Infizierter Bestatter Lassa-Patient in Frankfurt bald wieder gesund

Der Frankfurter Lassa-Patient ist zwar noch geschwächt, sein Zustand aber stabil. Damit hat er das Schlimmste überstanden. Der Bestatter aus Alzey hatte sich bei seiner Arbeit infiziert.

Schutzhandschuhe in der Sonderisolierstation in Düsseldorf (Archivbild)
DPA

Schutzhandschuhe in der Sonderisolierstation in Düsseldorf (Archivbild)


Dem Frankfurter Lassa-Patienten geht es deutlich besser. Der Mann sei "weitestgehend mobil, aber noch geschwächt", berichtet die Uniklinik am Montag. Der Mitarbeiter eines Bestattungsunternehmens wird seit mehr als zwei Wochen auf der Sonderisolierstation des Frankfurter Uniklinikums behandelt. Er hatte sich an der Leiche eines in Köln gestorbenen Lassa-Infizierten angesteckt.

Bei dem Toten handelte es sich um einen 46 Jahre alten US-Bürger, der in Togo als Krankenpfleger gearbeitet hatte. Der Mann war mit der Diagnose Malaria direkt aus Afrika nach Köln überwiesen worden. Wenige Stunden später starb er.

Zwar wurde der Leichnam in einem Spezialcontainer zum Bestattungsinstitut transportiert. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt noch unbekannt, dass der Mann am Lassa-Fieber gestorben war. Wenige Tage, nachdem Spezialisten das Virus bei dem Toten nachweisen konnten, bestätigte sich die Diagnose auch bei dem Bestatter. Es handelt sich weltweit um den ersten bekannten Fall einer Lassa-Ansteckung außerhalb von Afrika.

"Alle Anzeichen einer schweren Virusinfektion"

"Wir sind glücklich, dass wir dem Patienten zu seiner baldigen Genesung verhelfen konnten", sagt Professor Jürgen Schölmerich, Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt. Nach seiner Einlieferung in die Klinik litt der Mann unter "allen Anzeichen einer schweren Virusinfektion". Da er in einem sehr frühen Erkrankungsstadium ins Krankenhaus gekommen war, rechneten die Mediziner jedoch von Anfang an mit guten Heilungsaussichten.

Lassa zählt wie Ebola und Marburg zu den hämorrhagischen Fiebern. Die Erreger können Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen auslösen, später sind Hautblutungen, Durchfall und Erbrechen möglich. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge verläuft die Infektion jedoch häufig auch mild oder ohne Symptome.

Lassa ist in mehreren Ländern Westafrikas verbreitet. In Deutschland kommt die Erkrankung nur äußerst selten vor, wenn sie durch Reisende aus Afrika eingeschleppt wird. Hochrechnungen zufolge infizieren sich jährlich 100.000 bis 300.000 Menschen mit dem Virus, von denen ein bis zwei Prozent am Fieber sterben. Eine Impfung gibt es nicht.

irb/dpa



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