Kreis Düren Behörden suchen nach Quelle des Legionellen-Ausbruchs

Im Kreis Düren ist es zu einer Häufung von Lungenentzündungen gekommen. Bei fünf der neun untersuchten Patienten waren Legionellen Auslöser der Krankheit. Die Ursache der Infektionswelle ist noch unklar.

Wasserhahn: Legionellen können sich übers Wasser verbreiten
DPA

Wasserhahn: Legionellen können sich übers Wasser verbreiten


Düren - Legionella pneumophila ist ein stäbchenförmiges Bakterium, das Lungenentzündungen hervorrufen kann. Im Kreis Düren haben fünf nachgewiesene Infektionen mit Legionellen die Behörden alarmiert: Das Gesundheitsamt hatte mit speziellen mikrobiologischen Untersuchungen auf eine Häufung von Lungenentzündungen in Jülich reagiert.

Bei fünf von neun untersuchten Patienten seien Legionellen als Ursache für die Infektion nachgewiesen worden, teilte der Kreis Düren am Freitag mit. Insgesamt waren demnach vom 14. August bis 11. September 42 Menschen "mit einer bestimmten Form der ambulant erworbenen Lungenentzündung" in eine Klinik eingeliefert worden. Bei zweien habe die Lungenentzündung mit zum Tod geführt. Sie gehörten allerdings nicht zu den auf Legionellen untersuchten Patienten.

Das nordrhein-westfälische Umweltministerium wies nach Angaben eines Sprechers das Landesumweltamt zu einem Sondereinsatz an. Angeordnet sei die sofortige Untersuchung der kommunalen Kläranlage, des Abwasserbeckens eines Nahrungsmittelherstellers und einer Papierfabrik. Proben sollen auch aus einem Teich und zwei Bächen genommen werden und von Flächen, auf denen in der Vergangenheit Zuckerrübenschlämme aufgebracht wurden. Mit den Ergebnissen werde gut einer Woche gerechnet.

Jetzt würden alle Patienten auf Legionellen untersucht, kündigte Landrat Wolfgang Spelthahn an. Bei dem festgestellten Typus handele es sich um eine seltene Untergruppe, auf die bei einer ersten Untersuchung nicht getestet worden war. Die überwiegende Mehrheit der Erkrankten sei mittlerweile gesund. Die letzte Ansteckung liege vor dem 10. September.

Bei einer Legionellen-Infektionswelle im sauerländischen Warstein waren 2013 mehr als 160 Menschen an einer schweren Lungenentzündung erkrankt und zwei Patienten gestorben.

Der Kreis Düren habe eine Meldepflicht für alle Betreiber von Rückkühlwerken in der Stadt Jülich in Kraft gesetzt. Rückkühlwerke dienen zum Kühlen von Luft oder Wasser und werden oft für Klimaanlagen genutzt. In Warstein hatte vermutlich eine industrielle Kühlanlage im August 2013 die Bakterien über die Stadt Warstein verbreitet.

Legionellen können sich unter anderem über verunreinigtes Leitungswasser verbreiten, wenn zerstäubtes Wasser eingeatmet wird (etwa aus Duschköpfen). Auch Ansteckungen in Schwimmbädern sind bekannt. Von Mensch zu Mensch werden die Bakterien nicht übertragen, normales Essen und Trinken spiele bei der Verbreitung von Legionellen ebenfalls keine Rolle, berichtet das Bayerische Landesamt für Gesundheit.

Die Infektion beginnt meist mit Husten, Durchfall und Fieber. Später kann es zu schweren Lungen- und Rippenfellentzündungen kommen. Legionellen im Magen-Darm-Trakt sind dagegen in der Regel harmlos. Deswegen kann Trinkwasser weiter verwendet werden.

Weitere Informationen zum Thema Legionellen-Infekte finden Sie beim Robert Koch-Institut.

cib/dpa



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