Masern, Mumps, Röteln Forscher widerlegen These von Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus

Eine Immunisierung gegen Masern, Mumps und Röteln führt nicht zu Autismus, das zeigt eine groß angelegte Studie. Impfgegner hatten dies wiederholt behauptet, obwohl die Theorie schon früher widerlegt wurde.
Kind nach Impfung (Symbolbild)

Kind nach Impfung (Symbolbild)

Foto: Getty Images/Westend61

Nach einer groß angelegten Studie in Dänemark können Forscher ausschließen, dass eine Schutzimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) Autismus auslösen kann. Die falsche Behauptung war 1998 durch eine Untersuchung an zwölf Kindern in Umlauf gebracht worden und hatte Eltern unnötig verunsichert. Obwohl die Studie längst zurückgezogen wurde und der verantwortliche ehemalige Arzt Andrew Wakefield wegen gravierender Fehler seine Approbation verloren hatte, kursiert die Fehlinformation noch immer unter Impfgegnern.

Forscher haben nun Daten von etwa 650.000 Kindern aus Dänemark, die über zehn Jahre hinweg gesammelt wurden, ausgewertet. Dabei analysierten sie mehr als 6500 Fälle von Autismus. Die Wissenschaftler suchten nach Hinweisen, ob Autismus häufiger bei Kindern auftrat, die die Dreifachimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln oder andere Immunisierungen erhalten hatten.

Das Ergebnis: Eine MMR-Impfung hängt nicht mit einem erhöhten Risiko für Autismus zusammen, schreiben die Forscher im Fachblatt "Annals of Internal Medicine" . Das gilt auch für Kinder, die vorbelastet sind - etwa, weil es bereits einen Fall von Autismus in der Familie gegeben hat. Die Forscher fanden auch keinen Hinweis darauf, dass sich die Autismus-Diagnosen in einer bestimmten Zeit nach der Impfung häuften.

Das Studienergebnis sei zwar nicht neu, geben die Forscher zu. Ihnen sei es dennoch wichtig gewesen, die Behauptungen von Impfgegnern nochmals wissenschaftlich zu überprüfen, um falsche Theorien endgültig zu widerlegen. Es gibt eine Reihe weiterer Studien, die einen Zusammenhang zwischen einer MMR-Impfung und Autismus ausschließen. Einige Forscher der aktuellen Studie hatten dies auch in einer Untersuchung aus dem Jahr 2002 gezeigt.

Forschung prüft Verschwörungstheorien

"In einer idealen Welt würde sich die Impfforschung nur wissenschaftlich begründeten Hypothesen widmen und nicht Verschwörungstheorien", kommentieren die US-Mediziner Saad Omer und Inci Yildirim die aktuelle Studie. Dennoch sei es Aufgabe der Wissenschaft gefährliche Falschinformationen aufzudecken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Vermeidung oder Verzögerung von Impfungen kürzlich zu einer von zehn großen Bedrohungen für die Gesundheit weltweit erklärt. Damit steht sie auf einer Liste mit Ebola, Antibiotikaresistenzen und Luftverschmutzung. Durch konsequentes Impfen könnten Krankheiten wie Masern längst ausgerottet werden, die dafür nötige Quote wird jedoch nicht in allen Altersgruppen erfüllt - auch nicht in Deutschland. Auf den Philippinen sind seit Jahresbeginn mindestens 136 Menschen an Masern gestorben. Etwa 40 Prozent der Opfer waren demnach Kinder zwischen ein und vier Jahren.

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