Abgase Lungenärzte erwarten Verschärfung der Stickoxid-Grenzwerte

Im Streit um die Grenzwerte für Stickstoffdioxid gehen die deutschen Lungenärzte davon aus, dass die Weltgesundheitsorganisation durchgreifen wird. Sie rechnen mit einer Absenkung der Werte.

Autos stauen sich in Stuttgart
picture alliance/dpa

Autos stauen sich in Stuttgart


Die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) erwartet, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in absehbarer Zeit eine Absenkung der Grenzwerte für Stickstoffdioxid (NO2) empfehlen wird.

Derzeit werde in der WHO darüber beraten, ob der etwa in der EU geltende Grenzwert noch den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspreche, sagte Professor Holger Schulz vom Helmholtz Zentrum München der "Welt". Es sei davon auszugehen, dass die WHO eine Absenkung vorschlagen werde.

Schulz zählt zu den Autoren des Positionspapiers, das die DGP im November zum Thema Luftschadstoffe vorgestellt hatte. Darin heißt es an zentraler Stelle: "Gesundheitsschädliche Effekte von Luftschadstoffen sind sowohl in der Allgemeinbevölkerung als auch bei Patienten mit verschiedenen Grunderkrankungen gut untersucht und belegt." Und: "Eine weitere deutliche Reduktion der Luftschadstoffbelastung ist geboten und eine Absenkung der gesetzlichen Grenzwerte erforderlich."

Konkret bedeutet das laut Schulz: "Bezogen auf Stickstoffdioxid ist nach meiner Ansicht ein Grenzwert von 30 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft sinnvoll." Der Stickstoffdioxid-Grenzwert liegt derzeit im Jahresmittel bei 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft und basiert auf Empfehlungen der WHO. Schulz betonte, es sei Aufgabe der Politik, nicht der Wissenschaft, neue Obergrenzen zu formulieren. Fest stehe, dass Luftschadstoffe gesundheitsschädlich seien: "Das ist bereits bei Werten von 20 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft nachweisbar."

Eine Gruppe von mehr als 100 Lungenärzten um den pensionierte Pneumologen Dieter Köhler hatte im Januar eine heftige Debatte ausgelöst, nachdem sie den gesundheitlichen Nutzen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid anzweifelte. Später räumte der Autor der Stellungnahme, der Mediziner Dieter Köhler, Rechenfehler ein, blieb aber bei der Grundaussage, dass die gesundheitlichen Risiken durch Stickoxide und Feinstaub und die darauf basierenden Grenzwerte wissenschaftlich nicht hinreichend begründet seien.

koe/joe/dpa



insgesamt 168 Beiträge
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Seite 1
freie.fahrt 07.03.2019
1. Gute Nachricht
Da muss man wohl Herrn Scheuer dankbar sein, dass er eine Überprüfung der Grenzwerte in die Wege geleitet hat.
truka 07.03.2019
2. Na was denn jetzt
Einmal Hüh, einmal Hot, man kann das alles nicht mehr ernst nehmen. Das einzige was funktioniert sind die Vernichtung von Arbeitsplätzen. Also weiterso, ihr schafft das.
aips69 07.03.2019
3. Luftqualität in Deutschland, ...
Warum kann man die Raucher per Gesetz nicht vor sich selbst schützen, einfach alles verbieten. Das ist gelebte Demokratie ... (weiter mit Diesel, Fliegen, Kreuzfahrten ...) Für die Verfechter solcher Theorien wäre ein Besuch in asiatischen Megastädten vielleicht einmal heilsam ....
nixus_minimax 07.03.2019
4. Unfassbar
Es ist mir immer noch unbegreiflich wie ich die 80ger und 90ger Jahre überlebt habe. Die 50ger, 60ger und 70ger waren ja bekannt dafür das die Menschen im Luftkurort Rhein-Ruhr mit 30-40 an Lungenleiden vertarben aber das ist ja gottseidank passé. Alles ist ganz ganz furchtbar nur das die Leute im Schnitt in Stuttgart älter werden als in MeckPomm oder diversen anderen Orten. Grade Stuttgart Synonym für Lungenemphysem, TBC und NOx Werte die einen spontan blutigen Auswurf ind die Lunge treibt. Erst war der Wald tot, dann war der finale saure Regen, wir sind an der Tschernobyl Wolke verendet und an Cäsium Pilzen, dann hat uns Radon dahingerafft, FCKW hat uns mit dem Ozonloch dahinsiechen lassen, Acrylamid Pizzen haben Landstriche entvölkert, am Klimawandel sind wir verschieden, Feinstaub hat uns unendliches Leid gebracht und nun ist es NOx das uns den wirlich finalen letalen Todesstoss geben wird. Wir werden alle sterben! Und wenn es an hysterischen Anfällen liegt scheinbar um so besser.
Danno 07.03.2019
5. Farce!
Na, wer steckt denn da wohl wieder dahinter? Der Wettbewerb lautet: wer bietet weniger und richtet dabei den maximalen wirtschaftlichen Schaden an. Alles nur noch krank!
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