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29. März 2019, 09:53 Uhr

Masern

Ärztepräsident Montgomery plädiert für Impfpflicht

"Aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht absolut sinnvoll": Im SPIEGEL fordert Ärztepräsident Montgomery eine Impfpflicht. Das Gesundheitsministerium arbeitet an einem Gesetzentwurf.

In der aktuellen Debatte über Masernausbrüche in Deutschland fordert der Präsident der Bundesärztekammer Frank Ulrich Montgomery, dass eine Impfpflicht eingeführt wird. "Eine Impfpflicht in Deutschland wäre aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht absolut sinnvoll", sagt Montgomery in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. "Wer sich impfen lässt, übernimmt nicht nur Verantwortung für sich, sondern für die Gesellschaft." Dass die Regierung angesichts der Häufung von Masernfällen eine solche Pflicht prüfe, sei zu begrüßen, so Montgomery. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte bei SPIEGEL+).

Nach SPIEGEL-Informationen arbeitet das Bundesgesundheitsministerium derzeit an ersten Überlegungen für eine Impfpflicht gegen Masern. Konkret erwogen werde eine Impfpflicht nur für Kinder: Sie sollen Kitas oder Schulen demnach nur dann besuchen dürfen, wenn sie gegen Masern geimpft sind. Spätestens bei der Anmeldung zur Schule hätte das eine durchschlagende Wirkung, da in Deutschland Schulpflicht herrscht.

Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen und damit den Schulbesuch unmöglich machen, müssten mit Konsequenzen rechnen. Auch für Lehrer oder Erzieher in solchen Gemeinschaftseinrichtungen könnte eine Impfung möglicherweise zur Pflicht werden. Denkbar wäre außerdem, dass Ärzte künftig regelmäßig den Impfstatus erwachsener Patienten kontrollieren und diese gegebenenfalls beraten.

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