Gesundheitssystem Kuwaiter Kliniken sperren Ausländer aus

Ausländer, die in Kuwait leben, könnten künftig in Not geraten: Vom ersten Juni an sollen sie morgens keinen Zugang mehr zu öffentlichen Krankenhäusern haben. Kritiker sind empört, sie bezeichnen die Entscheidung des Gesundheitsministers als rassistisch.

Männer aus Bangladesch in Kuwaiter Klinik: Morgens keinen Zutritt mehr
AFP

Männer aus Bangladesch in Kuwaiter Klinik: Morgens keinen Zutritt mehr


Kuwait-Stadt - Kuwaiter genießen eine solide Gesundheitsversorgung. Sie sind durch ein Sozialversicherungssystem gut abgesichert, der Gesundheitsdienst ist sogar kostenlos. Angeblich zählt das Gesundheitssystem zu den besten der Welt. Doch die Regierung steht vor einem Problem: Viele Ausländer drängen ins Land und drohen, das System zu überlasten.

Jetzt haben sich Kuwaits Politiker zu einer drastischen Maßnahme entschlossen: Ausländer sollen künftig morgens keinen Zugang mehr zu öffentlichen Krankenhäusern erhalten. Wie Medien in dem Emirat am Donnerstag berichteten, ordnete dies der Gesundheitsminister Mohammed al-Haifi an.

Demnach dürfen die Ambulanzen der staatlichen Dschahra-Klinik westlich der Hauptstadt (Kuwait-Stadt) vom 1. Juni an in den Morgenstunden nur noch Kuwaiter behandeln. Ausländer können sich erst am Nachmittag versorgen lassen. Das neue System soll zunächst sechs Monate lang an der Klinik in Dschahra getestet und dann auf die übrigen Krankenhäuser ausgeweitet werden.

Mit der Entscheidung reagierte der Minister auf Klagen im Parlament über lange Wartezeiten wegen des großen Andrangs von Ausländern. In dem reichen Ölstaat leben 1,2 Millionen Kuwaiter und 2,6 Millionen Ausländer, vor allem aus Indien, Pakistan, Bangladesch und den Philippinen, aber auch aus Ägypten, Syrien und anderen Ländern. Während Kuwaiter den Gesundheitsdienst umsonst nutzen dürfen, müssen Ausländer eine jährliche Gebühr von 175 Dollar zahlen.

Aktivisten und Regierungskritiker nannten die neue Regelung "rassistisch". Der oppositionelle Anwalt und Autor Mohammed Adelkader al-Dschassem twitterte, ihn wundere die Entscheidung nicht. Einige dächten zu Unrecht, dass "Gerechtigkeit, Gleichheit und Freiheit kuwaitische Werte" seien.

Schon jetzt sind einige Regierungsbehörden am Vormittag nur für Kuwaiter da. Formulare für Führerscheine werden beispielsweise morgens nicht an Ausländer ausgegeben.

cib/AFP



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Seite 1
zyn666 16.05.2013
1. Es ist das gute Recht
Zitat von sysopAFPAusländer, die in Kuwait leben, könnten künftig in Not geraten: Vom ersten Juni an sollen sie morgens keinen Zugang mehr zu öffentlichen Krankenhäusern haben. Kritiker sind empört, sie bezeichnen die Entscheidung des Gesundheitsministers als rassistisch. Kuwait: Regierung schränkt Krankenhausbehandlung von Ausländern ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kuwait-regierung-schraenkt-krankenhausbehandlung-von-auslaendern-ein-a-900325.html)
der Kuwaiter solche eine Entscheidung zu fällen. Wem sie nicht passt, braucht ja nicht nach Kuwait ziehen, sondern kann zu Hause in seiner Heimat bleiben, oder wenn er bereits in Kuwait wohnt, in seine Heimat zurückkehren.
freemind2010 16.05.2013
2. Wir sollten
das mal der Antifa mitteilen, die können dort dann gegen die N.zis demonstrieren. ironie-off Wer jemals in einem indischen Krankenhaus war, wird sich darum reissen, nur Nachmittags behandelt zu werden.
abraxas63 16.05.2013
3.
Zitat von sysopAFPAusländer, die in Kuwait leben, könnten künftig in Not geraten: Vom ersten Juni an sollen sie morgens keinen Zugang mehr zu öffentlichen Krankenhäusern haben. Kritiker sind empört, sie bezeichnen die Entscheidung des Gesundheitsministers als rassistisch. Kuwait: Regierung schränkt Krankenhausbehandlung von Ausländern ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kuwait-regierung-schraenkt-krankenhausbehandlung-von-auslaendern-ein-a-900325.html)
Die Ausländer, "die ins Land drängen", sind die Leute, die im Land die Drecksarbeit machen. Schlecht abgesichert, oft ausgeliefert, dürfen sie in Zukunft noch damit rechnen, auf der Strasse zu verrecken, falls es ihnen einfällt, zur falschen Zeit malad zu werden.
derandersdenkende, 16.05.2013
4. Dies wird dem gedeihlichen Zusammenwirken
Zitat von sysopAFPAusländer, die in Kuwait leben, könnten künftig in Not geraten: Vom ersten Juni an sollen sie morgens keinen Zugang mehr zu öffentlichen Krankenhäusern haben. Kritiker sind empört, sie bezeichnen die Entscheidung des Gesundheitsministers als rassistisch. Kuwait: Regierung schränkt Krankenhausbehandlung von Ausländern ein - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/kuwait-regierung-schraenkt-krankenhausbehandlung-von-auslaendern-ein-a-900325.html)
des Kuweitischen Absolutismus und seiner befreundeten deutschen Eliten keinen Abbruch tun!
TeslaTraX 16.05.2013
5.
Da könnten die von Kuba wohl etwas lernen...
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