Uno-Bericht Der Kampf gegen HIV stockt

Knapp 38 Millionen Menschen leben mit HIV, im Jahr 2018 starben weltweit 770.000 an Aids. Die Krankheit ist längst nicht so gut eingedämmt wie erhofft - auch weil das Geld knapp ist.

REUTERS

Etwa 1,7 Millionen Menschen haben sich im vergangenen Jahr mit HIV angesteckt, berichten die Vereinten Nationen. Damit ist die Zahl der Neuansteckungen zwar erneut gesunken. Dennoch scheint es kaum möglich, das von der Uno gesteckte Ziel zu erreichen, dass sich im Jahr 2020 weniger als eine halbe Million Menschen mit dem Virus infizieren.

Unaids, das Programm der Uno gegen HIV und Aids, warnt, dass die Zahl der Neuansteckungen in einigen Regionen besorgniserregend gestiegen sei - und zwar in Osteuropa, dem nahen Osten, Nordafrika und Lateinamerika.

Laut dem Unaids-Bericht sind Ost- und Südafrika weiterhin die am stärksten von HIV betroffenen Regionen. Dort leben 20,6 Millionen der weltweit 37,9 Millionen Infizierten. Vor allem Südafrika mache aber gute Fortschritte: Die Zahl der neuen Infektionen sei seit 2010 um 40 Prozent zurückgegangen, die Zahl der Todesfälle in gleichem Umfang gesunken.

Das HI-Virus schädigt und zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr und macht Infizierte anfällig für Krankheiten. Unbehandelt ist die Folge die Immunschwächekrankheit Aids.

Nur knapp zwei Drittel erhalten die lebenswichtigen Medikamente

Die Viren lassen sich mit antiretroviralen Medikamenten unter Kontrolle halten. Studien haben zudem belegt, dass HIV unter wirksamer Therapie nicht ansteckend ist. Die Mittel müssen allerdings lebenslang genommen werden. Doch nur rund 62 Prozent der Infizierten weltweit hatten im vergangenen Jahr Zugang zu den lebenswichtigen Medikamenten.

Über diese Versorgungslücke klagt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen: "Wir können nicht feiern oder über Erfolge sprechen, während Hunderttausende weiterhin jedes Jahr an Aids sterben, weil sie keinen Zugang zur HIV-Grundversorgung haben. Denn sie leben entweder in Ländern, die vernachlässigt werden, oder sie sind Teil vernachlässigter Bevölkerungsgruppen, oder die Politik hat sie ignoriert", sagt der HIV-Experte Gilles Van Cutsem in einer Mitteilung der Organisation.

Ein großes Problem beim Kampf gegen HIV sind laut Unaids fehlende Gelder. 2018 hätten internationale Spender rund eine Milliarde Dollar (rund 890 Millionen Euro) weniger zur Verfügung gestellt als im Jahr zuvor. Nationale Programme hätten diese Lücke nicht füllen können.

Im Video: HIV positiv - Mein Leben mit dem Virus

dbate.de

wbr/dpa/rtr



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