Versicherungen Kassen zahlen nicht jeden Krankentransport

Mit Blaulicht ins Krankenhaus: Das zahlt die Kasse. Doch nicht in jedem Fall müssen die gesetzlichen Versicherungen die Kosten für einen Krankentransport übernehmen. Ein Überblick über die wichtigsten Voraussetzungen.
Rettungswagen rückt aus: Nicht immer übernehmen Krankenkassen die Transportkosten

Rettungswagen rückt aus: Nicht immer übernehmen Krankenkassen die Transportkosten

Foto: DPA

Berlin - Wer krank ist oder einen Unfall hatte, muss sich manchmal zum Arzt fahren lassen. Zum Beispiel per Rettungswagen, mit dem Taxi oder von einem speziellen Krankentransportunternehmen. Doch nicht in jedem Fall kommen die gesetzlichen Krankenkassen (GKV) für die dabei entstehenden Fahrtkosten auf.

"Grundsätzlich muss die Fahrt in Zusammenhang mit einer medizinischen Versorgung stehen und zwingend notwendig sein", erläutert Ann Marini vom GKV-Spitzenverband in Berlin. Das sei in Paragraf 60 des Sozialgesetzbuches (SGB) V geregelt. Kommt in einem Notfall etwa ein Rettungswagen und bringt den Betroffenen ins Krankenhaus, ist der Fall klar.

Sind die Voraussetzungen erfüllt, kommen die Kassen laut Marini nicht nur für Rettungsfahrten zum Krankenhaus auf. Ebenso zahlen sie für Fahrten in eine Klinik zur vor- und nachstationären Behandlung. Abgedeckt ist außerdem der Transport in ein anderes Krankenhaus, wenn die Verlegung in eine andere Einrichtung zwingend notwendig ist. Auch die Anfahrt zu ambulanten chirurgischen Eingriffen übernehmen die Kassen, "wenn damit eine Einweisung ins Krankenhaus vermieden oder verkürzt werden kann". Außerdem kommen sie für die Fahrtkosten zur medizinischen Reha auf.

Ausnahmen gibt es - müssen aber vorab genehmigt werden

In besonderen Ausnahmen kommen auch Fahrtkosten zu einer ambulanten Behandlung in Frage. "Diese müssen aber vorab genehmigt werden", sagt die Sprecherin. Als Beispiele nennt sie Dialysebehandlungen sowie eine onkologische Strahlen- und Chemotherapie. Bei Schwerbehinderung oder Pflegebedürftigkeit gebe es weitere Ausnahmen. Unabhängig vom konkreten Verkehrsmittel müssten Patienten mindestens fünf, maximal zehn Euro zu den Fahrtkosten beisteuern.

Fehlt die medizinische Notwendigkeit für einen Transport, etwa weil ein Patient allein auf eigenen Wunsch in eine andere Klinik verlegt wird, müssen die Kassen die Kosten nicht übernehmen. Auch bei einer Erkrankung oder einem Unfall im Ausland haben Patienten schlechte Karten: "Die Kostenübernahme bei einen Rücktransport aus dem Ausland nach Deutschland schließt das Gesetz aus", sagt Marini. Deshalb schließen Verbraucher vor einer Auslandsreise am besten eine private Auslandskrankenversicherung ab.

Weitere Informationen finden Sie beim GKV-Spitzenverband  und in den Krankentransport-Richtlinien  des G-BA.

cib/dpa
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