Nach Kritik von Betroffenen Spahn entschuldigt sich für Krebs-Tweet

Nicht rauchen, Bewegung, Sonnencreme: In einem Tweet beschrieb Jens Spahn, wie jeder Einzelne sein Krebsrisiko senken kann. Hunderte Betroffene kritisierten das, nun äußert sich der Gesundheitsminister erneut.
Jens Spahn

Jens Spahn

Foto: Markus Schreiber/ AP

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist bekannt für seine steilen Thesen. Im Vorfeld des Weltkrebstages hatte er sich bereits mit der Aussage, Krebs könne in zehn bis 20 Jahren besiegt sein, erhebliche Kritik eingehandelt. Am Weltkrebstag selbst ging er jedoch für viele Betroffene zu weit.

In einem Tweet schrieb der Bundesgesundheitsminister, dass jeder "seinen persönlichen Kampf gegen Krebs" direkt beginnen könne. Anschließend zählte er bekannte Risikofaktoren auf: "Nicht (mehr) rauchen, sich mehr bewegen, gesund ernähren und die Haut vor UV-Strahlung schützen (Sonnencreme)!"

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Rein wissenschaftlich gesehen hat Spahn mit seiner Aussage recht. Alleine 2018 hätten in Deutschland 165.000 von 440.000 Krebserkrankungen verhindert werden können, wenn sich alle Menschen in Bezug auf ihre Gesundheit vorbildlich verhalten hätten. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Deutschen Krebsforschungszentrums. Die Zahlen zeigen aber auch: Ein Großteil der Krebskranken hatte sein Schicksal nie selbst in der Hand.

Hinzu kommt, dass Krebs eine höchst individuelle Krankheit ist - und das deutsche Gesundheitssystem mit den gesetzlichen Krankenkassen auf dem Solidarprinzip beruht. Jeder wird aufgenommen und behandelt - ganz gleich, wie er sich verhält.

Wie waren die Reaktionen auf Spahns Tweet?

Viele Betroffene und ihre Angehörigen fühlten sich von der Aussage angegriffen, unter Spahns Tweet sammelten sich innerhalb weniger Stunden mehr als 1000 Kommentare. Die meisten warfen ihm vor, zu sehr zu vereinfachen und zu pauschalisieren.

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19 Stunden nachdem er seinen Tweet abgesetzt hatte, reagierte Spahn auf die Kritik. In einem weiteren Beitrag auf Twitter entschuldigte er sich: "Es tut mir leid, wenn mein Tweet missverständlich war. Nichts liegt mir ferner, als den Erkrankten eine Mitschuld zu geben oder Krebs zu verharmlosen."

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Statt seine Aussage weiter zu erklären, äußerte sich Spahn noch einmal allgemeiner: Prävention, frühere Erkennung und bessere Therapien sollten helfen, schweres Leid zu vermindern.

Krebs ist in Deutschland nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache. 2015 waren Krebserkrankungen nach Angaben des Statistischen Bundesamts die Ursache für fast ein Viertel aller Todesfälle.

irb
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