Natürliches Antibiotikum Honig bekämpft hartnäckige Krankheitserreger

Ein bisschen Manuka-Honig und viel Wasser könnten in Zukunft helfen, medizinische Instrumente von Krankheitserregern zu befreien. Dafür spricht eine aktuelle Studie mit dem Spezial-Honig aus Neuseeland.

Manuka-Honig auf einem Löffel
imago/ Westend61

Manuka-Honig auf einem Löffel

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Honig zählt zu den ältesten Heilmitteln der Menschheit. Schon 400 vor Christus pries Hippokrates es als Mittel gegen Fieber an; Wunden wurden Jahrhundertelang mit Umschlägen aus Honig, Öl und Wein versorgt. Heute weiß die Wissenschaft, dass die Mediziner damals richtig handelten - zumindest, was die Abwehr von Bakterien angeht.

Durch seinen hohen Zuckergehalt entzieht Honig Bakterien Wasser und erschwert ihnen die Vermehrung. Hinzu kommen Inhaltsstoffe, die Krankheitserreger abtöten. Wird Honig etwa mit Wasser verdünnt, entsteht Wasserstoffperoxyd, das antibakteriell wirkt. Das ist allen Honigsorten gemein. Die antibakterielle Wirkung einer Sorte, des Manuka-Honigs, geht jedoch noch weit darüber hinaus.

Eine aktuelle Studie spricht jetzt dafür, dass der neuseeländische Honig selbst hartnäckigen Bakterien-Filmen entgegenwirkt - und sich zur Desinfektion medizinischer Hilfsmittel wie Katheter eignen könnte.

Bakterientöter aus dem Bienenmagen

Manuka-Honigs entsteht, wenn Bienen den Nektar eines in Neuseeland beheimateten Teebaums - auch Manuka genannt - in Honig umwandeln. Jedes Jahr werden in Neuseeland auf diese Weise 1700 Tonnen des besonderen Lebensmittels produziert. Maori nutzen ihn seit Jahrhunderten bei der Behandlung von Entzündungen und Infektionen. Mittlerweile ist auch der Inhaltsstoff bekannt, der für seine besonders starke antibakterielle Wirkung verantwortlich ist.

Manuka-Blüte
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Manuka-Blüte

Bei der Umwandlung des Nektars entsteht im Magen der Bienen Methylglyoxal (MGO). Während in einem Kilogramm handelsüblichen Honig etwa 1 bis 2 Milligramm des Stoffs stecken, entdeckten Forscher um Thomas Henle von der TU Dresden in einem Kilo Manuka-Honig Mengen von 300 bis 700 Milligramm pro Kilogramm. Wird herkömmlicher Honig künstlich mit MGO angereichert, entwickelt er eine ähnlich starke antibakterielle Wirkung wir das Original aus Neuseeland.

70 Prozent weniger haftende Bakterien

Um zu untersuchen, wie gut Manuka-Honig selbst hartnäckigen Bakterienfilmen entgegenwirkt, züchteten US-Forscher zwei verschiedene Keime: Escherichia coli und Proteus mirabilis zählen zu den häufigsten Auslösern von Harnwegsinfekten. Anschließend starteten sie zwei Tests.

  • Bei einem ersten gaben sie die Bakterien direkt mit verdünntem Honig in Plastikschälchen. Anschließend kamen die Schälchen in einen 37 Grad warmen Brutschrank - optimale Bedingungen für die Bakterien, um zu wachsen. Auf diese Weise wollten die Forscher testen, wie stark der Honig die Keime daran hindert, sich auf dem Plastik festzusetzen und einen typischen Bakterien-Film zu bilden.
  • Bei einem zweiten Versuch ließen die Forscher die Bakterien erst 24 Stunden auf dem Plastik wachsen und behandelten sie dann mit verdünntem Honig. Auch hier kamen die Schälchen anschließend wieder in den Brutschrank. So konnten die Forscher analysieren, wie stark der Honig einen neu gebildeten Bakterienfilm beeinflussen kann.

