Globuli-Fläschchen
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Foto: Erik Tham/ EThamPhoto/ Getty Images

Alternativmedizin Argument Nr. 4 wird Sie von der Homöopathie überzeugen!

Wenn es nach dem SPD-Gesundheitsexperten Karl Lauterbach geht, sollen die Krankenversicherungen nicht mehr für Homöopathie aufkommen. Er hat recht - oder?
Von Nina Weber

Karl Lauterbach fordert (wie schon im Jahr 2010), dass die Krankenkassen die Kosten einer homöopathischen Behandlung nicht mehr übernehmen. Es gibt gute Gründe, diese Idee zu stützen, trotzdem soll hier auch das größte Gegenargument nicht zu kurz kommen.

Das Für und Wider der Kostenerstattung lässt sich an einem konkreten Beispiel erklären, dem Heuschnupfen.

Drei Gründe, warum die Kassen Homöopathie bei Heuschnupfen nicht mehr erstatten sollten.

1. Es gibt eine Therapie, die wirkt

Mit der sogenannten Hyposensibilisierung lässt sich Heuschnupfen ursächlich bekämpfen. Betroffene nehmen eine Zeitlang Tabletten oder erhalten Spritzen, in denen sich die Substanzen, auf die ihr Körper allergisch reagiert, in kleiner Dosis befinden. Das Immunsystem kann so lernen, die Stoffe besser zu verkraften. Allergologen empfehlen die Behandlung auch, weil sie in manchen Fällen verhindert, dass sich infolge des Heuschnupfens ein allergisches Asthma entwickelt. (Hier finden Sie eine Übersicht zur Studienlage  der Hyposensibilisierung bei verschiedenen Allergieformen; hier die aktuelle Leitlinie  zur Therapie.)

Dass die Kassen eine homöopathische Behandlung von Heuschnupfen erstatten, suggeriert eine gleichwertige Wahl. Schlimmstenfalls kann das dazu führen, dass sich Patienten - oder bei Kindern deren Eltern - zugunsten der Homöopathie gegen eine Hyposensibilisierung entscheiden und so auf die Therapie verzichten, die die Krankheit ursächlich bekämpft.

2. Medikamente, die gegen Heuschnupfen helfen, zahlen die Kassen nicht.

Es ist absurd.

In Apotheken werden verschiedene rezeptfreie Medikamente angeboten, die Heuschnupfensymptome unterdrücken. Sie sind zwar nicht übermäßig teuer - doch bezahlen müssen sie von Heuschnupfen Geplagte in aller Regel selbst.

Ein Erstgespräch bei einem homöopathischen Arzt würden die Kassen den Heuschnupfen-Patienten dagegen zahlen. Das kostet im Zweifel mehr als ein Saisonvorrat der Tabletten und hat im Gegensatz zu diesen noch keinen hinreichenden Beweis geliefert, dass es gegen die Allergie hilft.

Das führt direkt zum dritten Grund, Lauterbachs Forderung zu unterstützen:

3. Die Kostenübernahme erweckt den falschen Eindruck

Jeder weiß, dass die gesetzlichen Krankenkassen einiges nicht zahlen, obwohl es eindeutig hilft - etwa die eben erwähnten Medikamente gegen Heuschnupfen. Oder Brillen.

Einen Teil der Kosten homöopathischer Behandlungen übernehmen sie dagegen sogar freiwillig, ganz ohne gesetzlichen Zwang. Das lässt vermuten, dass die Homöopathie besonders gut hilft. Sonst würden die Kassen das ja lassen. Doch den Krankenversicherungen geht es dabei gar nicht um die Wirksamkeit, für sie ist die Maßnahme ein Marketing-Instrument. Sie zahlen, weil es sich einige Kunden wünschen. Etwa die Techniker Krankenkasse sagt selbst deutlich: "Wir haben keinen Wirksamkeitsnachweis für die Homöopathie vorliegen."

4. Das Argument für die Kostenübernahme

Dennoch, das darf man nicht verschweigen, gibt es ein sehr gewichtiges Argument, warum die Kassen weiter für Homöopathie zahlen sollten. Es ist folgendes:

*Wie in der Homöopathie üblich, wurde dieses Argument potenziert: Die Schrift wurde so lang immer weiter verdünnt, bis sie verschwunden ist. Es bleibt - so wie in homöopathischen Globuli - die umso stärkere Information zurück. Sicher sind Sie nun überzeugt

*Wie in der Homöopathie üblich, wurde dieses Argument potenziert: Die Schrift wurde so lang immer weiter verdünnt, bis sie verschwunden ist. Es bleibt - so wie in homöopathischen Globuli - die umso stärkere Information zurück. Sicher sind Sie nun überzeugt

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