischer Schock. Ohne ausreichende Therapie erkranken zudem bis zu 40 Prozent der Heuschnupfenpatienten an Asthma.

Wie können sich Allergiker schützen?

Experten empfehlen, die Kleidung beim Betreten der Wohnung zu wechseln. Auch ist es ratsam, vor dem Schlafengehen die Haare mit Wasser auszuspülen. Sport im Freien sollte vermieden werden. Auf dem Land ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am stärksten, in der Stadt hingegen wird das Maximum erst abends erreicht. Empfohlen wird daher, das Schlafzimmer nachts zu lüften und die Fenster am frühen Morgen zu schließen und auch tagsüber geschlossen zu halten. Im Auto kann ein Lüftungsfilter hilfreich sein.

Welche Medikamente helfen?

Antiallergisch wirkende Antihistaminika werden bei akuten Symptomen eingesetzt, moderne Mittel machen auch nicht mehr so müde. Es gibt sie als Nasenspray oder Augentropfen sowie als Tabletten und Tropfen in der Apotheke. In stärkeren Fällen kann der Arzt kortisonhaltige Mittel verordnen. Auch Akupunktur kann Heuschnupfensymptome vorübergehend lindern.

Die sogenannte Hyposensibilisierung ist bisher die einzige Möglichkeit, um die Ursache einer Allergie zu behandeln. Dabei wird das betreffende Allergen in steigender Dosis verabreicht, um den Körper daran zu gewöhnen. Bis zu 70 Prozent der Patienten sind danach oft dauerhaft oder für eine längere Zeit beschwerdefrei.

hei/AFP
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