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24. Juni 2016, 16:07 Uhr

Für die Tonne

Äthiopien wirft 69 Millionen Kondome unbenutzt in den Müll

Fast 70 Millionen unbenutzte Kondome muss die Regierung in Äthiopien entsorgen. Eigentlich sollten die Verhütungsmittel im Kampf gegen das HI-Virus eingesetzt werden, doch sie sind undicht.

Wegen Qualitätsmängeln muss die äthiopische Regierung 69 Millionen Kondome entsorgen, die im Kampf gegen Aids zum Einsatz hätten kommen sollen. Die Verhütungsmittel hätten Qualitätstests nicht bestanden, sie hätten Löcher oder rissen leicht, teilte die äthiopische Gesundheitsbehörde am Freitag mit. Eine indische Firma soll die Kondome hergestellt haben.

Behördenchef Meskele Lera kündigte an, die Regierung in Addis Abeba werde sich das Geld für die Kondome sowie die Kosten für deren Entsorgung zurückholen. Die Herstellerfirma besteht allerdings auf eine zweite Prüfung. "Wir verstehen nicht ganz, warum", sagte Gesundheitsminister Kebede Worku.

Die äthiopischen Behörden hatten die Kondome im Wert von zwei Millionen Dollar, umgerechnet rund 1,8 Millionen Euro, mit einer Spende des Weltfonds gegen Aids, Tuberkulose und Malaria gekauft.

Gut 750.000 Äthiopier sind laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit dem HI-Virus infiziert. 2015 ging die Organisation von einem Gesamtanteil an der Bevölkerung von etwa einem Prozent aus. In der Hauptstadt Addis Abeba, wo Prostitution weit verbreitet ist, sind besonders viele Menschen betroffen.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, in Äthiopien würden laut WHO 1,2 Millionen Menschen mit HIV leben. Diese Zahl war falsch. Wir haben den Fehler korrigiert und bitten um Entschuldigung.

jme/dpa/AFP

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