Jemen Zahl der Cholera-Toten steigt auf 1500

Jeden Tag erkranken Hunderte Menschen im Jemen an Cholera. Gerade Kinder sterben häufig an den Folgen. Dabei lässt sich die Krankheit eigentlich gut behandeln.

Junge mit Verdacht auf Cholera in einem Krankenhaus in Sanaa (Jemen)
DPA

Junge mit Verdacht auf Cholera in einem Krankenhaus in Sanaa (Jemen)


Etwa 1500 Menschen sind in den vergangenen Wochen im Jemen an Cholera gestorben, wie die Weltgesundheitsorganisation WHO berichtet. Die Repräsentantin der WHO im Jemen, Nevio Zagaria, forderte mehr Hilfe, um die Epidemie beenden zu können.

Cholera verursacht starken Durchfall und Erbrechen und ist besonders für Kinder, Alte und Kranke lebensbedrohlich. Schon Mitte Juni waren laut Kinderhilfswerk Unicef insgesamt mehr als 193.000 Menschen im Jemen erkrankt. Die WHO hatte im Oktober 2016 von den ersten Cholera-Fällen im Jemen berichtet. Im Mai wurde in der Hauptstadt Sanaa der Notstand ausgerufen.

14,5 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Dabei lässt sich Cholera eigentlich gut behandeln. Doch nach drei Jahren Bürgerkrieg ist das Gesundheitssystem im Jemen in einem katastrophalen Zustand. Mehr als die Hälfte der medizinischen Einrichtungen ist geschlossen.

Hinzu kommen die schlechten hygienischen Zustände: 14,5 Millionen Menschen haben keinen Zugang zu sauberem Wasser und sanitären Anlagen. Das begünstigt den Ausbruch von Cholera weiter.

Sauberes Trinkwasser ist rar im Jemen
YAHYA ARHAB/ EPA/ REX/ Shutterstock

Sauberes Trinkwasser ist rar im Jemen

Im Jemen kämpfen seit 2015 die schiitischen Huthi-Rebellen gegen die Truppen von Präsident Abd-Rabbu Mansour Hadi. Die Hauptstadt Sanaa wird von den Rebellen kontrolliert. Seit März 2015 fliegt eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition Luftangriffe gegen mutmaßliche Stellungen der Rebellen.

Durch den Konflikt gab es rund 8000 Tote und 45.000 Verletzte. Terrorgruppen wie al-Qaida und der "Islamische Staat" machen sich den Konflikt zunutze, um ihre Macht in dem Land auszuweiten. Die WHO spricht mit Blick auf den Jemen von einer der schwersten humanitären Krisen weltweit.

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Auch Sudan kämpft gegen Cholera

Auch im Sudan breitet sich derzeit offenbar die Cholera aus. Seit Ende Mai sind etwa 22.000 Fälle akuten Durchfalls und Erbrechens dokumentiert worden. Etwa 700 Menschen sind bereits gestorben. Sudanesische Ärzte sind überzeugt, dass die Symptome wahrscheinlich auf Cholera zurückzuführen sind. Bisher verweigere die Regierung jedoch die Veröffentlichung von Testergebnissen.

Ärzte und Entwicklungshelfer fordern, im Sudan den Notstand auszurufen und den Beginn des Schuljahres nach hinten zu verschieben, um weitere Infektionen zu vermeiden.

koe/Reuters

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