In beiden Fällen zeigte sich deutlich, wie der Honig die Bakterien beeinflusst. Selbst eine Lösung mit nur 3,3 Prozent Honig hinderte die Bakterien daran, sich auf dem Plastik festzusetzen. Nach zwei Tagen im Brutschrank hafteten im Vergleich zu einer Bakterienkultur ohne Honigbehandlung 35 Prozent weniger Keime auf dem Plastik, nach drei Tagen waren es um die 70 Prozent weniger Keime, schreiben die Wissenschaftler um Somadina Emineke von der University of Portsmouth im "Journal of Clinical Pathology".

Auch im zweiten Test, nachdem der Bakterienfilm bereits gewachsen war, wirkte der Honig den Krankheitserregern entgegen. War der Bakterienfilm einen Tag lang einer Honigkonzentration von 16,7 Prozent ausgesetzt, reduzierte sich sein Wachstum um 46 Prozent. Nach zwei Tagen war die Wirkung noch einmal stärker.

Bis zu 100 Euro für ein Glas

Die Studie spreche dafür, dass sich der verdünnte Manuka-Honig als Desinfektionsmittel für Katheter eignen könnte, schreiben die Forscher. Vor allem bei längeren Behandlungen mit dem Hilfsmittel kommt es häufig zu Harnwegsinfektionen. Bevor ein Einsatz in der Medizin denkbar ist, müssen aber noch weitere Studien folgen. Noch ist unklar, ob sich die Ergebnisse auf das Umfeld der Blase übertragen lassen. Auch fehlen Tests mit länger bestehenden Bakterienfilmen.

In Deutschland wird Manuka-Honig je nach MGO-Gehalt für Preise von bis zu 100 Euro pro Glas angeboten, seine Kosten übersteigen die des herkömmlichen Honigs deutlich. Wer sich aufgrund der gut untersuchten antibakteriellen Wirkung eine Wunderwirkung etwa bei Erkältungen erhofft, sollte jedoch gewarnt sein. Erkältungen werden in der Regel von Viren und nicht von Bakterien verursacht. Aus diesem Grund können sie auch nicht mit Antibiotika behandelt werden.

Hinzu kommt ein zweiter, wichtiger Punkt: Die Inhaltsstoffe des Honigs können - selbst wenn sie auch Viren bekämpfen - nur an Stellen wirken, die sie direkt erreichen. Auf seinem Weg in den Bauch etwa passiert der Honig Mund, Rachen und Hals. Bei den Bronchien, Schauplatz eines tiefsitzenden Hustens, kommt er nicht an. Mögliche Einsatzgebiete erhoffen sich Forscher stattdessen bei Entzündungen des Zahnfleisches oder Infektionen des Magen- und Darmtrakts.

Bis es soweit ist, müssen sie neben der Wirkung allerdings auch die Nebenwirkungen weiter ergründen. In Tierversuchen wurde MGO mit Diabetes in Verbindung gebracht. Wer von der Stoffwechselkrankheit betroffen ist, sollte den Honig deshalb nicht schlucken - und vor einer Anwendung auf jeden Fall mit seinem Arzt sprechen.

