Marco Reus' Adduktoren-Verletzung Wo es weh tut

Marco Reus verpasst die EM 2016 wegen Problemen an den Adduktoren. Warum ziehen sich Fußballer dort so oft Verletzungen zu?

Nationalspieler Reus
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Arjen Robben hatte regelmäßig Probleme mit den Adduktoren und verpasste wichtige Spiele, Mario Götze fiel deswegen aus, ebenso Mats Hummels. Nun ist auch BVB-Star Marco Reus betroffen. Wegen einer Verletzung an den Adduktoren kann er nicht mit zur Fußballeuropameisterschaft nach Frankreich. Trainer Joachim Löw musste ihn aus dem Kader streichen.

Die Adduktoren bestehen aus mehreren Muskeln, die sich vom Schambein fast den ganzen Oberschenkel herunter erstrecken. Ihr Name ist Programm: Adduktion bedeutet das Heranziehen eines Körperteils zur Körpermitte, hier konkret des Oberschenkels. Bei jedem Schuss mit dem Innenrist, der Innenseite des Fußes, sind die Adduktoren beteiligt.

Reus plagt sich wohl schon länger mit Beschwerden im Bereich des Schambeins, der Leiste und den Adduktoren herum. "Es ist eine der wichtigsten und am häufigsten beanspruchten Muskelgruppen bei Fußballern", sagt Bertil Bouillon, Direktor der Klinik für Orthopädie, Unfallchirurgie und Sporttraumatologie in Köln.

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Entweder gebe es Verletzungen in der Mitte der Muskeln, also Zerrungen, Bündel- oder Faserrisse. Oder aber die Sehnen am oberen und unteren Ende der Adduktoren machten Probleme, an den Verbindungsstellen zu den Knochen könnten Einrisse auftreten, beispielsweise am Schambein.

"Adduktorenprobleme sind sehr schmerzhaft", sagt Bouillon. Betroffene könnten ihr Bein dann nicht mehr oder nur unter starken Schmerzen nach innen ziehen.

Beim einfachen Laufen geradeaus brauche man die Adduktoren nicht, erklärt der Orthopäde. Sobald man aber einen Ball schießen oder auch die Laufrichtung wechseln wolle, sei die Muskelgruppe unverzichtbar. Die Gegenspieler der Adduktoren, die Abduktoren, machen Fußballern nicht so häufig Probleme. Die Muskelgruppe ermöglicht das Abspreizen des Beines nach außen.

Bei Schmerzen an der Innenseite prüfen Sportmediziner zunächst den Zustand von Muskeln und Sehnen manuell. Dann folgen Untersuchungen per Ultraschall oder MRT. Zur üblichen Therapie gehören Schonung der Muskelgruppe, Physiotherapie und mitunter auch antientzündliche Medikamente.

Die Adduktoren bestehen aus mehreren Muskeln
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Die Adduktoren bestehen aus mehreren Muskeln

hda



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