Unsichtbares Gas Warum Kohlenmonoxid so gefährlich ist

Jedes Jahr kostet Kohlenmonoxid mehr als dreihundert Menschen in Deutschland das Leben. Die Gründe, warum das Gas so tückisch ist.
Glut: Hier entsteht Kohlenmonoxid

Glut: Hier entsteht Kohlenmonoxid

Foto: imago/ imagebroker

Was ist Kohlenmonoxid?

Bei Kohlenmonoxid (CO) handelt es sich um ein farb-, geruch- und geschmackloses Gas. Das macht es besonders gefährlich: Strömt es aus einem defekten Ofen aus, kann es - anders als etwa Rauch - nicht wahrgenommen werden. Aus diesem Grund wird es auch als silent killer bezeichnet.

Wann entsteht Kohlenmonoxid?

Das Gas bildet sich, wenn Kohlenwasserstoffe aus etwa Kohle, Gas oder Benzin nicht vollständig verbrennen. Eine typische Situation dafür sind glühende Kohlen auf einem Grill. Aus diesem Grund ist es lebensgefährlich, in geschlossenen Räumen zu grillen - selbst wenn Fenster oder Türen geöffnet sind. Zudem kann das Gas austreten, wenn beispielsweise die Abzüge an einer Heizung oder einem Kamin defekt sind.

Beim Unglück in Bayern ist noch unklar, wie das Gas in die Luft der Laube gelangt ist. In dem Häuschen befand sich ein Holzofen, der ein Leck gehabt haben könnte. Daneben untersucht die Polizei aber auch weitere Geräte, die als Ursache infrage kommen.

Was passiert bei einer Kohlenmonoxid-Vergiftung im Körper?

Kohlenmonoxid bindet bis zu 300-mal stärker als Sauerstoff an den roten Blutfarbstoff Hämoglobin. Bei einer Vergiftung kommt es dadurch zu einem massiven Sauerstoffmangel im Körper. Zu den Folgen zählen je nach Konzentration des Gases Kopfschmerzen, Herzrasen, Übelkeit, Halluzinationen, Apathie, Krampfanfälle, Atemnot und im schlimmsten Fall der Tod.

Wie schnell wirkt das Gift?

Bei hohen Konzentrationen ist das Zeitfenster zwischen den ersten spürbaren Symptomen und dem Verlust des Bewusstseins sehr kurz. "Oft haben Personen mit einer CO-Vergiftung zunächst keinerlei Beschwerden, sie sehen durch die kirschrote Verfärbung des Blutfarbstoffes sogar sehr gesund aus", schreibt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) . "Beim Versuch, aufzustehen, versagen dann schlagartig die Körperfunktionen und ein Handeln wird unmöglich."

Wie häufig kommt es zu Kohlenmonoxid-Vergiftungen in Deutschland?

"CO-Intoxikationen stellen in Deutschland mit circa 3700 Klinikeinweisungen und circa 370 Todesfällen pro Jahr die Hauptursache von akzidentellen Vergiftungen dar", heißt es in einem Artikel aus dem "Deutschen Ärzteblatt" . Laut Statistischem Bundesamt  starben im Jahr 2015 in Deutschland sogar mehr als 600 Todesfälle an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung. Die meisten Betroffenen vergiften sich mit Rauchgas, wie es bei Bränden entsteht.

Wie lässt sich vorbeugen?

Rauchmelder bieten laut BfR keinen Schutz, sie schlagen nur an, wenn sich ungewöhnlich viele feine Partikel in der Luft befinden. Wer etwa einen Kamin hat, sollte stattdessen mit einem CO-Melder die Konzentration des Gases in der Luft überwachen. Die Geräte seien im Baumarkt bereits ab 20 Euro erhältlich, schreibt die Kreisfeuerwehr Leer auf ihrer Homepage .

Bei bedenklichen Werten sollte man sofort den Raum verlassen. Rechtzeitig erkannt, lässt sich eine Kohlenmonoxid-Vergiftung behandeln. Die wichtigste Therapie ist die Gabe von hochdosiertem Sauerstoff.

hei/irb
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