Gerichtsprozess Gutachter soll Beweise zur Existenz des Masernvirus prüfen

100.000 Euro wollte ein Impfgegner angeblich für den Beweis zahlen, dass das Masernvirus existiert. Die Dokumente eines Mediziners überzeugten ihn nicht, der Fall ist vorm Gericht Ravensburg gelandet. Das hat jetzt einen Gutachter eingesetzt.
Masernvirus unter dem Transmissionselektronenmikroskop (TEM): Impfgegner bestreitet Existenz

Masernvirus unter dem Transmissionselektronenmikroskop (TEM): Impfgegner bestreitet Existenz

Foto: Corbis

Ravensburg - Gibt es Masernviren oder gibt es sie nicht? Der kuriose Streit um diese Frage ist am Donnerstag vor dem Landgericht Ravensburg in die zweite Runde gegangen. Nachdem die Richter bei einem ersten Anlauf die Verhandlung nach wenigen Minuten vertagt hatten, entschieden sie am zweiten Prozesstag, einen sachverständigen Gutachter einzusetzen.

Auslöser des Streits war eine Ausschreibung des Biologen Stefan Lanka , in der er 100.000 Euro für denjenigen ausgelobt hatte, der die Existenz der Masernviren nachweist. Der Mediziner David Bardens war im Internet auf das Angebot gestoßen und hatte sich die Ernsthaftigkeit der Wette schriftlich bestätigen lassen. Anschließend suchte er Publikationen zur Existenz des Masernvirus zusammen und schickte Bardens die Dokumente zu. Geld erhielt er allerdings nicht - Lanka stellt die Idee der krankmachenden Masernviren bis heute in Frage.

Der Sachverständige soll nun klären, ob die von Barden vorgelegten Dokumente ausreichen, um die Existenz des Masernvirus zu beweisen. Ein neuer Gerichtstermin soll erst festgelegt werden, wenn das Gutachten erstellt ist. Bardens selbst war zum zweiten Prozesstag nicht angereist, Lanka erschien mit der Sängerin Marla Glen an seiner Seite.

irb
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