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Seite 1
Sumerer 28.09.2016
1.
"Ein bisschen Manuka-Honig und viel Wasser könnte in Zukunft helfen, medizinische Instrumente von Krankheitserregern zu befreien. Dafür spricht eine aktuelle Studie mit dem Spezial-Honig aus Neuseeland." Ein Bienenvolk, der Bien, lebt in etwa in einem Stock mit 40.000 - 50.000 Bienen auf engstem Raum. Da verwundert es nicht wirklich, dass es auch in der Lage ist Krankheitserreger zu kompensieren/eliminieren.
allegro_assai 28.09.2016
2. Desinfektion mit Honig hätte konkret welchen Vorteil?
Zitat von Sumerer"Ein bisschen Manuka-Honig und viel Wasser könnte in Zukunft helfen, medizinische Instrumente von Krankheitserregern zu befreien. Dafür spricht eine aktuelle Studie mit dem Spezial-Honig aus Neuseeland." Ein Bienenvolk, der Bien, lebt in etwa in einem Stock mit 40.000 - 50.000 Bienen auf engstem Raum. Da verwundert es nicht wirklich, dass es auch in der Lage ist Krankheitserreger zu kompensieren/eliminieren.
Im Beitrag steht ja gerade, dass der Honig nicht gegen Viren wirkt. Sehr wahrscheinlich wirkt er auch nicht gegen Pilze.
Pride & Joy 28.09.2016
3. Propolis
https://de.wikipedia.org/wiki/Propolis ---Zitat--- Propolis ist eine braungelbe, harzartige Masse mit aromatischem Geruch. Sie löst sich nur teilweise in Wasser und in Ethanol. Als Naturstoffgemisch hat Propolis vielfältige Wirkungen. ---Zitatende--- Bietet die gleichen Vorzüge plus antimikrobielle und virostatische Wirkung und ist wesentlich günstiger und in jedem gut sortierten Naturladen, Drogerie und Apotheke zu erstehen.
permissiveactionlink 28.09.2016
4. Hohe Gewinnspannen
sind demnächst möglich, indem man billigstes Zeug, das man bisweilen auch Honig nennt, mit einer Chemikalie versetzt, die 2-Oxopropanal heißt, und vermutlich preiswert im Tonnenmaßstab produzierbar ist. Hypochonder und Esoteriker werden bereit sein, dafür hohe Preise zu zahlen. Sinnvoller, als sich den klebrigen Glibber unter den Windverband zu streichen sollte es sein, die Substanz direkt in den entsprechenden Cremes zu testen. Und hat man erst den antibakteriellen Wirkmechanismus gefunden, dann ist es vielleicht möglich, die Substanz strukturell zu modifizieren und ihre Wirkung noch zu verbessern. Die Salicylsäure aus der Weidenrinde wurde schließlich auch durch Acetylierung deutlich wirksamer. Es gibt einige Beispiele dafür, dass Naturprodukte technisch verbessert werden können. Und Honig birgt auch Gefahren : es wurden schon Sporen von Clostridium botulinum (Botox-Produzent!) in Honig nachgewiesen, neben Pyrrolizidinalkaloiden und anderem giftigen Zeugs. Nicht alles, was aus der Natur kommt ist unbedenklich oder gar gesund !
DieButter 28.09.2016
5. Hausaufgabe: Unterschied Sterilisation vs Desinfektion googeln
Ähm, also erst einmal werden medizinische Hilfsmittel, wie Katheter, die in den menschlichen Körper eingeführt werden, in den allermeisten Fällen vor Wiederverwendung sterilisiert und nicht bloß desinfiziert - oder es handelt sich um Einmalkatheter, die häufigste Form, der zB. im Text beschriebenen Harnwegskatheter. Die müssen nicht sterilisiert und auch nicht desinfiziert werden, sondern werden nach Benutzung direkt weggeschmissen bzw. entsorgt. Insofern ist der ganze Artikel eigentlich für die Tonne. Interessanter wäre gewesen, ob der Honig sich wirklich mit den gängigen Flächendesinfektionsmitteln messen lassen kann. Und da muss man wohl zum Schluß kommen, dass er das eben nicht kann, weil er erstens viel zu lang benötigt, um das Bakterienwachstum ausreichend zu hemmen und zweitens, bloß weil er gegen die Bakterienfilmbildung wirksam zu sein scheint, heißt das noch lange nicht, dass er etwa Bakteriensporen oder bestimmte Bakterienarten sinnvoll bekämpfen kann. Das Totschlagargument schlechthin dürfte aber sein, dass gängige Flächendesinfektionsmittel einfach viel billiger sind, als dieser schweineteure Honig.
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